Wir haben das Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2 bereits ausführlich für den Sony-E-Anschluss getestet und dabei seine Stärken wie das kompakte Gehäuse, den schnellen Autofokus und den praxisnahen Brennweitenbereich detailliert beleuchtet. Die vollständige Beschreibung zu Konstruktion, Bedienung, Autofokus und Einordnung gegenüber dem Vorgängermodell Tamron 17–28 mm f/2,8 Di III RXD finden Sie im umfassenden Test der Sony-E-Version.
In diesem Testbericht richten wir den Fokus gezielt auf die Nikon-Z-Version des lichtstarken Ultraweitwinkelzooms. Wir fassen die Parallelen zur Sony-Variante kurz zusammen, zeigen anschließend die systemspezifischen Unterschiede bei der Bedienung an Nikon-Z-Kameras auf und sehen uns die Laborergebnisse an einer Nikon Z7II im Vergleich zum Nikon-eigenen Nikkor Z 17–28 mm f/2,8 näher an.
Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2
- Anschluss: Z-Mount
- Optischer Aufbau: 16 Elemente in 12 Gruppen
- Anzahl Blendenlamellen: 9
- Autofokus: ja
- Bildstabilisator: nein
- Gewicht: 450 g
- Preis: ca. 960 Euro
- www.tamron.eu
Die Gemeinsamkeiten in Kürze
Unabhängig vom Bajonett bleibt das Grundkonzept identisch: Das Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2 ist ein kompaktes Ultraweitwinkelzoom für Vollformatkameras, das mit rund 450 Gramm bei der Nikon-Z-Version angenehm leicht ausfällt. Die konstante Lichtstärke von f/2,8 ermöglicht eine schöne Freistellung von Motiven und bietet mehr Spielraum bei Aufnahmen aus der Hand bei wenig Licht. Der im Vergleich zum Vorgängermodell Tamron 17–28 mm f/2,8 Di III RXD erweiterte Brennweitenbereich bietet etwas mehr Spielraum am kurzen wie am langen Ende.
Eine der wichtigsten konstruktiven Neuerungen gegenüber dem älteren 17–28-mm-Modell ist der Innenzoom. Die Baulänge des Tamron 16–30 mm bleibt beim Zoomen konstant, was nicht nur die Balance verbessert, sondern insbesondere Filmern die Arbeit auf dem Gimbal erleichtert. Auch der schnelle und leise VXD-Autofokus sowie der USB-C-Anschluss für Firmware-Updates und individuelle Einstellungen per „Tamron Lens Utility“ sind beiden Versionen gemein.
Darüber hinaus gibt es beim Bedienkonzept weitere Gemeinsamkeiten. So verfügt auch das Tamron 16–30 mm G2 für Nikon Z über eine seitlich platzierte Funktionstaste, die sich über das Kameramenü mit einer häufig genutzten Funktion belegen lässt. Auf einen AF/MF-Schalter am Objektiv muss man sowohl bei der Sony-E- als auch bei der Nikon-Z-Version verzichten. Der Wechsel zwischen automatischer und manueller Fokussierung erfolgt bei beiden Bajonettversionen ausschließlich über die Kamera. Tamron verzichtet systemübergreifend auch auf eine optische Bildstabilisierung. Angesichts der leistungsfähigen sensorbasierten Stabilisatoren aktueller Sony-E- und Nikon-Z-Vollformatkameras ist das ein nachvollziehbarer Kompromiss zugunsten von Größe, Gewicht und Preis.
Mehr Bedienkomfort im Nikon-Z-System
Ein entscheidender Unterschied zwischen der Sony-E- und der Nikon-Z-Version zeigt sich bei der Nutzung des Fokusrings. Hier kann die Z-Variante eine systembedingte Stärke ausspielen. Nikon ermöglicht es, den Fokusring im Autofokusbetrieb als frei belegbaren Steuerring zu verwenden, beispielsweise zur Anpassung der ISO-Empfindlichkeit oder der Blende.
In der Praxis funktioniert das wie folgt: Wird manuell fokussiert, übernimmt der Ring ganz klassisch die Schärfeeinstellung. Arbeitet das Objektiv hingegen im Autofokusbetrieb, steht der Fokusring für die zuvor definierte Zusatzfunktion zur Verfügung. Das erhöht die Flexibilität im Alltag und erlaubt eine Anpassung der Bedienung an die eigenen fotografischen Vorlieben.
Die Nikon Z-Version im CHIP Testlabor
Da das Vorgängermodell, das Tamron 17–28 mm f/2,8, nicht für das Nikon-Z-System angeboten wird, vergleichen wir das Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2 im CHIP-Testlabor mit dem Nikon-eigenen Nikkor Z 17–28 mm f/2,8. Letzteres bewegt sich preislich in einer ähnlichen Klasse.
Neben der Abbildungsleistung nehmen wir im CHIP-Testlabor auch den Autofokus genau unter die Lupe. An der Messkamera Nikon Z7II überzeugt das Tamron mit einer sehr hohen Präzision. Über den gesamten Brennweitenbereich hinweg erreicht der VXD-Autofokus eine durchschnittliche Treffergenauigkeit von 96 bis 99 Prozent bei gleichzeitig sehr geringen Standardabweichungen. Bei mehreren Neufokussierungen hintereinander betrug die durchschnittliche Abweichung lediglich zehn Linienpaare pro Bildhöhe (Lp/Bh) bei kürzester Brennweite, sieben Lp/Bh bei mittlerer und 48 Lp/Bh bei längster Brennweite. Diese niedrigen Streuungen belegen eine hohe Wiederholgenauigkeit und einen insgesamt sehr stabil arbeitenden Autofokus.
Bei der Auflösungsmessung muss sich das Tamron bei offener Blende über den gesamten Brennweitenbereich dem Nikon-Zoom geschlagen geben. Seine stärkste Leistung zeigt das Tamron bei kürzester Brennweite: An der Nikon Z7II erreicht es bei 16 mm und Blende f/2,8 sehr gute 91 Prozent der möglichen Auflösung im Bildzentrum und 74 Prozent in den Ecken. Das Nikkor Z 17–28 mm kommt bei 17 mm und Offenblende auf 96 Prozent im Zentrum und 69 Prozent in den Ecken.
Zweifach abgeblendet legt das Tamron im Zentrum deutlich zu und erreicht mit 98 Prozent nahezu das Niveau des Nikon-Objektivs, das hier 99 Prozent erzielt. Beim Zoomen fällt die Auflösung des Tamron 16–30 mm hingegen stärker ab, insbesondere bei offener Blende. Bei 30 mm und Blende 2,8 erreicht es im Zentrum noch 83 Prozent, während das Nikon-Zoom bei 28 mm und Blende 2,8 auf 92 Prozent kommt.
In puncto Objektivgüte kann das Tamron hingegen punkten. Es zeigt bei mittlerer und längster Brennweite eine geringere Verzeichnung als das Nikon-Pendant. Auch bei den Farbsäumen hat das Tamron bei kürzester Brennweite und Offenblende mit einer Farbsaumbreite von nur 0,2 Pixeln klar die Nase vorn. Das Nikkor Z 17–28 mm erreicht hier 0,6 Pixel.
Aus dem Testlabor
Vignettierung des Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2 für Nikon Z im Test
Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.
Unser Fazit: Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2 für Nikon Z im Test
Das Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2 präsentiert sich auch im Nikon-Z-System als ein modernes und flexibles Ultraweitwinkelzoom. Bei der reinen Auflösung – insbesondere bei längeren Brennweiten und offener Blende – schneidet es zwar gut ab, kann aber nicht ganz mit dem in puncto Brennweitenspanne und Lichtstärke ähnlichen Nikon Nikkor Z 17–28 mm f/2,8 mithalten. Dafür punktet es mit guter Objektivgüte, hoher Autofokus-Präzision und einem durchdachten Bedienkonzept.
Durch die zusätzliche Individualisierbarkeit über den Fokusring kann sich die Z-Version des Tamron-Zooms gut gegen die Nikon-eigenen Zooms behaupten, die in der Regel ebenfalls über einen solchen Einstellring verfügen. Wer ein lichtstarkes Ultraweitwinkelzoom mit kompakter Bauweise und attraktiver Preisgestaltung sucht, findet im Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2 eine ernstzunehmende Alternative im Nikon-Z-System.
Was uns gefällt …
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Kompakt und leicht
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Innenzoom-Vorteil für Gimbals
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Sehr guter Autofokus
- Fokusring lässt sich mit Funktion belegen
- Funktionstaste
… und was nicht so gut ist
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Kein AF/MF-Schalter
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Deutliche Vignettierung bei 16 mm
Technische Daten: Tamron 16–30 mm f/2,8 Di III VXD G2 für Nikon Z
| Konstruiert für Sensorgröße / Bajonett | Kleinbild / Nikon Z |
| Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild) | 24–45 mm |
| Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite) | 2,8 / 2,8 |
| Kleinste Blende | 16 |
| Konstruktion: Linsen / Gruppen | 16 / 12 |
| Blendenlamellen (Anzahl) | 9 |
| Naheinstellgrenze | 0,19 m |
| Filtergröße | 67 mm |
| Abmessungen / Gewicht | 75 x 104 mm / 450 g |
| AF-Motor / AF/MF-Schalter | ● / ━ |
| Bildstabilisator / mit mehr als einem Modus | ━ / ━ |
| Innenfokus / Innenzoom | ● / ● |
| Funktionstaste (Fn) | ● |
| Steuerrungs-/Blendenring / De-Click-Schalter | ● / ━ |
| Fokusbereichsbegrenzer | ━ |
| Gummidichtung am Bajonett | ● |
| Streulichtblende / Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert | ● / ━ |










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