Die Michael Horbach Stiftung in Köln zeigt vom 30. November 2025 bis 18. Januar 2026 die Ausstellung „Finding Margarita Neiteler – Die fotografierende Nonne“. Sie präsentiert erstmals das Werk der weitgehend unbekannten Ordensschwester Maria Margarita Neiteler, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg den zerstörten und wiederaufgebauten Kölner Dom dokumentierte.
Die rund 34 ausgestellten Aufnahmen zeigen eindrucksvoll, wie Neiteler mit präzisem Blick für Architektur und Licht die Spuren der Zerstörung und die Anfänge des Wiederaufbaus festhielt. Ergänzt wird die Schau durch Briefe und persönliche Dokumente, die ein Bild einer leidenschaftlichen und technisch versierten Fotografin zeichnen.
Kuratiert wird die Ausstellung von Manfred Linke, Fotograf und Verwandter Neitelers. Er hat das lange vergessene Werk wiederentdeckt und erstmals biografische Details recherchiert. Linke geht davon aus, dass Neiteler die einzige Fotografin war, die in den unmittelbaren Nachkriegsjahren am und im Dom fotografierte – ein einzigartiges Zeitzeugnis, das nun wieder ans Licht kommt.
Ort: Michael Horbach Stiftung, Wormser Straße 28, Köln
Laufzeit: 30. November 2025 bis 18. Januar 2026
Pressemitteilung:
Finding Margarita Neiteler
Die fotografierende Nonne
30. November 2025 bis 18. Januar 2026
Räume der Michael Horbach Stiftung
Wormser Straße 28
50677 Köln
Mit Bildern von Schwester Margarita Neiteler,
kuratiert von Manfred Linke, Fotograf und verwand mit Sr. Margarita Neiteler
Maria Margarita Neiteler, eine weitgehend unbekannte Ordensschwester und „Dom-Fotografin“, wurde am 14.02.1913 in Greven geboren. Von 1938 bis in die 1960er-Jahre hat sie als Röntgenschwester im Kölner Krankenhaus Hohenlind gearbeitet. Ende des 2. Weltkriegs dokumentierte sie die Schäden und den Wiederaufbau des Doms auf hohem fotografischem Niveau. Ihre einzigartigen Aufnahmen, heute zum Teil im Bestand des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv und anderen Kölner historischen Archiven, zeugen von ihrem Talent und ihrem Blick für historische Momente. Trotz ihrer künstlerischen Bedeutung blieb ihr Lebenswerk lange Zeit unentdeckt und weitgehend unerforscht. Genaue biografische Daten waren bisher unbekannt.
Im Jahr 1999 traf der Kölner Fotograf und Kurator Manfred Linke Schwester Margarita Neiteler, seine angeheiratete Schwiegertante, in der gemeinsamen Heimatstadt Greven. Sie diskutierten über die Möglichkeit, ihr Werk aufzufinden und aufzuarbeiten sowie über eine gemeinsame Ausstellung. Einige Zeit vor ihrem Tod am 29.09.2002 erhielt er von ihr noch einen Brief und einige ihrer Bilder. Ausgelöst durch eine Veröffentlichung im Kölner Stadt-Anzeiger hat Manfred Linke 24 Jahre später die Spur wieder aufgegriffen und die bis dahin fehlenden biografischen und fotografischen Informationen recherchiert und zusammengetragen.
Nun präsentiert Linke ihr umfangreiches Werk erstmals in einer Ausstellung. Zu sehen sind 34 teils großformatige Fotos, ergänzt durch einige persönliche Briefe an die Familie aus eben dieser Zeit sowie Bücher. Ihre fotografische Arbeit ist nicht nur unter kunsthistorischen Aspekten von hoher Qualität und Bedeutung: „Sie war wahrscheinlich die einzige Kölner Fotografin, die rund um das Kriegsende am und im Dom fotografierte“, so Manfred Linke.
Johanna Gummlich, Archivarin & Bibliothekarin, Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt: „Ihre Fotografien belegen, dass sie […] ebenso Porträt-, Reproduktions- und vor allem auch die Architekturfotografie betrieb und beherrschte. Neiteler hielt in ihren Aufnahmen sorgfältig die Schäden am Bauwerk fest und betonte zugleich sehr gekonnt die Majestät des Erhaltenen in seiner Raum- und Lichtwirkung […].“
„Es half alles nichts, um einige anständige Aufnahmen zu machen gebrauchte ich ein mehrere Meter hohes Gerüst. In einer Stunde war es fertig und ich kletterte tapfer mit meinem 13kg an Apparat und flatternden schwarzen „Photographen – Tuch“ und flatterndem Schleier hinauf.“
Domfest 1948, Maria Margarita Neiteler
ERMINE
Vernissage
Sonntag, 30.11. 2025 um 11.00 Uhr – 13.00 Uhr
Joachim Frank, Chefkorrespondent DuMont-Verlag und Mitglied der Chefredaktion des Kölner Stadt-Anzeiger, spricht mit der Kunsthistorikerin Dr. Adelheid Komenda sowie Kurator und Fotograf Manfred Linke.
Schauspielerin Biggi Wanninger liest Texte von Schwester Margarita Neiteler
Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten unter: anmeldung@manfred-linke.com
Sonderführung
Donnerstag, 04.12.2025 um 17.00 Uhr
Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv, Eifelwall 5, 50674 Köln
Schwester Margarita Neiteler – Negative im Rheinischen Bildarchiv
Einblicke in die Sammlung und Räume mit Michael Albers, stellv. Sachgebietsleiter Rheinisches Bildarchiv
Dom-Dialog in der Ausstellung
Donnerstag, 11.12.2025 um 18:30 Uhr
Mit Dombaumeister Peter Füssenich sowie Kurator und Fotograf Manfred Linke.
Es moderiert der Kabarettist Jürgen Becker.
Eintritt frei. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten unter: anmeldung@manfred-linke.com
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Öffnungszeiten:
Sonntag 30.11.2025 von 13:00-17:00 Uhr
Mittwochs und freitags von 15:30-18:30 Uhr
Sonntags von 11:00-14:00 Uhr
Heiligabend und Silvester geschlossen
Mit Unterstützung und Förderung des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv sowie dem Kölner Kulturamt, der Bezirksvertretung Köln Innenstadt und der VG BildKunst/Stiftung Kulturwerk.
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