Von Landschaft bis Porträt: Das Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 für spiegellose L-Mount-Systemkameras ist ein kompaktes und leichtes Standardzoom mit durchgängig hoher Lichtstärke und einem wetterfesten Gehäuse. Im Test überzeugt es zudem mit geringen Abbildungsfehlern und einem sehr treffsicheren Autofokus.

Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8

  • Anschluss: L-Mount
  • Optischer Aufbau: 14 Elemente in 12 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen: 9
  • Autofokus: ja
  • Bildstabilisator: nein
  • Gewicht: 544 g
  • Preis: ca. 1.000 Euro
  • www.panasonic.com

Mit dem Lumix S 24–60 mm f/2,8 hat Panasonic ein konstant lichtstarkes Standardzoom für das L-Mount-System im Portfolio. Das Vollformat-Objektiv richtet sich an ambitionierte Fotoenthusiasten, die eine hochwertige, zugleich aber auch mobilere Alternative zum professionellen Lumix S Pro 24–70 mm f/2,8 suchen. Für rund 1.000 Euro positioniert sich das Lumix S 24–60 mm f/2,8 preislich und konzeptionell zwischen dem Profimodell für 1.600 Euro und dem kostengünstigeren, aber auch lichtschwächeren Lumix S 20–60 mm f/3,5–5,6 für 550 Euro. (Alle genannten Preis beziehen sich auf die Preise zum Zeitpunkt dieser Testbericht-Veröffentlichung.)

Kompakt, leicht und vielseitig

Mit Abmessungen von 84 x 100 Millimetern und einem Gewicht von 544 Gramm ist das 24–60-mm-Objektiv spürbar kompakter und leichter als das Lumix S Pro 24–70 mm f/2,8, das 91 x 140 Millimeter misst und 935 Gramm auf die Waage bringt. Diese Mobilität geht jedoch mit einem leichten Verzicht auf Brennweite einher: Anstelle von 70 mm am langen Ende des Pro-Objektivs werden hier maximal 60 mm geboten. Für viele Alltags- und Reisesituationen wird dieser Kompromiss jedoch kaum ins Gewicht fallen. Die vielseitige Brennweite von 24–60 mm macht das Objektiv zu einem idealen Begleiter für Reisen, Reportagen und den Alltag. Im Weitwinkelbereich bei rund 24 mm sind klassische Landschafts- und Architekturmotive möglich, bei 60 mm lassen sich Porträts mit schönem Bokeh und Street-Szenen auch bei schwierigen Lichtbedingungen umsetzen. Die konstante Lichtstärke von f/2,8 über den gesamten Zoombereich eröffnet zudem kreativen Spielraum bei Freistellern und ermöglicht Aufnahmen bei schwächerem Licht, beispielsweise in Innenräumen oder zur Dämmerung.

Die Vielseitigkeit des Lumix S 24–60 mm f/2,8 zeigt sich auch im Nahbereich. Die Naheinstellgrenze liegt bei 19 Zentimetern (im Brennweitenbereich von 24 bis 30 mm) ab der Sensorebene der Kamera und bei 33 Zentimetern bei einer Brennweite von 60 mm. Bei einer Brennweite von 30 mm lässt sich ein maximaler Abbildungsmaßstab von 0,30:1 erreichen, was detailreiche Nahaufnahmen von Blüten, kleinen Objekten und Strukturen ermöglicht. Zum Vergleich: Das teurere Lumix S Pro 24–70 mm f/2,8 bietet über den gesamten Zoombereich lediglich eine 0,25-fache Vergrößerung bei einer kons­tanten Naheinstellgrenze von 37 Zentimetern. Mit dem neuen 24–60 mm f/2,8 kommt man also noch etwas näher an Motive heran.

Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 im Test Praxisfoto 01

Aufgenommen mit dem Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1IIE bei 36 mm (KB), ISO 400, f/2,8 und 1/400 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Individuelle Bedienung

Zu den Highlights des Lumix S 24–60 mm f/2,8 gehört unter anderem der erweiterte Bedienkomfort gegenüber bisherigen Lumix-S-Objektiven. Neben einer Fokus- bzw. Funktionstaste, die sich bei Panasonic bisher selten fand und sich über das Kameramenü mit verschiedenen Funktionen belegen lässt, bietet das Allroundzoom als erstes Modell der Lumix-S-Objektivreihe die Möglichkeit, den Fokusring bei kompatiblen Kameras – etwa der Lumix S1R II (mit Firmware-Update), S1 II oder S1E II – in einen Funktionsring umzuwandeln. Dieses nützliche Feature ist uns bereits von Canon-RF- und Nikon-Z-Objektiven bekannt. Der Funktionsring kann beispielsweise zur direkten Steuerung der Blende oder zur schnellen Belichtungskorrektur genutzt werden. Besonders in Reportage- oder Videosituationen, in denen ein schneller Zugriff auf zentrale Aufnahmeparameter entscheidend ist, erhöht der Funktionsring den Bedienkomfort. Die Belegung erfolgt kamera­seitig über das Menü und lässt sich an die individuellen Vorlieben anpassen.

Auch beim manuellen Fokussieren bietet das Objektiv ein Plus an Flexibilität. Der Fokusring lässt sich zwischen linearer und nicht-linearer Funktionsweise umschalten. In der nicht-linearen Einstellung reagiert der Fokusweg auf die Drehgeschwindigkeit: Je schneller gedreht wird, desto schneller wandert die Schärfeebene. Das ist ideal für schnelle Reaktionen in dynamischen Aufnahmesituationen. Die lineare Einstellung sorgt hingegen für eine gleichbleibende Fokusbewegung pro Drehwinkel, ganz gleich, wie schnell der Ring bewegt wird. Diese Einstellung ist vor allem für präzise Schärfe­verlagerungen bei Makro- oder Videoaufnahmen von Vorteil. Zusätzlich kann der Drehweg individuell angepasst werden, sodass sowohl feinfühlige Justierungen als auch schnelle Fokusfahrten möglich sind.

Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 im Test Detail 01

Die Taste an der Seite lässt sich individuell mit einer im Kameramenü gewählten Funktion belegen. Bild: Thomas Probst

Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 im Test Detail 02

Das Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 ist rundum, wie auch hier am Anschluss, mit Dichtungen gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Bild: Thomas Probst

Abgesehen von der Bedienung überzeugt das Lumix S 24–60 mm f/2,8 durch seine hochwertige Verarbeitung. Das Gehäuse ist durch integrierte Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Damit ist das Standardzoom auch bei widrigen Witterungsverhältnissen wie leichtem Regen gut gerüstet. Laut Hersteller bleibt das Standardzoom selbst bei Temperaturen bis minus zehn Grad Celsius weiter einsatzbereit. Die Frontlinse ist mit einer Fluorbeschichtung versehen, sodass Wassertropfen gut abperlen und sich auch öliger oder klebriger Schmutz leichter reinigen lässt. Dadurch bleibt das Objektiv selbst bei häufiger Outdoor-Nutzung pflegeleicht und zuverlässig.

Treffsicherer Autofokus

Im CHIP Testlabor überzeugte das Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 mit einer sehr guten Autofokusleistung. Über den gesamten Brennweitenbereich hinweg erreichte das Objektiv eine durchschnittliche Treffgenauigkeit von 99 Prozent an der Messkamera Panasonic Lumix S1R – ein Spitzenwert, der für konstant scharfe Bildergebnisse spricht. Die gemessenen Standardabweichungen liegen mit fünf bis 20 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) auf einem sehr niedrigen Niveau. Das zeigt, dass der Autofokus nicht nur zuverlässig scharf stellt, sondern auch bei längeren Bildfolgen mit hoher Konsistenz eine gute Leistung bringt.

Auch die Geschwindigkeit des Autofokus kann sich sehen lassen: Mit Auslöseverzögerungen von 0,24 bis 0,26 Sekunden über den gesamten Brennweitenbereich ist das Objektiv schnell genug, um Schnappschüsse sicher einzufangen – sei es bei der Streetfotografie, in Alltagsszenen oder bei der Aufnahme bewegter Motive. Zwar ist das eingangs erwähnte, professionelle Lumix S Pro 24–70 mm f/2,8 mit 0,09 bis 0,11 Sekunden nochmals etwas schneller unterwegs – der Unterschied ist in der Praxis aber kaum spürbar.

Panasonic S 24–60 mm f/2,8 Praxisfoto 02

Aufgenommen mit dem Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1IIE bei 29 mm (KB), ISO 100, f/2,8 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Panasonic S 24–60 mm f/2,8 Praxisfoto 03

Aufgenommen mit dem Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1IIE bei 60 mm (KB), ISO 100, f/2,8 und 1/3.200 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Sehr gute Abbildungsleistung

Trotz seines vergleichsweise günstigen Preises liefert das Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 im CHIP Testlabor eine Abbildungsleistung, die dem Niveau des höherklassigen Lumix S Pro 24–70 mm f/2,8 entspricht – in Teilbereichen sogar übertrifft. Im Labortest an der hochauflösenden Panasonic Lumix S1R erreicht das 24–60 mm bei einer Brennweite von 24 Millimetern und offener Blende eine maximale Auflösung von 2.604 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) im Bildzentrum. Das entspricht sehr guten 92 Prozent der theoretisch maximalen Sensorauflösung der Messkamera. Damit liegt das Lumix S 24–60 mm f/2,8 sogar knapp über dem Ergebnis des Lumix S Pro 24–70 mm f/2,8, das unter identischen Bedingungen auf 2.506 Lp/Bh (88 Prozent) kommt. In den Bildecken schneiden beide Objektive mit 68 Prozent (beim 24–60 mm) beziehungsweise 67 Prozent (beim 24–70 mm) nahezu gleich ab. Auch bei mittlerer und längster Brennweite liefert das 24–60 mm f/2,8 insgesamt leicht höhere Auflösungswerte als das Pro-Modell. Das gute Abschneiden des 24–60 mm f/2,8 hängt vermutlich auch damit zusammen, dass sich seit der Markteinführung des Lumix S Pro 24–70 mm f/2,8 im Oktober 2019 bei der Produktion optischer Systeme einiges getan hat.

Das Linsensystem des Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 besteht aus insgesamt 14 Linsenelementen, die sich auf zwölf Gruppen verteilen. Dazu zählen drei asphärische Linsen zur Korrektur sphärischer Aberrationen und Verzerrungen sowie eine UED-Linse (Ultra Extra-low Dispersion) und zwei ED-Linsen (Extra-low Dispersion). Letztere sollen vor allem chromatische Fehler wirksam unterdrücken. Wie gut das funktioniert, belegen die im Labortest bei Blende f/2,8 kaum sichtbaren Farbsäume mit einer Breite von lediglich 0,5 bis 0,7 Pixeln über den gesamten Brennweitenbereich. Beim professionellen Lumix S Pro 24–70 mm f/2,8 sind die Farbsäume mit 1,3 bis 1,7 Pixeln hingegen stärker sichtbar. Auch die überwiegend sehr geringe Vignettierung des Lumix S 24–60 mm und die kaum sichtbare Verzeichnung an den Bildrändern von lediglich 0,1 bis 0,3 Prozent werden effektiv korrigiert.

Aus dem Testlabor

Vignettierung des Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 im Test

Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.

Vignettierung bei Offenblende:
Diese Spalte zeigt die Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite bei Offenblende.

Vignettierung des Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1R bei kürzester Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1R bei mittlerer Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1R bei längster Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor

Vignettierung, 2-fach abgeblendet:
Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite, zweifach abgeblendet.

Vignettierung des Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1R bei kürzester Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1R bei mittlerer Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 an einer Panasonic Lumix S1R bei längster Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor

Unser Fazit: Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 im Test

Das Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8 überzeugt mit seiner guten Bildqualität, einem schnellen und treffsicheren Autofokus, einer flexiblen Bedienung und einer soliden Verarbeitung. Für rund 1.000 Euro ist es eine attraktive, kompakte Alternative zu den größeren und teureren Profi-Standardzooms im L-Mount-System.

Was uns gefällt …

  • Sehr guter Autofokus

  • Wenige Abbildungsfehler

  • Konstant lichtstark

… und was nicht so gut ist

  • Deutlicher Schärfeabfall in den Bildecken

Technische Daten: Panasonic Lumix S 24–60 mm f/2,8

Konstruiert für Sensorgröße / BajonettKleinbild / Leica L
Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild)36–90 mm
Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite)2,8 / 2,8
Kleinste Blende22
Konstruktion: Linsen / Gruppen14 / 12
Blendenlamellen (Anzahl)9
Naheinstellgrenze0,19 m
Filtergröße77 mm
Abmessungen / Gewicht84 x 100 mm / 544 g
AF-Motor / AF/MF-Schalter● / ●
Bildstabilisator /
mit mehr als einem Modus
━ / ━
Innenfokus / Innenzoom● / ━
Funktionstaste (Fn)
Steuerrungs-/Blendenring /
De-Click-Schalter
● / ━
Fokusbereichsbegrenzer
Gummidichtung am Bajonett
Streulichtblende /
Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert
● / ━