Der November ist Rabattzeit – und für viele Hersteller, Händler und Konsumenten eine emotionale wie ökonomische Ausnahmesituation. Singles Day, Black Friday und Cyber Monday zeigen: Die Jagd nach dem vermeintlichen Schnäppchen ersetzt zunehmend bewussten Konsum – mit dramatischen Folgen für Marken, Margen und Märkte. Parallel rückt eine neue Studie die Rolle von Algorithmen bei Kaufentscheidungen in den Fokus: Vertrauen ist das neue Kapital. Und schließlich liefert der aktuelle HEMIX spannende Zahlen aus dem CE-Markt – mit positiven Impulsen aus dem Imaging-Segment. Die wichtigsten Imaging Business News der KW47/25– kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.

 

Imaging Business News KW47/25

Schwarze Tage

Der Singles Day am 11. November ist durch, es folgen die Black Week von Montag, 24. November bis Montag, 1. Dezember, der Höhepunkt Black Friday am Freitag, 28. November, dazu der Cyber Monday am 1. Dezember und was es sonst noch so alles an Rabatt-Tagen im Spätherbst gibt: In diesen Tagen drehen alle durch. „Alle“ sind in diesem Fall Hersteller, Handel und Verbraucher, die sich an einer gigantischen Margen-Vernichtungsschlacht meinen beteiligen zu müssen – mit durchaus unterschiedlichen Interessen. Marke, Wertigkeit, Nachhaltigkeit? Nie gehört. Discount, Rabatte und Prozente sind das einzige, was anscheinend zählt. Was für den Abverkauf von preiswerten Unnütz-Artikeln ja noch nachvollziehbar sein könnte, ist bei hochpreisigen Nischenprodukten wie Kameras und Co. kompletter Unsinn, leider aber so ansteckend wie Malaria. Die Konsumenten in ihrem Kaufrausch wollen primär den Discount, nicht unbedingt das Produkt. Die Folge: Nach dem Rausch kommt der Kater. Der sich darin zeigt, dass dann nichts mehr verkauft wird, wenn „normale“ Preise vom Kunden verlangt werden. Die Black Days und Co. sind nicht nur schwarze Tage für die bekannten Vertriebsstrukturen, sondern sie zerstören die Emotionalität von Marken und letztlich auch die Lust am Einkaufen. Wenn jemand Zweifel an der Existenz des gesunden Menschenverstands sucht – in diesen Tagen wird er über die Maßen fündig.

Wer trifft wirklich die Kaufentscheidung?

Eine neue Studie zeigt: Empfehlungen von Freunden genießen 68 Prozent Vertrauen, algorithmische Empfehlungen nur 37 Prozent. Während Entscheidungen früher auf menschlichen Empfehlungen oder Markenbotschaften basierten, strukturieren heute zunehmend auch algorithmische Systeme das Kaufverhalten. Diese Durchdringung stellt eine psychologische Zäsur dar: Konsumenten können immer weniger unterscheiden, ob sie selbst oder ein Algorithmus entschieden hat. Die Ergebnisse der Studie zeigen weiter: Händler, die die Vertrauenslücke nicht durch transparente Kommunikation schließen, riskieren langfristige Kundenentfremdung. Konsum im digitalen Zeitalter ist kein Kampf um Präferenzen, sondern vielmehr um die psychische Integrität der Entscheider. Und hier kann man tiefer ins Thema einlesen:

https://www.linkedin.com/pulse/wer-trifft-die-kaufentscheidung-wir-oder-maschine-eine-andres-ilihf

CE-Markt stabil: Wachstum durch IT, Foto und Gaming

Der Markt für Home Electronics-Produkte (HE), dargestellt im HEMIX, Home Electronics Market Index, hat sich in den ersten drei Quartalen 2025 weiter stabilisiert. Der Gesamtumsatz lag in den Monaten Januar bis September bei 31,47 Milliarden Euro und damit nur 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Damit setzt sich der Trend einer spürbaren Marktkonsolidierung fort, die bereits 2024 begonnen hatte. Während einzelne Produktgruppen weiterhin leicht rückläufig sind, sorgen andere Segmente mit deutlichem Wachstum für positive Impulse: So stieg der Umsatz mit Action Cams um 19,1 Prozent auf 101 Millionen Euro, und auch Media Boxes/Sticks legten um 10,3 Prozent auf 101 Millionen Euro zu. 

https://gfu.de/hemix-home-electronics-market-index-q1-3-2025/