Mit der Zeit und den Naturgewalten verlieren Dinge ihren einstigen Glanz. Doch statt nur Ruinen und Zerstörung zu sehen, entdeckt Mathias Bertram seit zehn Jahren in Berlin Kunst, die es zu fotografieren gilt. In seinem Buch „At the Roadside” präsentiert er die surrealen Bilder aus seiner persönlichen Sicht.
Seit zehn Jahren spürt Mathias Bertram in Berlin und auf Reisen surreal anmutende Bilder und Strukturen am Straßenrand auf und hält sie auf seinen mitunter rätselhaften Fotografien fest. Auf verwitterten Hauswänden entdeckt er romantische Landschaften, in abgenutzten Straßenmarkierungen merkwürdige Fabelwesen, auf Baucontainern Karten unbekannter Kontinente oder in zerborstenen Treppenstufen virtuose Tänzer. Auf den ersten Blick könnte man die Fotografien für Grafiken oder Gemälde halten, doch geschaffen hat all diese Motive und Gebilde allein die Zeit, die an den Dingen nagt. Wasser, Wind und Luft lassen sie altern, Korrosion und Kollisionen zerstören sie. Doch während sich die Dinge auflösen, entsteht mitunter etwas Neues, das dem Prozess des Alterns Würde verschaffen und Schönheit verleihen kann – ein „Werden im Vergehen“. Bertrams Fotografien lösen die trivialen Gegenstände aus ihrem natürlichen Kontext und fordern so dazu auf, sie ästhetisch wahrzunehmen. Eine Schule des Sehens, die den Blick für die Sensationen des Alltags schärft.
Quickfacts zu Mathias Bertram: At the Roadside
- 27 × 28 cm 160 Seiten
- 85 farbige Abbildungen
- Hardcover
- Preis: 38 Euro
- www.kerberverlag.com
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