Die 24 Megapixel auflösende Vollformat-Kamera Sigma BF polarisiert mit minimalistischem Design und extrem reduzierter Ausstattung. Lohnt sich der Kauf, oder ist die BF nur etwas für Design-Fans? Wir haben uns die Sigma BF im Test genauer angesehen.

Sigma BF

  • Sensor: 24,1 MP, Vollformat, CMOS
  • ISO-Bereich: 6 – 102.400
  • Kürzeste Verschlusszeit: 1/25.600 s
  • Bildstabilisierung: nein
  • Video: 6K/30p
  • Display: 3,15 Zoll, 2.100.000 Bildpunkte
  • Sucher: nein
  • Speichermedien: interner Speicher mit 230 GByte
  • Gewicht: 446 g
  • Preis: ca. 2.340 Euro
  • www.sigma-foto.de

Als die Sigma BF für den Test in der Redaktion eintraf, war sie sofort Gesprächsthema. „Die schönste Kamera, die ich je gesehen habe“, meinte ein Kollege. Ein anderer fand sie „zu schlicht, zu kantig“. So unterschiedlich die Meinungen, so klar der Effekt: Die BF polarisiert. Sigma hat eine stilbewusste, minimalistische Vollformat-Systemkamera entworfen, die sich mit ihrem schlichten Design und ihrer radikal reduzierten Ausstattung vom Einheitslook vieler DSLMs absetzt. Sucher, Zubehörschuh oder Speicherkartenschacht? Fehlanzeige. Die BF konzentriert sich auf das Wesentliche – ein mutiger Ansatz.

Robust, kantig, reduziert

Bereits beim Auspacken macht die Sigma BF einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse wird aus einem massiven Aluminiumblock gefräst und wirkt entsprechend robust.

Auf der Vorderseite prangt der L-Mount-Anschluss, durch den die Sigma BF nicht nur mit hauseigenen Sigma-L-Objektiven, sondern auch mit solchen der L-Mount-Alliance-Partner wie Leica und Panasonic kombiniert werden kann. Beim Sensor setzt der Hersteller auf einen rückseitig belichtet CMOS-Sensor im Vollformat mit einer moderaten Auflösung von 24 Megapixeln. 

Das Gehäuse ist sehr kantig, die Vorderseite ist komplett flach, und es fehlt eine Griffwölbung für die Finger. Dadurch liegt die Kamera für größere Hände nicht optimal in der Hand, vor allem, wenn man sie nur mit einer Hand hält. Auf der Rückseite sorgt eine kleine Daumenauflage für etwas Stabilität. Wir empfehlen, die Sigma BF möglichst mit beiden Händen zu halten oder zumindest eine Handschlaufe zu verwenden, wenn sie mit nur einer Hand bedient wird. Eine klassische Kameragurtbefestigung auf beiden Seiten gibt es nicht. Lediglich an der Seite der Daumenauflage kann Zubehör, wie etwa die erwähnte Handschlaufe, angebracht werden. Die Unterseite ist leicht gummiert, um ein Verrutschen nach dem Abstellen zu verhindern. Die Gummierung ist mit einer Gitterstruktur versehen, die leider recht schmutzanfällig ist. Als wir die Kamera kurz auf einem Stein abgelegt haben, fand sich anschließend Schmutz in den Rillen, der sich nur schwer entfernen ließ – nicht ideal gelöst.

Sigma BF im Test Detail 01

Scharfkantig: Während andere Hersteller auf abgerundete Kanten für ein angenehmes Handling setzten, zeigt das Bild unterhalb der Objektivverriegelung eine der vielen recht „scharfen“ Kanten, die das gesamte Gehäuse umgeben. Bild: Thomas Probst

Sigma BF Detail 06

Nur eine Gurtöse: Die BF bietet lediglich eine Befestigungsmöglichkeit für Schlaufen auf der Seite der Daumenauflage. Dort kann man beispielsweise eine Handschlaufe anbringen. Bild: Thomas Probst

Minimalistisches Bedienkonzept

Die Kamera folgt einem stark reduzierten Bedienkonzept. Es gibt drei Tasten, ein Einstellrad, den Auslöser und den Ein/Aus-Schalter. Auf Beschriftungen wurde gänzlich verzichtet. Das benötigt etwas Eingewöhnungszeit, bis man begriffen hat, mit welchem Steuerelement welche Funktion erreicht wird. Wie Sigma erklärt, ist die BF „die erste spiegellose Kamera, bei der das Einstellrad, die Zentraltaste, die Optionstaste und die Wiedergabetaste ein haptisches Feedback geben, dabei aber keiner physikalischen Abnutzung unterliegen.“ In der Praxis fühlt sich das „haptische Feedback“ wie eine leichte Vibration an. Das ist zunächst ungewohnt, gefällt uns aber gut, da man so deutlich wahrnimmt, dass die Tasten oder das Einstellrad auf die Bedienung reagieren.

Sigma BF Rückseite

Scharf, aber unbeweglich: Das 3,15-Zoll-Display der Sigma BF löst mit 2,1 Millionen Bildpunkten sehr fein auf, ist bei direkter Sonne aber nicht gut ablesbar. Zudem ist es fest verbaut und lässt sich damit nicht klappen oder schwenken. Bild: Thomas Probst

 

Darüber hinaus lassen sich einige Funktionen über das Touchdisplay steuern, das grundsätzlich gut reagiert. An dieser Stelle empfanden wir das Bedienkonzept der Sigma BF allerdings teilweise als etwas umständlich. Denn manche Einstellungen lassen sich im Aufnahmemenü ausschließlich per Touchbedienung steuern. Andere wiederum gar nicht. Öffnet man in der Livebild-Ansicht beispielsweise das Autofokusmenü, muss man die Gesichtserkennung am oberen Rand des Displays per Touch bedienen, während der AF-Modus (AF-S und AF-C) am unteren Rand des Displays nur über das Wahlrad und die Tasten erreichbar ist. Das ist leider nicht ganz konsequent.

Auffällig ist der groß dimensionierte Auslöser. Auch hierzu gab es in der Redaktion unterschiedliche Meinungen. Während einigen der Druckpunkt in halb gedrückter Position für die Fokussierung gut gefiel, fanden andere die Haptik weniger gelungen.

Menü-Features, die wir gut finden

Menüansicht der Sigma BF 01

Aufnahmemenü: Hier hat man Zugriff auf wichtige Parameter. Drückt man z. B. bei ISO die mittige Taste des Wahlrads, lässt sich ISO-Auto aktivieren. Menüfoto: Thomas Probst

Menüansicht der Sigma BF 04

Metadaten speichern: Wer seine Bilder mit einem Vermerk zum Fotografen und/oder Copyright versehen möchte, kann die Daten direkt im Systemmenü eingeben. Menüfoto: Thomas Probst

Menüansicht der Sigma BF 02

Steuerung per Touch/Tasten: Öffnet man z. B. das Untermenü für den Autofokus, werden die oberen Symbole über das Touchdisplay, die unteren über Tasten gesteuert. Menüfoto: Thomas Probst

Menüansicht der Sigma BF 03

Videos in 6K-Auflösung: Die Sigma BF filmt mit maximal 6K/30p, bietet zudem 4K/30p und ermöglicht Zeitlupen in Full HD mit 120 Bildern pro Sekunde. Menüfoto: Thomas Probst

Menüansicht der Sigma BF 05

Interner Speicher: Im Menü lässt sich überprüfen, wie viel Speicherplatz auf dem insgesamt 230 GByte großen internen Speicher der Sigma BF noch frei ist. Menüfoto: Thomas Probst

Menüansicht der Sigma BF 06

RAW-Entwicklung: RAW-Dateien werden bei der Sigma BF im DNG-Format gespeichert. Wer möchte, kann die DNGs bereits in der Kamera bearbeiten. Menüfoto: Thomas Probst

Design vs. Flexibilität

Das Touchdisplay ist fest verbaut, hat eine Diagonale von 3,15 Zoll, löst mit 2,1 Millionen Bildpunkten scharf auf und fügt sich gut in das klare Design der Sigma BF ein. Wenn man sich das Ziel der Entwickler, die Kamera möglichst „aufgeräumt“ zu gestalten, ins Gedächtnis ruft, wurde hier also alles richtig gemacht. Wer allerdings in der Praxis gerne auch mal aus bodennaher oder erhöhter Pers­pektive fotografiert, wird die Flexibilität eines beweglichen Displays vermissen. Für das Praxisfoto der Glühbirnen haben wir die Kamera über Kopfhöhe gehalten. Durch den Blick aus spitzem Winkel auf das Display war es schwieriger, den Bildausschnitt optimal zu wählen. Leider ließ sich außerdem die Display-Anzeige bei direktem Sonnenlicht im Praxistest nicht gut ablesen. In diesem Fall sollte man die Display-Helligkeit im Kameramenü erhöhen. Wir hatten allerdings das Gefühl, dass die Akkulaufzeit deutlich darunter leidet. Auf einen Sucher kann man nicht ausweichen. Sigma hat den Sucher im Hinblick auf das minimalistische Design von der Ausstattungsliste gestrichen.

Sigma BF Praxisfoto 02

Aufgenommen mit der Sigma BF und dem Sigma 45 mm f/2,8 DG DN (C) bei 45 mm (KB), ISO 320, f/2,8 und 1/320 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Sigma BF Praxisfoto 01

Aufgenommen mit der Sigma BF und dem Sigma 45 mm f/2,8 DG DN (C) bei 45 mm (KB), ISO 800, f/5,6 und 1/100 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Neben dem Hauptdisplay gibt es ein kleines elektronisches Statusdisplay, das Informationen zu der zuletzt gewählten Funktion im Aufnahmemenü anzeigt. Ist etwa die ISO-Empfindlichkeit ausgewählt, zeigt das Statusdisplay die entsprechenden ISO-Werte. Ist der Weißabgleich ausgewählt, werden die Parameter für den Weißabgleich angezeigt.

Sigma BF im Test Detail 02

Statusdisplay: Über das Statusdisplay können verschiedene Aufnahmeparameter, wie etwa ISO- oder Kelvin-Werte, angezeigt werden. Der Akkustand wird in Prozent angegeben. Bild: Thomas Probst

Keine Stabilisierung im Gehäuse

Sigma verzichtet bei der BF auf eine in der Kamera integrierte Bildstabilisierung (IBIS). Zwar lässt sich auch ohne diesen technischen Komfort fotografieren – lange Zeit war das der Normalzustand –, doch gerade bei lichtschwächerem Umgebungslicht bietet ein stabilisiertes System Vorteile. Da auch die auf die Sigma BF zugeschnittenen Objektive der I-Serie über keine optische Bildstabilisierung verfügen, muss bei einer solchen Kombination gänzlich auf eine sensorbasierte und optische Stabilisierung verzichtet werden. Entsprechend wichtig ist es, auf kurze Belichtungszeiten zu achten, um Verwacklungen zu vermeiden. Gemäß der klassischen Kehrwertregel sollte die Belichtungszeit nicht länger sein als der Kehrwert der verwendeten Kleinbild-Brennweite: Bei 50 mm sollte die Belichtungszeit somit nicht länger als 1/50 Sekunde sein, bei 100 mm entsprechend nicht länger als 1/100 Sekunde. Für Videoaufnahmen steht immerhin eine digitale Stabilisierung zur Verfügung. Neben den nicht stabilisierten Objektiven der Sigma I-Serie gibt es natürlich auch viele andere L-Mount-Objektive mit optischer Stabilisierung. In diesem Fall könnte man zumindest die Vorteile der optischen Bildstabilisierung nutzen.

Sigma BF Praxisfoto 05

Aufgenommen mit der Sigma BF und dem Sigma 45 mm f/2,8 DG DN (C) bei 45 mm (KB), ISO 160, f/4,0 und 1/500 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Sigma BF Praxisfoto 03

Aufgenommen mit der Sigma BF und dem Sigma 45 mm f/2,8 DG DN (C) bei 45 mm (KB), ISO 100, f/8,0 und 1/160 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Fester Speicher statt Karten

Einen klassischen Speicherkartenschacht sucht man bei der Sigma BF vergeblich. Der Hersteller setzt stattdessen auf einen fest verbauten internen Speicher mit einer Kapazität von 230 GByte. Laut Hersteller reicht das für mehr als 14.000 JPEGs, über 4.300 unkomprimierte RAW-Dateien oder rund zweieinhalb Stunden Videomaterial in bester Qualität. Sigmas Entscheidung für den internen Speicher und gegen den Speicherkartenschacht hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist, dass die Speicherkarte nicht mehr versehentlich zu Hause vergessen werden kann. Zudem spart man sich das Geld für den Kauf von Speicherkarten. Umgekehrt ist es etwas ungewohnt, dass man für Back-ups nicht mehr einfach die Karte in ein Kartenlesegerät einlegt, sondern im Falle der Sigma BF ein USB-C-Kabel dabeihaben muss, um die Bilder und Videos auf einen Rechner zu übertragen. Leider liefert Sigma kein Kabel mit. Entweder hat man eines zu Hause oder muss sich eines kaufen. Wenn man auf Reisen ist und die Kamera im Hotel lassen möchte, kann man die Daten außerdem nicht mehr sichern, indem man die Speicherkarte mitnimmt.

Nur ein Anschluss für alles

Neben dem Stativgewinde unter der Kamera bietet die Sigma BF lediglich einen einzelnen USB-C-Anschluss am Gehäuse – weitere Anschlüsse gibt es nicht. Über diesen Anschluss laufen alle externen Verbindungen: Er dient zum Laden des Akkus, zur Datenübertragung, als Mikrofoneingang und Kopfhörerausgang, als Anschluss für den optionalen Kabel-Fernauslöser CR-51 sowie als Videoausgang von der Kamera auf HDMI. Parallel nutzbar ist das Zubehör jedoch nur über ein separates USB-Hub – zusätzliche Hardware, die weiteren Platz erfordert. Da die Kamera keinen Zubehörschuh besitzt, lässt sich etwa ein Mikrofon auch nicht auf dem Gehäuse montieren. Für den stationären Einsatz etwa beim Streaming ist das praktikabel – unterwegs hingegen eher unpraktisch.

Sigma BF USB-Hub

Mehr Optionen per USB-Hub: Da die Sigma BF nur über einen einzigen USB-C-Anschluss verfügt, ist ein USB-Hub erforderlich, um mehrere Zubehörgeräte parallel anschließen zu können. Bild: CHIP Testlabor

 

Schnell mit Einschränkungen

Die Sigma BF ist mit einem hybriden Autofokussystem ausgestattet, das Phasen- und Kontrasterkennung kombiniert. Die automatische Motiverkennung kann Personen, Hunde und Katzen identifizieren. Für viele Alltagssituationen dürfte das ausreichend sein. Im Vergleich zu den Algorithmen anderer aktueller Kameras, die auch Vögel, Insekten oder Fahrzeuge zuverlässig erkennen, wirkt die Motiverkennung der BF jedoch etwas „überholt“. Im CHIP Testlabor überzeugt der AF mit einer kurzen Auslöseverzögerung von rund 0,3 Sekunden, sowohl bei schwachem als auch bei hellem Licht. Das reicht für spontane Schnappschüsse aus. Die Einschaltzeit von 1,88 Sekunden ist dagegen spürbar lang. Immerhin: Wenn die Kamera per kurzem Druck auf den Ein/Aus-Schalter in den Standby-Modus versetzt wird, lässt sie sich deutlich schneller wieder aktivieren.

Rein elektronischer Verschluss

Bei der BF verzichtet Sigma auf einen mechanischen Verschluss und arbeitet ausschließlich mit einem elektronischen. Der Belichtungsvorgang und der Ausleseprozess erfolgen zeilenweise über den Sensor. Dadurch sind sehr kurze Belichtungszeiten von bis zu 1/25.600 Sekunde möglich. In der Praxis offenbart der elektronische Verschluss jedoch auch bekannte Schwächen. Bei Kunstlicht kam es mehrfach zu sogenannten Banding-Effekten, also hell-dunklen Streifen im Bild. Diese entstehen, wenn das flackernde Licht künstlicher Lichtquellen, wie beispielsweise Leuchtstoffröhren, mit der zeilenweisen Sensorauslesung interferiert. Für Serienaufnahmen bringt die Kamera eine solide Geschwindigkeit mit. Im Testlabor wurden bis zu acht Bilder pro Sekunde erreicht – sowohl bei JPEG- als auch bei RAW-Aufnahmen. Serien sind auf 1.000 JPEGs beziehungsweise 350 RAWs in Folge beschränkt.

Recht schwache Akkulaufzeit

Die Sigma BF bezieht ihre Energie über den länglichen Lithium-Ionen-Akku des Typs BP-81 mit einer Kapazität von 1.860 mAh. Die Akkulaufzeit fällt eher knapp aus. Im CHIP Testlabor waren mit einer Akkuladung maximal rund 230 Aufnahmen oder etwa 46 Minuten Video in hoher 6K-Auflösung möglich. Wir empfehlen daher den Kauf eines zusätzlichen Akkus, der mit rund 140 Euro zu Buche schlägt. Ein Ladegerät oder ein USB-C-Kabel sind nicht im Lieferumfang enthalten. Optional bietet Sigma ein Doppelladegerät BC-81 für zwei BP-81-Akkus für rund 160 Euro an.

Sigma BF im Test Akku

Recht geringe Laufzeit: Der schmale Lithium-Ionen-Akku BP-81 hat eine Kapazität von 1.860 mAh. Im CHIP Labortest reichte das nur für rund 230 Fotos oder 46 Minuten 6K-Video. Wir empfehlen, zusätzlich einen Ersatzakku zu kaufen. Bild: Thomas Probst

Aus dem Testlabor

Die Sigma BF ist mit einem rückseitig belichteten Vollformat-CMOS-Sensor mit einer effektiven Auflösung von 24,1 Megapixeln ausgestattet. Im Labortest wird eine gemessene Auflösung von 1.712 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) bei niedrigster ISO-Einstellung erreicht. Diese steigt bei ISO 400 auf 1.775 Lp/Bh und fällt bis ISO 1.600 nur leicht auf 1.713 Lp/Bh zurück. Selbst bei ISO 12.800 erfasst der Sensor noch 1.652 Lp/Bh. Das ist ein insgesamt sehr gutes Ergebnis auf dem Niveau einer Sony Alpha 9 III. Beim Bildrauschen muss man hingegen Abstriche machen. Sichtbares Rauschen tritt bereits ab ISO 1.600 auf und nimmt mit steigender ISO-Empfindlichkeit deutlich zu. Der VN1-Wert liegt bei ISO 1.600 mit 2,3 über der kritischen Marke von 2 für sichtbares Rauschen am Monitor und steigt bei ISO 6.400 sogar auf 3,9. Dieser Eindruck deckt sich mit unserer visuellen Betrachtung der Labor- und Praxisbilder. Aufnahmen ab ISO 3.200 zeigen deutliches Rauschen. Offenbar verzichtet Sigma auf eine starke Rauschunterdrückung. Die Detailwiedergabe ist bei der Messung sehr gut. Bei der Betrachtung der Bilder scheinen dennoch einige Details durch das unruhige Rauschverhalten verloren zu gehen.

Sigma BF Praxisfoto 04

Aufgenommen mit der Sigma BF und dem Sigma 45 mm f/2,8 DG DN (C) bei 45 mm (KB), ISO 160, f/4,5 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der Sigma BF bei ISO 100. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO min.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der Sigma BF bei ISO 1.600. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 1.600.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der Sigma BF bei ISO 6.400. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 6.400.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der Sigma BF bei ISO 800. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 800.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der Sigma BF bei ISO 3.200. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 3.200.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der Sigma BF bei ISO 25.600. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 25.600.

Unser Fazit: Sigma BF im Test

Eines muss man Sigma lassen: Die Mission „Stilikone“ ist den Entwicklern definitiv gelungen. Die Sigma BF überzeugt als Designobjekt mit klaren Linien und minimalistischer Formsprache. Sie zieht Blicke auf sich und sorgt für Gesprächsstoff. Als Kamera wirkt sie jedoch mit ihrer stark reduzierten Ausstattung und dem deutlich sichtbaren Bildrauschen ab ISO 1.600 technisch nicht ganz zeitgemäß. Mit der Sigma BF entscheidet man sich bewusst für Stil und Einfachheit – nicht für fotografische Vielseitigkeit.

Was uns gefällt …

  • Stylisches Design
  • 230 GB Speicher
  • Kurze Verschlusszeiten
  • Aufgeräumtes Menü

… und was nicht so gut ist

  • Banding-Effekt bei Kunstlicht

  • Schwache Akkulaufzeit

  • Kein IBIS

  • Display bei Sonne nicht gut ablesbar

Technische Daten: Sigma BF

Maximale Auflösung6.016 x 4.012 Pixel
Effektive Pixel24,1 Millionen
Sensor (Typ / Größe)CMOS / 35,9 x 23,9 mm
Bajonett / Crop-FaktorLeica L / 1-fach
Bildstabilisator / Kompensation━ / ━
Sucher (Art)keinen
Bildfeld-Abdeckung / Vergrößerung (auf KB)━ / ━
Display (Größe / Auflösung)3,15 Zoll / 2.100.000 Subpixel
Touchscreen / beweglich● / ━
Verschlusszeiten / Bulb1/25.600–30 s / ●
Kürzeste Blitzsynchronisationk.A. (kein Blitzanschluss)
ISO-Bereich (ohne / mit Erweiterung)100–102.400 / 6–102.400
BildformateJPEG, RAW (DNG), RAW+JPEG
Serienbildgeschwindigkeit
(max. / mit AF-C / mit AF-S)
8 / 8 / 8 Bilder pro Sekunde
Maximale Video-Auflösung / Zeitlupen3.384 (30p) / 1.080 (120 fps)
Video: manuelle Blende / ISO /
Fokuspunkt wählbar / AF-C
● / ● / ● / ●
Video: RAW / flaches Bildprofil /
Bildstabilisierung
━ / L-Log / elektronisch
Blitzschuh / Blitzsynchron-Anschluss━ / ━
WLAN / Bluetooth / GPS━ / ━ / ━
Speichermedium (Schacht 1 / 2)━ / ━ (interner 230 GB-Speicher)
USB / HDMI-Ausgang3.2 / ━ (nur über USB-C)
Mikrofon- / Kopfhörerklinke━ / ━ (nur über USB-C)
Akkutyp / EnergieBP-81 / 6,7 Wh
Gehäuse abgedichtet
Abmessungen (B x H x T)130 x 73 x 37 mm
Gewicht Body446 g