Die Social-Media-Welt 2025 dreht sich stärker denn je um Videos – aber nicht um jeden Preis: Nur wer authentische, hilfreiche Inhalte teilt, wird auch gesehen. Das belegt die neue Metricool-Studie und unterstreicht den Trend zu echter, relevanter Kommunikation. Währenddessen sorgt ein mutiges Kamerastart-up namens Esquisse für Gesprächsstoff: Eine Micro-Four-Thirds-Kamera mit Seele, Aluminiumgehäuse und großer Vision. Und zum Lächeln gibt es auch einen Anlass – oder besser gesagt: eine ganze Ausstellung. Das Museum Ludwig in Köln zeigt die Kulturgeschichte des Porträtlächelns und fragt, wie sich unser “Fotografiergesicht” über die Jahrzehnte verändert hat. Die wichtigsten Branchentrends der Woche – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.
Imaging Business News KW40/25
Social-Media-Trend 2025: Videos mit authentischem Inhalt
Die neueste Studie von Metricool zeigt: Video bleibt das bevorzugte Format, und immer mehr Plattformen setzen darauf: Nach TikTok, Instagram, Facebook und YouTube ist nun auch LinkedIn Ende letzten Jahres dazugekommen, ebenso wie X, das eine direkte Video-Option in seine App integriert hat.
Video treibt aktuell Reichweite und Interaktionen und wird sowohl von Marken als auch von Content Creators genutzt, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppen zu gewinnen. Die Länge der Videos spiel dabei, so die Studie, eine untergeordnete Rolle. Ergänzend dazu sind andere Formate wie etwa die Karussells auf Instagram ein probates Mittel, um die Präsenz in sozialen Netzwerken zu stärken.
Auch der Algorithmus der sozialen Netzwerke spielt 2025 eine große Rolle. In der Studie wird klar, dass kleinere Accounts auf bestimmten Plattformen ihren Platz finden, weil der Algorithmus die Qualität des Inhalts fördert und weniger denjenigen, der ihn teilt – wie zum Beispiel auf Instagram, YouTube und TikTok.
Esquisse Kamera: Neuer Micro-Four-Thirds-Anbieter?
Es ist (mal wieder) so weit: Ein Fotograf plus Team möchte gerne eine neue Kamera bauen, die dem Vernehmen nach im nächsten Jahr für etwa 2.000 Dollar auf den Markt kommen soll. Der langjährige Fotograf Côme Courteault ist Mitgründer des Unternehmens Esquisse Camera, das sich diesem ehrgeizigen Projekt verschrieben hat. Die Micro-Four-Thirds-Kamera wird über einen (Sony-)Sensor mit mindestens 20 Megapixeln verfügen, einen nativen ISO-Bereich von 200 bis 25600 bieten und ein Mehrpunkt-Autofokussystem verwenden. Die Esquisse wird ein vollständig aus einem einzigen Aluminiumblock gefrästes Metallgehäuse haben (kennen wir von Sigma), das mit fein strukturiertem Leder ummantelt wird, inspiriert von klassischen Filmkameras. „Unser Ziel ist es, das zeitlose Aufnahmegefühl einer Leica M, die Taschen-Freundlichkeit einer Ricoh GR und die moderne Leistung heutiger Kameras zu vereinen”, so Courteault. Über die Entwicklung einer brandneuen Micro-Four-Thirds-Kamera hinaus hofft das kleine Start-up-Team von Esquisse, mit seinem neuen Kameraprojekt eine starke Fotografie-Community aufzubauen.
Ohne die enormen Mitarbeiter- und F&E-Budgets, die hinter neuen Kameramodellen der großen Hersteller stehen, hat die Esquisse-Kamera einen steilen und steinigen Weg vor sich. Das Team konzentriert sich jedoch auf eine Kamera, die einfach zu bedienen, schön und leistungsfähig ist. Und: Auch ein Victor Hasselblad hat mal so ähnlich angefangen.
Smile! Wie das Lächeln in die Fotografie kam
Das verspricht eine der interessantesten Fotoausstellungen des Jahres zu werden und deshalb reden wir darüber. Smizing, Squinching, Duckface, Fish Gape, Cheese oder Prunes: Schönheitsideale und Soziale Medien lösen immer schnelllebigere Trends für Porträtfotos aus. Die Präsentation in den Fotoräumen des Museum Ludwig untersucht, wie sich unsere „Fotografiergesichter“ im Laufe der Zeit verändert haben. Sie bringt anonyme Porträtfotografien und künstlerisch gestaltete Porträts aus dem 19. bis 21. Jahrhundert zusammen zu einer Geschichte des Lächelns.
Ob wir lächeln, wenn wir wissen, dass wir fotografiert werden, oder nicht, ob wir dabei Zähne zeigen oder nicht, das hängt von gesellschaftlichen Konventionen und der Entwicklung der Fototechnik ab. Dass die Menschen, die im 19. Jahrhundert ins Fotoatelier gingen, um sich fotografieren zu lassen, selten lächeln, entsprach den Wünschen und Konventionen, wie man sich auf einem Porträt zeigen wollte.
Eine 2015 erschienene Untersuchung von Schülerporträts aus US-amerikanischen Jahrbüchern konnte belegen, dass das Lächeln seit Anfang des 20. Jahrhunderts kontinuierlich zugenommen hat, wobei Frauen messbar mehr lächeln als Männer. Weltweit lässt sich eine zunehmende Expressivität in der Mimik beobachten. Der Blick in die Modefotografie allerdings zeigt, dass Status und Coolness auch dadurch ausgedrückt werden, wie wenig gelächelt wird. Schon 1927 schrieb der Soziologe Siegfried Kracauer davon, dass sich die Welt – und damit auch der Mensch darin – ein „Photographiergesicht“ zugelegt habe. Die Präsentation im Museum Ludwig will zeigen, dass sich daran bis heute nichts verändert hat. Das Lächeln hat eine Geschichte. Und wir sollten es uns erhalten.
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