Wie Nikon angekündigt hat, wird es die Nikon Zf ab Ende September 2025 in einer neuen Silberedition geben. Das ist ein guter Anlass, um die spiegellose Vollformatkamera, deren Design an die ikonische Nikon FM2 angelehnt ist, im Test noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Nikon Zf
- Sensor: 24,4 MP Vollformat, CMOS
- ISO-Bereich: 50 – 204.800
- Kürzeste Verschlusszeit: 1/8.000 s
- Bildstabilisierung: ja
- Video: 4K/60p
- Display: 3,2 Zoll, 2.100.000 Bildpunkte
- Sucher: ja, elektronisch
- Speichermedien: 1x SDHC/SDXC (UHS-II), 1x microSD
- Gewicht: 710 g
- Preis: ca. 1.800 Euro
- www.nikon.de
Retro ist nach wie vor im Trend. Mit der Nikon Zf hat der Hersteller Ende 2013 zusätzlich zur Nikon Zfc mit APS-C-Sensor auch ein Vollformatmodell für Nostalgiker und Retro-Fans auf den Markt. Als Designvorlage dient Nikon die Spiegelreflexkamera Nikon FM2, an welcher auch die Position der Einstellräder sowie der gesamte Gehäuselook angelehnt ist. Das sieht nicht nur schick aus, sondern fasst sich – durch die zahlreichen Messingelemente und das Gehäuse aus Magnesiumlegierung – hochwertig an. Im Vergleich zur Vorlage aus der Analogzeit hat die Nikon Z f zudem einen leicht herausgewölbten Handgriff, der sich mit kleinen Händen gut greifen lässt – bei größeren Händen aber durchaus problematischer sein könnte. Wem das zu wenig Grip ist, kann von Smallrig einen Handgriff (ca. 45 Euro) bestellen, der den Zugang zu Akku und Speicherkarten erlaubt.
Retroschick trifft auf Moderne
Innen orientiert sich die Kamera dagegen ganz an aktuellen spiegellosen Modellen des Herstellers. So nutzt die Nikon Zf den Expeed-7 Prozessor, den wir aus der Z8 und Z9 kennen. Auch die vielseitigen Motiverkennungs-Features der Z8 sind mit an Bord. Seit der Firmware-Version C 2.00 werden auch “Vögel” als Erkennungsziel im Menü der Kamera aufgeführt.
Beim Sensor setzt Nikon nach dem technischen Datenblatt wohl auf den gleichen Sensor, den wir aus der Nikon Z6II kennen: Der CMOS-Sensor mit 25,28 Millionen Pixel (24,5 Millionen effektive Auflösung) im Kleinbildformat. Dieser bringt ein insgesamt gutes Rauschverhalten mit sich, das auch bei höheren ISO-Werten wie ISO 12.800 noch gute Ergebnisse erzielt.
Die kleinere Sensorauflösung ist sicher für all jene ein Argument, denen die 45,4 Megapixel der Flaggschiffmodelle zu groß und sperrig im Bearbeitungsworkflow sind.
Videos sind eher nebensächlich
Auf die modernen Film-Features wird im Retromodell nicht verzichtet. Hier bietet die Nikon Zf 10-Bit-H.265-Videoaufzeichnung direkt in der Kamera sowie die Möglichkeit, bis zu 125 Minuten Video in 4K UHD ohne Unterbrechung aufzuzeichnen. Der interne Bildstabilisator verhilft zu ruhigen Videos aus der Hand; die wählbaren Codecs H.265/HEVC, SDR, HLG oder N-Log sowie das dreh- und schwenkbare Display dürften Filmer ebenso ansprechen. Übrigens war die Nikon Zf die erste Vollformatkamera aus der Z-Serie mit einem dreh- und schwenkbaren Display. Dieses ist natürlich nicht nur beim Filmen praktisch, sondern hilft auch bei schwierigen Aufnahmewinkeln in der Fotografie. Ob man dieses nun braucht oder nicht, ist sicher eine Geschmackssache, da ein solches immer etwas dicker und klobiger ist als fixe oder klappbare Displays. An der Nikon Zf ist dieses eine unerwartet moderne Entscheidung, wenn man die sonst eher klassischen Bedienelemente in Anlehnung an die FM2 bedenkt. An einigen Punkten lässt sich erkennen, dass Video bei der Nikon Zf aber eher nebensächlich ist bzw. der Fokus mehr auf der Fotografie liegt. So kommt es zum Beispiel zu einem leichten Cropfaktor, wenn mit 4K/60p gefilmt wird. Auch RAW-Videos gehören nicht zum Funktionsumfang. Dafür hat Nikon seit der Firmware-Version C 1.10 Zeitlupenvideos hinzugefügt. Hier filmt die Nikon Zf in Full HD mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde.
Serienbildgeschwindigkeit und Designentscheidungen
Richtig flott ist die Nikon Zf in der Serienbildgeschwindigkeit: Hier schafft die Nikon Zf 30 Bilder pro Sekunde – nur eben nicht im RAW-Format, sondern bei den Einstellungen „JPG Groß/Normal“. Im RAW-Format kommt das CHIP Testlabor auf eine Serienbildgeschwindigkeit von 14 Bildern pro Sekunde.
Dem Retrodesign, das ganz sicher die meisten Fotografen zum Kauf dieser Kamera bewegen wird, werden aber einige Features und Funktionalitäten geopfert. So gibt es keinen praktischen Fokus-Joystick am Gehäuse. Das Drehrad für die Belichtungszeit lässt sich durch die Position direkt neben dem Sucher schwer erreichen, wenn man durch eben diesen blickt. Und am Speicherkarten-Slot kommt man durch die Position unten am Gehäuse leider nicht heran, sitzt die Kamera auf einem Stativ.
Gar nicht so retro, sondern richtig modern ist dafür das kleine Top-Display auf der Kamera, welches die aktuell eingestellte Blende anzeigt. Neu im Vergleich zum APS-C-Retromodell Nikon Zfc ist zudem eine dritte Position auf dem Moduswahlrad, die neben Foto und Film auch eine Schwarz-Weiß-Position (B&W auf der Kamera) bietet. Das massive Design der Zf bringt insgesamt etwas Gewicht mit sich, womit die Kamera mit 710 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte ein paar Gramm mehr wiegt als eine Z6II und die Z6III. Dafür gibt es die Nikon Zf für Individualisten neben Schwarz in sechs weiteren Farben plus eine neue Silberedition, die ab Ende September 2025 erhältlich sein wird.
Neues und neue Ansätze
Wo wir gerade bei der Speicherkartenlösung sind: Beim Speicherkartenfach setzt Nikon bei der Zf auf eine heutzutage ungewöhnliche Kombination. Hier ist im doppelten Speicherkartenfach Platz für eine klassische SD-Karte und eine MicroSD-Speicherkarte verbaut statt der bei Nikon bekannten Kombination von CFexpress-Typ-B- und SD-Speicherkarte. Das Speicherkartenfach befindet sich neben dem Akku in der gleichen Klappe an der Unterseite der Kamera.
Die Nikon Zf war die erste Nikon Z-DSLM mit einem High-Res- bzw. Pixel-Shift-Modus, den wir bereits von anderen Herstellern kennen. Damit kann die Nikon Zf hochauflösende Bilder mit bis zu 96 Megapixeln erstellen. Hier nimmt die Kamera bis zu 32 Bilder nacheinander auf, die dann zu dem hochauflösenden Bild zusammengesetzt werden. Auch bei Nikon gilt hier: vor allem für ruhige Szenen bzw. Stilllife-Motive sinnvoll.
Ebenso neu war damals auch die Pre-Release-Capture-Funktion, mit welcher Aufnahmen bis zu einer Sekunde vor dem vollständigen Drücken des Auslösers zwischengespeichert werden.
Aus dem Testlabor
Bildrauschen
Im CHIP Testlabor zeigt sich beim Thema Bildrauschen, dass Nikon aufkommendes Rauschen bei steigenden ISO-Empfindlichkeiten sehr effektiv per Rauschfilter direkt in der Kamera reduziert. So liegen die Werte für sichtbares Rauschen am PC-Monitor bis einschließlich ISO 12.800 unter der kritischen Grenze. Man muss sich also keine Sorgen um Bildrauschen machen.

Aufgenommen mit der Nikon Zf und dem Nikkor Z 24–70 mm f/4 S bei 70 mm (KB), ISO 1.000, f/4,5 und 1/500 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler
Schärfe & Details
Im Hinblick auf die Kantenschärfe erreicht die Nikon Zf im Testlabor eine sehr gute, gemessene Auflösung von maximal 2.015 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) bei niedrigster ISO-Einstellung. Damit liegt sie leicht vor der Nikon Z6II mit vergleichbarem Sensor. Die Nikon Zf hält das leicht bessere Auflösungsniveau gegenüber der Nikon Z6II bis einschließlich ISO 6.400, bei ISO 12.800 geht die Auflösung allerdings sprunghaft nach unten. Auch bei der Detailtreue ist ab ISO 12.800 ein merklicher Einbruch erkennbar. Davon abgesehen liefert die Nikon Zf auch heute noch eine insgesamt sehr gute Bildqualität.
Flotter Autofokus
Durch den schnellen Prozessor hat die Nikon Zf in puncto Autofokus der Nikon Z6II mit gleicher Sensorgröße und -auflösung etwas voraus. Neben der Motivverfolgung kommen hier zudem noch ein paar neue Einstellungen in den Modi C1 und C2 dazu, bei denen der Messbereich bei den Messfeldern angepasst und individualisiert werden kann. In der Praxis empfanden wir den Autofokus schnell und treffsicher, was beim Porträtshooting wirklich viel Spaß machte. Die Messungen aus dem CHIP Testlabor haben unser Gefühl bestätigt. Selbst bei wenig Licht liegt die Auslöseverzögerung lediglich bei kurzen 0,29 Sekunden.

Aufgenommen mit der Nikon Zf und dem Nikkor Z 24–70 mm f/4 S bei 70 mm (KB), ISO 100, f/4,0 und 1/250 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler
Wer die Nikon Zfc schon stylisch fand, aber auf ein Vollformat-Modell gewartet hat, der findet in der Nikon Zf eine tolle Kamera. Mit den Einstellrädern und dem stylischen Look ist sie nicht nur optisch eine Wucht, sondern bietet im Vergleich zur kleineren Schwester auch einige Features mehr. Neben dem Vollformatsensor gibt es hier auch die modernen Motivverfolgungsfeatures der Flaggschiffmodelle. Ein paar Abstriche für die Retro-Optik müssen zwar im Funktionalitätsumfang gemacht werden – aber wer den modernen, ergonomischen Ansatz bevorzugt, greift ohnehin zur Z6II oder der Nachfolgerin Z6III. Zudem dürfte die Nikon Zf auch Fotografen anderer Systeme ansprechen, die sich über eine Retro-Vollformatkamera freuen würden. Der Preis für die Nikon Zf in den bisherigen Farben ist seit ihrer Einführung Ende 2023 von rund 2.500 Euro auf jetzt noch etwa 1.800 Euro gefallen. Die neue Silberedition startet wieder bei rund 2.500 Euro.
Unser Fazit: Nikon Zf im Test
Die Nikon Zf lockt mit ihrem schicken Retrodesign. Sie ist in zahlreichen bunten Farben sowie ab Ende September 2025 auch in Silber erhältlich. Wer sich für das Nostalgie-Modell entscheidet, erhält eine solide Kamera, die nicht nur robust gebaut ist, sondern auch über die modernen Features der Flaggschiff-Modelle verfügt. Dafür muss man jedoch einige Abstriche bei der Ergonomie und dem Handling hinnehmen.
Was uns gefällt …
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Schick
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Mit moderner Objekterkennung ausgestattet
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Schneller Autofokus
- Robust
… und was nicht so gut ist
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Nur ein Standard-SD-Kartenschacht
-
Kamera ist etwas schwer zu greifen
Technische Daten: Nikon Zf
| Maximale Auflösung | 6.048 x 4.032 Pixel |
| Effektive Pixel | 24,4 Millionen |
| Sensor (Typ / Größe) | CMOS / 35,9 x 23,9 mm |
| Bajonett / Crop-Faktor | Nikon Z / 1-fach |
| Bildstabilisator / Kompensation | ● / 8,0 EV |
| Sucher (Art) | elektronisch |
| Bildfeld-Abdeckung / Vergrößerung (auf KB) | 100 Prozent / 0,8-fach |
| Display (Größe / Auflösung) | 3,2 Zoll / 2.100.000 Subpixel |
| Touchscreen / beweglich | ● / ● |
| Verschlusszeiten / Bulb | 1/8.000–900 s / ● |
| Kürzeste Blitzsynchronisation | 1/200 s |
| ISO-Bereich (ohne / mit Erweiterung) | 100–64.000 / 50–204.800 |
| Bildformate | JPEG, RAW, RAW+JPEG, HEIF |
| Serienbildgeschwindigkeit (max. / mit AF-C / mit AF-S) | 30 / 14 / 14 Bilder pro Sekunde |
| Maximale Video-Auflösung / Zeitlupen | 2.160 (60p) / 1.080 (120 fps) |
| Video: manuelle Blende / ISO / Fokuspunkt wählbar / AF-C | ● / ● / ● / ● |
| Video: RAW / flaches Bildprofil / Bildstabilisierung | ━ / HLG / am Sensor |
| Blitzschuh / Blitzsynchron-Anschluss | ● / ━ |
| WLAN / Bluetooth / GPS | ● (b/g/n/ac) / ● / ━ |
| Speichermedium (Schacht 1 / 2) | SDXC (UHS II) / microSDXC |
| USB / HDMI-Ausgang | 3.0 / micro-HDMI |
| Mikrofon- / Kopfhörerklinke | ● / ● |
| Akkutyp / Energie | EN-EL15c / 16,0 Wh |
| Gehäuse abgedichtet | ● |
| Abmessungen (B x H x T) | 144 x 103 x 49 mm |
| Gewicht Body | 710 g |










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