Sie suchen nach einem lichtstarken, scharfen 50 mm mit einem treffsicheren Autofokus? Dann sollten Sie sich das Sigma 50 mm f/1,2 DG DN Art für den L-Mount einmal genauer ansehen. Im Test zeigen wir Ihnen, wie sich die lichtstarke Festbrennweite im Labor und in der Praxis schlägt.

Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A)

  • Anschluss: L-Mount
  • Optischer Aufbau: 17 Elemente in 12 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen: 13
  • Autofokus: ja
  • Bildstabilisator: nein
  • Gewicht: 745 g
  • Preis: ca. 1.500 Euro
  • www.sigma-foto.de

Mit dem Sigma 50 mm f/1,2 DG DN Art für L-Mount-Kameras kam eine besonders lichtstarke 50-mm-Festbrennweite auf dem Markt. Ein 50 mm gilt als besonders flexible Festbrennweite, mit einem authentischen Blickwinkel, der etwa dem menschlichen Auge entspricht. Durch den natürlichen Blick eignet es sich für nahezu jedes Fotogenre – von Porträt über die Reisefotografie bis hin zu Landschaften oder Architektur.

50-mm-Festbrennweiten gibt es in nahezu jedem Preisspektrum. Das Sigma 50 mm f/1,2 DG DN Art setzt auf eine hochwertige Objektivkonstruktion mit 17 Elementen in zwölf Gruppen (darunter vier asphärische Elemente) und 13 Blendenlamellen für höchste Ansprüche. Das macht das Objektiv mit 745 Gramm zwar nicht zu einem Leichtgewicht, aber für die Lichtstärke und optische Konstruktion ist es leicht. Kein Wunder, dass es sich damit mit knapp 1.500 Euro (UVP) im gehobenen Preissegment ansiedelt.

In der Praxis zeigt sich das Sigma 50 mm f/1,2 DG DN Art flexibel und lädt durch die hohe Lichtstärke zum Spiel mit der Schärfe ein. Dabei fällt uns direkt das schöne, runde Bokeh auf, das sowohl bei Porträts von Menschen als auch im Garten kunstvoll wirkt.

 
Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) Produktbild

Die Blende lässt sich an Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) über einnen Blendenring direkt am Objektiv einstellen. Bild: Sigma

 

Perfekte Schärfe zweifach abgeblendet

Im CHIP Testlabor liegt die Schärfe des Objektivs an der Messkamera Panasonic Lumix DC-S1R bereits bei Offenblende im oberen Bereich, zeigt sich aber zweifach abgeblendet mit 2.722 Linienpaaren pro Bildhöhe von seiner besten Seite. Zweifach abgeblendet verschwindet zudem auch die sichtbare Vignette, und die Schärfe in den Bildecken steigt. Vielleicht wäre hier eine leicht geringere Offenblende von beispielsweise f/1,4 oder f/1,6 hilfreich gewesen, um die leichten Defizite bei Offenblende zu verringern. Doch nicht missverstehen: Das Sigma 50 mm f/1,2 DG DN Art liefert durchweg eine sehr gute Leistung ab.

Wenn wir schon bei den Blumenporträts waren: Mit einer Naheinstellgrenze von 40 Zentimetern und einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:6,2 eignet sich das 50 mm für Detailaufnahmen, nicht aber für Makroaufnahmen. Dafür überzeugen uns die feinen Details und scharfen Kanten auf unseren Testbildern durchweg.

Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) Praxisfoto 02

Aufgenommen mit dem Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) an einer Leica SL2 bei 50 mm (KB), ISO 50, f/2,5 und 1/800 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler

Präziser Autofokus

Erwähnenswert ist der sehr treffsichere Autofokus, der 100 Prozent der maximalen Auflösung einfängt und einen sagenhaften Mittelwert von 99 Prozent in der Genauigkeit hat. Mit 0,4 Sekunden bei der Autofokus-Geschwindigkeit könnte er gern noch ein klein wenig schneller sein. Aber Sie sehen: Das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Denn im Grunde gibt es an diesem 50 mm wenig auszusetzen: Es gibt kaum Verzeichnung und chromatische Aberration, dafür eine fantastische Auflösung und einen präzisen Autofokus.

 

Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) für L-Mount im Test Praxisfoto 01

Aufgenommen mit dem Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) an einer Leica SL2 bei 50 mm (KB), ISO 50, f/3,2 und 1/640 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler

Aus dem Testlabor

Vignettierung des Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) für L-Mount im Test

Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.

Vignettierung bei Offenblende

Vignettierung des Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) an einer Panasonic Lumix S1R bei Offenblende. Bild: CHIP Testlabor

Vignettierung, 2-fach abgeblendet:

Vignettierung: 2-fach abgeblendet

Unser Fazit: Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) für L-Mount im Test

Mit seinem 50 mm f/1,2 bietet Sigma eine scharfe wie hochwertige Festbrennweite – die mit seinem Preis für Leica-Fotografen zudem eine richtig gute und weniger preisintensive Alternative zu den Herstelleroptiken bietet.

Was uns gefällt …

  • Schönes Bokeh

  • Hohe Lichtstärke

  • Abbildungsleistung

… und was nicht so gut ist

  • Gewicht

  • Autofokus könnte einen Tick schneller sein

Technische Daten: Sigma 50 mm f/1,2 DG DN (A) für L-Mount

Konstruiert für Sensorgröße / BajonettKleinbild / Leica L
Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild)75 mm
Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite)1.2
Kleinste Blende16
Konstruktion: Linsen / Gruppen17 / 12
Blendenlamellen (Anzahl)13
Naheinstellgrenze0,4 m
Filtergröße72 mm
Abmessungen / Gewicht81 x 109 mm / 745 g
AF-Motor / AF/MF-Schalter● / ●
Bildstabilisator /
mit mehr als einem Modus
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Innenfokus / Innenzoom● / ━
Funktionstaste (Fn)
Steuerrungs-/Blendenring /
De-Click-Schalter
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Fokusbereichsbegrenzer
Gummidichtung am Bajonett
Streulichtblende /
Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert
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