Was bewegt die Imaging-Branche? In dieser Woche geht der Blick nach Berlin: Mit JD.com-CEO Jack Shuai Li kündigt sich zur IFA ein Top-Speaker an, der dem europäischen Handel einiges mitzuteilen hat. Währenddessen warnt eine US-Studie eindringlich vor der wachsenden Zahl tödlicher Selfie-Unfälle – ein tragischer Beleg dafür, wie gefährlich die Jagd nach Likes sein kann. Und Google stellt mit dem neuen „Camera Coach“ ein KI-Feature vor, das beim Fotografieren aktiv Tipps gibt – eine Hilfe für die einen, ein kreatives Ärgernis für die anderen. Die wichtigsten Branchentrends der Woche – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.
Imaging Business News KW35/25
IFA: Top-Speaker zur Zukunft des Handels
Jack Shuai Li, CEO JD Worldwide & SVP JD Group, wird auf der IFA Berlin am 5. September um 15.45 Uhr im Rahmen einer Keynote seine Vision zur künftigen Entwicklung und Positionierung des internationalen Handels teilen JD.com ist einer der weltweit führenden Home & Consumer Tech E-Commerce-Anbieter und stationärer Händler, mit Sitz in Peking. Das Unternehmen setzt mit seinem IFA-Auftritt ein deutliches Zeichen für seine starken Ambitionen im europäischen Markt. Wie zum Beispiel die aktuelle Übernahme der MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy. Die Ausführungen von Jack Shuai Li werden sicherlich spannend.
Mehr Informationen: www.ifa-berlin.de
Gefährliche Selfies
Sterben für das perfekte Bild? Eine US-Studie zeigt, dass das Streben nach dem perfekten Selfie gar nicht so selten tödlich endet. Weil: Der Fokus aufs Posen macht unvorsichtig und man verliert leicht seine Umgebung aus dem Blick. Neulich verlor beispielsweise eine Turnerin am Schloss Neuschwanstein ihr Leben für ein Selfie. Die Studie der Barber Law Firm untersuchte Vorfälle von März 2014 bis Mai 2025, bei denen das Selfiemachen direkt zu Verletzungen oder Todesfällen führte. Demnach ist vor allem ein Land eine besondere Selfie-Todes-Hochburg: Mit 42,1 Prozent aller weltweit berichteten Vorfälle führt Indien die Liste an. Es kam zu 214 Todesfällen und 57 Verletzungen, die auf die dichte Bevölkerung und leicht zugängliche gefährliche Orte zurückzuführen sind. Die USA folgen mit 45 betroffenen Personen (37 Tote, 8 Verletzte) auf Platz zwei. Auch Russland ist mit 19 Vorfällen (18 Tote, 1 Verletzter) eine der gefährlichsten Regionen.
„Unsere Untersuchungen zeigen einen beunruhigenden Trend, bei dem das Streben nach Anerkennung in den sozialen Medien buchstäblich Menschenleben kostet. Das perfekte Foto ist diese Gefahr einfach nicht wert“, erklärte Kris Barber, Gründer und Hauptanwalt der Anwaltskanzlei „The Barber Law Firm“, in einer Stellungnahme.
Mehr hierzu (Englisch): https://nypost.com/2025/08/25/lifestyle/these-are-the-deadliest-places-in-the-world-to-take-a-selfie/
Bessere Fotos mit Googles Camera Coach
Wie bereits kurz nach Apples WWDC angekündigt, hat Google nun Camera Coach für seine Smartphones vorgestellt. Mithilfe von KI-gestützter Kontext-Wahrnehmung „liest“ Camera Coach eine Szene und gibt intelligente Vorschläge für bessere Fotos.
Wenn man beispielsweise die Kamera seines Smartphones auf eine Schüssel Pasta richtet, könnte einem die App einen Hinweis geben, einen niedrigeren Aufnahmewinkel zu wählen. Oder wenn man Berge fotografieren möchte, könnte sie vorschlagen, ein Weitwinkelobjektiv zu verwenden, um die Weite der gesamten Landschaft einzufangen. Mit der aktuellen fortschrittlichen KI kann Camera Coach die Beratung während des Fotografierens auf ein ganz neues Niveau heben. Sagen die einen. Den anderen graust es bei dem Gedanken an so viel Bevormundung bei kreativen Prozessen.
Mehr hierzu (Englisch): https://store.google.com/intl/en/ideas/articles/camera-coach/
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