Wie sieht die Zukunft der Fotografie aus? Antworten liefert das inspirierende Festival Wiesbadener Fototage, das unter dem Motto „Zukunft? Welche Zukunft?!“ künstlerische Vielfalt, digitale Vermittlungsansätze und kuratorisches Herzblut überzeugend vereint. Parallel blickt die Branche auch auf wirtschaftliche Themen: Eine Bitkom-Studie zeigt, dass Influencer-Marketing für viele Händler längst mehr ist als nur ein Trend – aber eben nicht für alle. Und ein Blick zur Automobilbranche weckt Bedenken: VW experimentiert mit bezahlten Leistungsfreischaltungen. Könnte ein solches Abo-Modell auch auf Kameras überschwappen? Die wichtigsten Branchentrends der Woche – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.
Imaging Business News KW34/25
Wie Fotografie ihre Zukunft sieht
Jürgen Strasser erklärt das Konzept der Wiesbadener Fototage
Wir geben zu, das Festival „Wiesbadener Fototage“ lief auch bei uns bisher eher unter dem Radarschirm. Doch wir haben uns die Eröffnung letzten Donnerstag mal aus der Nähe angeschaut – und sind begeistert. Unter dem Thema “Zukunft? Welche Zukunft?!” hat Kurator Jürgen Strasser ein intelligentes, vielfältiges und anregendes Potpourri an Künstlern in diversen Ausstellungsstätten Wiesbadens versammelt. Bemerkenswert sind an den Wiesbadener Fototagen ebenfalls: Eine innovative digitale Kommunikationsstruktur per QR-Code gibt zu jedem der ausgestellten Fotografen interessante Insights – und die Leidenschaft, mit der Strasser und sein Team das alles mit eher wenigen finanziellen Mitteln auf die Beine gestellt haben, überzeugt auf ganzer Linie. Schade, nur dass Jürgen Strasser selbst nich nicht weiß, ob er in Zukunft dieses starke Festival noch verantworten möchte – wir wünschen es uns. Die Wiesbadener Fototage laufen noch bis 7. September – wer kann, sollte jeden Fall einen Besuch einplanen.
Deutsche Händler und Influencer-Marketing
Die Bitkom hat gefragt und viele haben geantwortet: Nicht wenige deutsche Händler mit ganz unterschiedlichen Budgets setzen auf Influencer-Marketing. Doch für einige ist die Zusammenarbeit mit Content Creatoren nur ein flüchtiger Hype.
Für die Zusammenarbeit mit externen Influencern und Content Creatoren geben deutsche Handelsunternehmer durchschnittlich 66.680 Euro aus, so der Verband Bitkom. Neun von zehn Händler mit Influencer-Erfahrung ist zufrieden mit dem Resultat. Doch was ist mit den etwa 50 Prozent der befragten Handelsunternehmen, die noch nie mit Influencern gearbeitet haben? 49 Prozent von ihnen halten Influencer-Marketing für einen flüchtigen Hype und für überschätzt. Bei den Befragten mit Influencer-Erfahrung äußerten sich immerhin 17 Prozent in dieser Richtung. Wir meinen: Influencer-Marketing kann ein interessanter Baustein in der Kundenkommunikation des Handels sein – aber nicht das alleinige Allheilmittel.
https://t3n.de/news/haendler-70-000-euro-influencer-marketing-1702848
Die Kamera für ein paar Euro mehr aufpimpen?
Die Irrungen und Winkelzüge der Automobilbranche im Allgemeinen und des VW-Konzerns im Besonderen treiben weiterhin fleißig Blüten – und werden hoffentlich nicht zum Vorbild für andere Produkte wie Kameras. Worum es geht? Kunden sollen, nachdem sie die Ware gekauft haben, zusätzlich zahlen – nämlich für vorher versteckte und dann gegen Geld freigeschaltete „Mehrleistung“. Konkret: VW sorgt in UK mit einem neuen Geschäftsmodell für Diskussionen: Käufer des E-Autos ID.3 Pro können die volle Motorleistung (230 PS) ihrer Fahrzeuge nur dann abrufen, wenn sie extra zahlen. Sonst bleibt es bei bescheidenen 204 PS. Das Pimpen der Leistung kostet etwa 20 Euro pro Monat.
Das könnte auch den ein oder anderen Kamerahersteller auf seltsame Ideen bringen: ISO, Verschlusszeiten, Auflösung, spezielle Filter oder sogar Lichtstärke des Objektivs, da kann man viel limitieren und erst gegen Gebühr freischalten bzw. hochschalten. Ob Kunden so etwas mitmachen? Die ersten Erfahrungen aus der Autobranche werden wertvolle Hinweise geben.
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