Ein traditionsreicher Name sorgt für Schlagzeilen: Eastman Kodak gerät erneut ins Zentrum von Spekulationen über seine Zukunftsfähigkeit. Während das Unternehmen selbst beschwichtigt, bleiben Fragen offen – insbesondere in einem Markt, der sich immer schneller verändert. Auch im Einzelhandel wird es ungemütlich: Eine aktuelle Studie zeigt, wie stark sogenannte „Beratungsklau“-Fälle zunehmen – mit direkten Folgen für Fachhändler in der Imaging-Branche. Und schließlich liefert der neue YouGov-Report spannende Erkenntnisse zur Mediennutzung in Deutschland: Wer nutzt Social Media, Podcasts oder klassisches Fernsehen – und was bedeutet das für die Zielgruppenansprache in der Imaging-Welt? Die wichtigsten Branchentrends der Woche – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.
Imaging Business News KW33/25
Kodak – wieder mal – am Ende?
Eastman Kodak Co. war letzte Woche wieder in den Schlagzeilen, als große Finanznachrichtenagenturen und verzweifelte Tech-Blogger sich auf einige Sätze im Gewinnbericht des Unternehmens stürzten, in denen es hieß, dass das Unternehmen nicht über „gebundene Finanzmittel oder verfügbare Liquidität” verfüge, um seine bevorstehenden Schulden in Höhe von rund 500 Millionen Dollar zu begleichen. „Diese Umstände lassen erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens aufkommen”, erklärte Kodak in der Meldung. Die Reaktion der Wirtschaftspresse war schnell und wertend. Die übertriebenen Schlagzeilen legten sich mit der Zusicherung, dass das Unternehmen seine Pensionskasse refinanzieren werde.
Die wichtigsten Punkte diesbezüglich hat unser Kollege Gray Pageau so zusammengefasst: Kodak hat keine Pläne, den Betrieb einzustellen, das Unternehmen aufzugeben oder Insolvenz anzumelden. Im Gegenteil, Kodak ist zuversichtlich, dass es seine Schulden und Vorzugsaktien zum oder vor dem Fälligkeitstermin zurückzahlen, verlängern oder refinanzieren wird. Wenn die geplanten Transaktionen abgeschlossen sind, was voraussichtlich Anfang nächsten Jahres der Fall sein wird, wird Kodak über eine stärkere Bilanz verfügen als seit Jahren und praktisch schuldenfrei sein. Die „Going Concern Disclosure” ist ein technischer Bericht, der gemäß den Rechnungslegungsvorschriften erforderlich ist. Wir meinen: Also ist alles halb so wild? So ganz trauen wir den positiven Signalen nicht, lassen uns aber gerne überraschen.
Weitere Informationen (Englisch): https://thedeadpixelssociety.com/eastman-kodak-announces-level-sales-admits-to-concerns-over-long-term-viability/
Problemfall Beratungs-Klau
Etwa jeder dritte Verbraucher in Deutschland hat sich schon einmal im Einzelhandelsgeschäft beraten lassen und das gewünschte Produkt – nach einem Preisvergleich – anschließend online gekauft. Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Im Handel wird dieses Verhalten auch „Beratungsklau“ genannt. Auch bei erklärungsbedürftigen Produkten wie hochwertigen Kameras dürfte diese Erschleichung von Beratungsleistung ohne Umsatz beim Händler einen hohen Anteil einnehmen – es sei denn der jeweilige Händler ist auch Online-Preisführer für dieses Produkt.
Zurück zur Umfrage: Fast die Hälfte der Befragten lehnt ein solches Verhalten voll und ganz (21 Prozent) oder eher (25 Prozent) ab. Hingegen befürworten 9 Prozent es eher, sich im stationären Handel beraten zu lassen und das entsprechende Produkt dann online zu kaufen. Voll und ganz befürworten dies 5 Prozent der Befragten. Unschlüssig (Antwort: „teils / teils“) waren 34 Prozent.
Weitere Informationen: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/onlineshopping-jeder-dritte-gesteht-beratungsklau-im-laden-bevor-er-im-internet-kauft-a-da331829-850e-49bc-aaef-26087d4e4c6e?sara_ref=re-so-app-sh
So nutzen Generationen die Medien: Gen Z dominieren Social Media, Millennials hören Podcasts, Boomer schauen TV
YouGov zum zweiten: Der neue YouGov Media Consumption Report 2025 bietet fundierte Einblicke in die aktuellen Mediennutzungstrends in Deutschland und zeigt, wie unterschiedlich Generationen in Deutschland Medien konsumieren und welche Kanäle für welche Zielgruppen relevant sind. 62 Prozent der Deutschen schauen täglich TV. Jene Gruppe wird von den Baby Bommern+ dominiert (35 Prozent der Baby Boomer+ in der Zielgruppe vs. 29 Prozent der Baby Boomer+ in der Gesamtbevölkerung). Bei den Podcasts-Hörern sind die Millennials dominant. 8 Prozent aller Deutschen hören täglich Podcasts, diese täglichen Hörer sind zu 40 Prozent aus der Generation der Millennials (vs. 26 Prozent der Millennials in der Gesamtbevölkerung). Und bei Social Media dominiert wiederum eine andere Gruppe: 37 Prozent aller Deutschen nutzen täglich Social Media. Die Gen Z macht hierbei den signifikant größten Anteil aus: 27 Prozent der Zielgruppe entstammen der Gen Z (vs. 15 Prozent der Gen Z in der Gesamtbevölkerung).
Schauen wir etwas genauer auf die Social-Media-User in Deutschland: 72 Prozent haben im letzten Monat YouTube genutzt, bei Facebook waren es 58 Prozent, bei Instagram 51 Prozent. TikTok kommt auf 24 Prozent bei allen Social-Media-Usern. Die Nutzung ist von Generation zu Generation unterschiedlich: Die YouTube-Nutzer entstammen am häufigsten der Gen Z (83 Prozent), während unter den Baby Boomern+ nur 61 Prozent im letzten Monat auf YouTube vorbeigeschaut haben. Facebook interessiert hingegen die älteste Generation am meisten: 67 Prozent der Baby Boomer+ sowie 66 Prozent in der Gen X haben im letzten Monat bei Facebook reingeschaut. Die Social-Media-Plattform von Meta scheint die Jüngsten hingegen nicht mehr zu interessieren: In der Gen Z haben nur 30 Prozent Facebook genutzt. Anders sieht es aber wieder bei Instagram und TikTok aus: 82 Prozent der Gen Z haben Instagram genutzt (vs. 28 Prozent der Baby Boomer+) und 48 Prozent der Gen Z waren auf TikTok (vs. 13 Prozent der Baby Boomer+).
Weitere Informationen: https://business.yougov.com/de/content/52633-media-consumption-report-2025?utm_medium=organic_press&utm_source=press&utm_campaign=Press-2025-08-DACH-Media-consumption-report-2025
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