Zoomobjektive haben es nicht leicht. Sie sollen einen großen Brennweitenbereich abdecken, perfekte Schärfe liefern und leicht sein. Auf der anderen Seite stehen die Kompromisse, die mit der Konstruktion einhergehen. Es gibt mehr bewegliche Teile, und die Qualität einer Festbrennweite wird nicht erreicht. Das Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) muss sich diesem Thema auch stellen. Wir haben die Optik in der Version mit dem Fujifilm X Mount in der Praxis und im CHIP Testlabor an der Fujifilm X-T5 und der X-T3 getestet.

Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) für Fujifilm X

  • Anschluss: X-Mount
  • Optischer Aufbau: 13 Elemente in 10 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen: 7
  • Autofokus: ja
  • Bildstabilisator: nein
  • Gewicht: 290 g
  • Preis: ca. 550 Euro
  • www.sigma-foto.de

Eines muss man dem Sigma von vornherein zugestehen: Es ist ein ehrliches Objektiv. Man bekommt für rund 550 Euro ein Standardzoom, das an ein klassisches Kit-Objektiv erinnert. Die Brennweite an einer APS-C-Kamera entspricht äquivalent 27–75 mm im Kleinbildformat. Damit eignet sich die Linse für Einsatzgebiete wie Landschaften, Street und Reisen. Auch Porträts fühlen sich in diesem Brennweitenbereich gut an. Der recht flotte Autofokus schreckt mit einer Auslöseverzögerung zwischen 0,24 und 0,35 Sekunden auch nicht vor actionreichen Aufnahmen zurück. Die große Stärke ist die kompakte Bauweise. Mit 290 Gramm, einem Filterdurchmesser von 55 Millimetern und einer Länge von 75 Millimetern ist das Sigma ein unaufdringlicher Begleiter im Urlaub, dem Städtetrip oder dem Spaziergang ohne festes Ziel.

Sigma 18–50 mm f/2,8 Praxisfoto 02

Aufgenommen mit dem Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T3 bei 36 mm (KB), ISO 160, f/5,6 und 1/320 Sekunde. Bild: Ben Kraus

Stärken im Vordergrund

Da es sich um ein Objektiv der Contemporary- und nicht der Art-Serie handelt, kann Sigma den Preis niedrig halten. Dafür bekommt man ein schnörkelloses, aber funktionales Werkzeug. Es gibt keine Schalter, Knöpfe oder einen Blendenring. Gerade an der X-T5, die ohnehin gefühlt für jede Funktion ein Rad auf dem Gehäuse hat, fällt das nicht negativ auf. Im CHIP Testlabor halten sich die typischen Abbildungsfehler in Grenzen. Die Verzeichnung beträgt 0,3 Prozent im Weitwinkel und 0,7 Prozent bei mittlerer und längster Brennweite – Werte, die zu verschmerzen sind, vor allem, da sich Verzeichnung mittlerweile sehr einfach in der Bildbearbeitung korrigieren lässt. Auch die Vignettierung hat Sigma gut im Griff. Bei offener Blende f/2,8 bleibt der Helligkeitsabfall vom Bildzentrum bis in die Ecken mit 0,5 bis maximal 0,7 Blendenstufen im gesamten Brennweitenbereich unter einer Blendenstufe. Zweifach abgeblendet reduziert sich die Vignettierung auf 0,2 bis 0,3 Blendenstufen. Was die chromatischen Aberrationen betrifft, muss man im Weitwinkel bei Blende 2,8 allerdings mit einer Farbsaumbreite von 1,1 Pixeln rechnen. Bei mittlerer Brennweite kommt das CHIP Testlabor auf 0,5 Pixel und im Tele auf 0,8 Pixel.

Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) für Fujifilm X im Test Praxisfoto 01

Aufgenommen mit dem Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T3 bei 36 mm (KB), ISO 160, f/2,8 und 1/100 Sekunde. Bild: Ben Kraus

 

Die Auflösung ist über den gesamten Zoombereich im Zentrum sehr ordentlich. Die besten Ergebnisse erzielt das Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) im CHIP Testlabor an der Messkamera Fujifilm X-T5 bei kürzester Brennweite. Hier erreicht das Sigma-Zoom mit 2.820 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) sehr gute 91 Prozent der theoretisch möglichen Auflösung an der X-T5. Kleiner Wehrmutstropfen: Die Auflösung fällt von den sehr guten 91 Prozent im Zentrum auf nur noch 44 Prozent in den Ecken ab. Für weitwinklige Landschaftsaufnahmen mit großer Schärfentiefe wird aber in der Regel ohnehin stärker abgeblendet. So steigt die Auflösung bei kürzester Brennweite nach zweimaligem Abblenden zum Beispiel auf 92 Prozent im Zentrum und 52 Prozent in den Ecken. Beim Zoomen sinkt die Auflösung im Bildzentrum zwar etwas, dafür steigt sie in den Ecken. So erreicht das Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) bei mittlerer Brennweite und zweifach abgeblendet beispielsweise 88 Prozent der möglichen Auflösung im Bildzentrum der X-T5 und 79 Prozent in den Ecken.

Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) für Fujifilm X im Test

Mit seinem kompakten und leichten Gehäuse eignet sich das Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) gut für die Reisefotografie. Bild: Sigma

 

Insgesamt hat sich das kompakte Sigma an der X-T5 sehr gut angefühlt. Die Proportionen sind stimmig, und die Kamera liefert die Funktionen, die dem Objektiv fehlen, wie einen Bildstabilisator oder einen AF/MF-Schalter. Die Naheinstellgrenze von zwölf Zentimeter im Weitwinkel beziehungsweise 30 Zentimeter im Tele erlauben dank des Abbildungsmaßstabs von 1:2,8 bzw. 1:5 zwar keine echten Makroaufnahmen, aber schöne Details. Die durchgängige Offenblende von f/2,8 ermöglicht ein weiches Bokeh für schöne Porträts. Im mittleren Brennweitenbereich und zusammen mit den Fujifilm-Filmsimulationen hat man bei der Streetfotografie seinen Spaß. 

Das Sigma 18–55 mm f/2,8 DG DN (C) hatte keine Überraschungen parat – im Positiven wie im Negativen. Es ist ein solides und ehrliches Kit-Objektiv mit einem spannenden Zoombereich ohne Spielerei.

Aus dem Testlabor

Vignettierung des Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) für Fujifilm X im Test

Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.

Vignettierung bei Offenblende:
Diese Spalte zeigt die Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite bei Offenblende.

Vignettierung des Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T5 bei kürzester Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T5 bei mittlerer Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T5 bei längster Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor

Vignettierung, 2-fach abgeblendet:
Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite, zweifach abgeblendet.

Vignettierung des Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T5 bei kürzester Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T5 bei mittlerer Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T5 bei längster Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor

Unser Fazit: Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) für Fujifilm X im Test

Die Bildqualität ist am 40 MP-Sensor der Fujifilm X-T5 sehr ordentlich. Wer ein Reisezoom sucht, sich ein zweites Set-up im APS-C Format zulegt oder vernünftig, aber preiswert anfangen möchte, wird damit seine Freude haben.

Was uns gefällt …

  • Preiswert

  • Kompakt
  • Leicht

  • Gute Auflösung im Bildzentrum

… und was nicht so gut ist

  • Farbsäume bei Offenblende im Weitwinkel

Technische Daten: Sigma 18–50 mm f/2,8 DC DN (C) für Fujifilm X

Konstruiert für Sensorgröße / BajonettAPS-C / Fujifilm X
Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild)27–75 mm
Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite)2,8 / 2,8
Kleinste Blende22
Konstruktion: Linsen / Gruppen13 / 10
Blendenlamellen (Anzahl)7
Naheinstellgrenze0,12 m
Filtergröße55 mm
Abmessungen / Gewicht65 x 75 mm / 290 g
AF-Motor / AF/MF-Schalter● / ━
Bildstabilisator /
mit mehr als einem Modus
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Innenfokus / Innenzoom● / ━
Funktionstaste (Fn)
Steuerrungs-/Blendenring /
De-Click-Schalter
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Fokusbereichsbegrenzer
Gummidichtung am Bajonett
Streulichtblende /
Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert
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