Mit dem Nikkor Z 35 mm f/1,4 hat Nikon eine lichtstarke und preislich attraktive Festbrennweite für spiegellose Systemkameras mit Z-Bajonett im Portfolio. Wir haben uns das Reportage-Objektiv im Test sowohl im CHIP Testlabor als auch in der Praxis genauer angesehen. 

Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4

  • Anschluss: Z-Mount
  • Optischer Aufbau: 11 Elemente in 9 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen: 9
  • Autofokus: ja
  • Bildstabilisator: nein
  • Gewicht: 415 g
  • Preis: ca. 630 Euro
  • www.nikon.de

Mit dem Nikkor Z 35 mm f/1,4 feierte die Z-Serie von Nikon eine kleine Premiere. Die vor allem für Reportagen, Street- und Eventfotografie geeignete Festbrennweite war das erste Objektiv des spiegellosen Z-Systems mit einer großen Blendenöffnung von f/1,4. Damit stellte der Hersteller dem bereits zuvor seit Längerem erhältlichen Nikkor Z 35 mm f/1,8 S eine etwas lichtstärkere Alternative zur Seite. Auffällig ist, dass das Nikkor Z 35 mm f/1,4 im Gegensatz zum Nikkor Z 35 mm f/1,8 S kein „S“ im Namen trägt. Das „S“ steht für Nikons S-Serie, die vor allem die hochwertigen, aber auch teureren Profi-Objektive der Z-Serie kennzeichnet. Die Objektive ohne „S“ haben dagegen den Vorteil, dass sie bei Nikon in der Regel gute Qualität mit einem für Fotoenthusiasten erschwinglichen Preis verbinden. So ist das Nikkor Z 35 mm f/1,4 mit einem Preis von rund 630 Euro günstiger und gleichzeitig lichtstärker als das Nikkor Z 35 mm f/1,8 S für rund 830 Euro.

Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4 im Test Produktbild

Durch die kurze Naheinstellgrenze von nur 27 Zentimetern lassen sich Objekte mit einer offenen Blende gut vom Hintergrund absetzen. Bild: Nikon

 

Mit Dichtungen und Einstellring

Obwohl es nicht zur S-Serie gehört, ist das Nikkor Z 35 mm f/1,4 rundum gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Der große Fokussierring liegt gut in der Hand und ermöglicht je nach Drehgeschwindigkeit eine schnelle oder langsame, dafür aber präzisere manuelle Scharfstellung. Für eine komfortable Bedienung ist die Festbrennweite zusätzlich mit einem schmalen Einstellring ausgestattet, der über das Menü der Nikon-Z-Kameras mit verschiedenen Funktionen wie Blendenwahl, ISO-Einstellung und Belichtungskorrektur belegt werden kann. Der Einstellring arbeitet stufenlos und geräuschlos und kann daher auch während der Videoaufnahme verwendet werden. Wie schon beim Nikkor Z 35 mm f/1,8 S hat Nikon auch hier auf einen AF/MF-Schalter zur Wahl der Scharfeinstellung verzichtet.

Nikkor Z 35 mm f/1,4 Praxisfoto 02

Aufgenommen mit dem Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4 an einer Nikon Z6II bei 35 mm (KB), ISO 100, f/5,6 und 1/320 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Insgesamt gute Leistung im Labor

Im Labor leistet das Nikkor Z 35 mm f/1,4 gute Arbeit, kommt aber nicht ganz an das Nikkor Z 35 mm f/1,8 S heran. Aufgrund der größeren Blendenöffnung des Z 35 mm f/1,4 sind die Messergebnisse natürlich nicht eins zu eins vergleichbar. Dennoch fällt zum Beispiel die deutlich sichtbare Vignettierung bei Blende f/1,4 mit einem Helligkeitsabfall von 1,3 Blendenstufen gegenüber 0,9 Blendenstufen beim Nikkor Z 35 mm f/1,8 S bei offener Blende auf. Bei der Auflösungsmessung im CHIP Testlabor erreicht das Nikkor Z 35 mm f/1,4 an der Messkamera Nikon Z7II in der Bildmitte mit maximal 2.569 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) bei Blende f/1,4 und etwas besseren 2.795 Lp/Bh bei Blende f/2,8 gute Werte, die mit denen des etwas teureren Nikkor Z 35 mm f/1,8 S mithalten können. In den Ecken fällt die Schärfe bei der f/1,4-Version im Vergleich allerdings sowohl bei offener Blende als auch bei f/2,8 etwas stärker ab. Auch die Autofokus-Geschwindigkeit ist mit 0,44 Sekunden etwas langsamer (0,26s beim f/1,8).

 

Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4 im Test Praxisfoto 01

Aufgenommen mit dem Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4 an einer Nikon Z6II bei 35 mm (KB), ISO 100, f/2,5 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Aus dem Testlabor

Vignettierung des Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4 im Test​

Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.

Vignettierung bei Offenblende

Vignettierung des Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4 an einer Nikon Z7II bei Offenblende. Bild: CHIP Testlabor

Vignettierung, 2-fach abgeblendet:

Vignettierung des Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4 an einer Nikon Z7II, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor

Unser Fazit: Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4 im Test

Das Nikkor Z 35 mm f/1,4 kann zwar nicht ganz mit dem Z 35 mm f/1,8 S mithalten, macht aber einen guten Job und ist im Vergleich lichtstärker und günstiger. Bei Blende f/1,4 fällt die Schärfe in den Ecken deutlich ab, was aber wegen der ohnehin geringeren Schärfentiefe bei dieser Offenblende in der Praxis zu verschmerzen ist.

Was uns gefällt …

  • Sehr lichtstark

  • Einstellring

  • Abgedichtet

  • Gute Schärfe im Bildzentrum

… und was nicht so gut ist

  • Schärfeabfall in den Ecken

  • AF nicht ganz so schnell

  • Kein AF/MF-Schalter

Technische Daten: Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,4

Konstruiert für Sensorgröße / BajonettKleinbild / Nikon Z
Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild)52,5 mm
Maximale Lichtstärke1.4
Kleinste Blende16
Konstruktion: Linsen / Gruppen11 / 9
Blendenlamellen (Anzahl)9
Naheinstellgrenze0,27 m
Filtergröße62 mm
Abmessungen / Gewicht75 x 87 mm / 415 g
AF-Motor / AF/MF-Schalter● / ━
Bildstabilisator /
mit mehr als einem Modus
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Innenfokus
Funktionstaste (Fn)
Steuerrungs-/Blendenring /
De-Click-Schalter
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Fokusbereichsbegrenzer
Gummidichtung am Bajonett
Streulichtblende /
Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert
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