Wie gut ist das vielseitige Reisezoom von Panasonic für Kameras im L-Mount-System? Wir haben uns das Panasonic Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S. im Test auf einer Tour durch London und im CHIP Testlabor genauer angesehen.
Panasonic Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S.
- Anschluss: L-Mount
- Optischer Aufbau: 17 Elemente in 13 Gruppen
- Anzahl Blendenlamellen: 9
- Autofokus: ja
- Bildstabilisator: ja
- Gewicht: 413 g
- Preis: ca. 850 Euro
- www.panasonic.com/de
Mit dem Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S. hat der Hersteller Panasonic ein interessantes Reisezoomobjektiv für seine spiegellosen Vollformatkameras der Lumix-S-Serie auf den Markt gebracht. Trotz des großen Brennweitenbereichs von weitwinkligen 28 mm bis 200 mm Tele und einer ebenfalls integrierten optischen Bildstabilisierung ist das Reisezoom im eingefahrenen Zustand nur rund 93 Millimeter tief. Hinzu kommt ein Durchmesser von rund 77 Millimetern. Damit nimmt das Zoomobjektiv nur wenig Platz in der Fototasche ein, was natürlich gerade auf Reisen ideal ist. Auch das geringe Gewicht von nur 413 Gramm ist für ein Vollformatobjektiv mit diesem Zoombereich beachtlich. Bei einem Kurztrip nach London haben wir das handliche Reisezoom mit der ebenfalls leichten und kompakten Vollformat-DSLM Panasonic Lumix DC-S9 kombiniert. Beides zusammen wiegt lediglich rund 900 Gramm. Wer nur mit Handgepäck fliegt, hat also noch genug Spielraum für andere Dinge.

Das Panasonic Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S. ist mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet. Bild: Panasonic
Abgedichtet und stabilisiert
Das Gehäuse des Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S. ist staub- und spritzwassergeschützt. Auch niedrige Temperaturen bis minus zehn Grad Celsius machen dem Reisezoom nichts aus. Der Zoomring hat einen spürbaren Drehwiderstand, was den Vorteil hat, dass das Objektiv keinen zusätzlichen Zoom-Lock-Schalter benötigt. Zumindest hatten wir während unserer vier Tage in London nicht das Gefühl, dass das Objektiv unbeabsichtigt ausfährt, wenn es beim Gehen nach unten zeigt. Gleichzeitig ist der Drehwiderstand moderat genug, um bei schnellen Brennweitenwechseln nicht zu stören. Die Möglichkeiten, die eine so große Zoomspanne bietet, sind immer wieder bemerkenswert. Von der Tower Bridge an der Themse über herangezoomte Aufnahmen des London Eye bis hin zu Porträts und Schnappschüssen – mit dem Lumix S 28–200 mm waren wir für jede Situation gut gerüstet. Einziger Wermutstropfen: In der Dämmerung und in Innenräumen macht sich die lichtschwache Anfangsblende bei mittlerer und langer Brennweite bemerkbar. Mit der optischen Stabilisierung konnten wir an der Lumix S9 bei 200 mm noch scharfe Bilder mit 1/6 Sekunde aus der Hand machen.

Aufgenommen mit dem Panasonic Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S. an einer Panasonic Lumix DC-S9 bei 200 mm (KB), ISO 400, f/7,1 und 1/1.000 Sekunde. Bild: Thomas Probst
Insgesamt gute Schärfe im Labor
Der große Zoombereich von Reisezoomobjektiven geht in der Regel mit Kompromissen bei der Bildqualität einher. Auch beim Lumix S 28–200 mm? Die beste Schärfe erreicht das Zoom im CHIP Testlabor mit 92 Prozent der möglichen Auflösung an der Messkamera Lumix S1R bei 28 mm und Blende f/4 in der Bildmitte. Mit zunehmendem Zoom nimmt die Schärfe in der Mitte auf 75 Prozent ab. In den Bildecken werden 64 bis 77 Prozent der möglichen Auflösung erreicht – insgesamt ein gutes Ergebnis! Allerdings können bei 28 mm sichtbare Farbsäume mit einer Breite von 1,4 Pixeln auftreten. Die Verzeichnung wird hingegen gut korrigiert. Eine Verzeichnung von maximal 0,3 Prozent fällt bei 28 mm kaum auf. Auch die Vignettierung macht sich hauptsächlich bei 28 mm etwas bemerkbar. Hier fällt die Helligkeit bei Blende f/4 von der Bildmitte zu den Ecken um 0,7 Blendenstufen ab. Wird zweifach abgeblendet, sinkt die Vignettierung auf nur noch 0,1 Blendenstufen.
Aus dem Testlabor
Vignettierung des Panasonic Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S. im Test
Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.
Unser Fazit: Panasonic Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S. im Test
Auch wenn man beim Panasonic Lumix S 28–200 mm wie bei jedem Reisezoom mit Kompromissen bei der Abbildungsleistung leben muss, bietet das sehr kompakte und leichte Zoom eine sehenswerte Leistung und hat uns in London viel Spaß gemacht.
Was uns gefällt …
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Großer Zoombereich
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Bildstabilisierung
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Abgedichtet
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Gute Schärfe
… und was nicht so gut ist
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Farbsäume sowie merklicher Schärfeverlust in den Bildecken bei 28 mm
Technische Daten: Panasonic Lumix S 28–200 mm f/4–7,1 Macro O.I.S.
| Konstruiert für Sensorgröße / Bajonett | Kleinbild / Leica L |
| Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild) | 42–300 mm |
| Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite) | 4 / 7,1 |
| Kleinste Blende | 32 |
| Konstruktion: Linsen / Gruppen | 17 / 13 |
| Blendenlamellen (Anzahl) | 9 |
| Naheinstellgrenze | 0,14 m |
| Filtergröße | 67 mm |
| Abmessungen / Gewicht | 77 x 93 mm / 413 g |
| AF-Motor / AF/MF-Schalter | ● / ● |
| Bildstabilisator / mit mehr als einem Modus | ● / ━ |
| Innenfokus / Innenzoom | ● / ━ |
| Funktionstaste (Fn) | ━ |
| Steuerrungs-/Blendenring / De-Click-Schalter | ━ / ━ |
| Fokusbereichsbegrenzer | ━ |
| Gummidichtung am Bajonett | ● |
| Streulichtblende / Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert | ● / ━ |







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