Wie gut ist das Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) für Fujifilms X-Mount im Test? Wir haben die preislich attraktive Alternative zum Fujifilm Fujinon XF 23 mm f/1,4 R in der Praxis und im CHIP Testlabor an einer Fujifilm X-T3 ausprobiert.
Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) für X-Mount
- Anschluss: X-Mount
- Optischer Aufbau: 13 Elemente in 1o Gruppen
- Anzahl Blendenlamellen: 9
- Autofokus: ja
- Bildstabilisator: nein
- Gewicht: 335 g
- Preis: ca. 550 Euro
- www.sigma-foto.de
Die Optik der „Contemporary“-Reihe ist bewusst schlicht und schnörkellos gehalten, aber mit einer Offenblende von f/1,4 sehr lichtstark. Das Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) ruft mit seiner weitwinkligen Brennweite nach Freiheit und Landschaft und möchte weite Täler und hohe Berge einfangen – oder doch nicht? Durch den Crop-Faktor von 1,5 an Kameras mit dem Fujifilm X-Mount werden nämlich 35 mm daraus. Gewicht, Größe und Haptik dieses Duos wollen auf die Straße.
Das bedeutet nicht, dass das Sigma für Weitwinkel-Landschaftsaufnahmen gar nicht zu gebrauchen ist. Im Praxistest fühlt es sich nur im Alltag mehr wie eine Dokumentar- und Reporterlinse an. Dank ihrer großen Offenblende zaubert sie ein weiches Bokeh, das auch Porträtfotografen überzeugen dürfte.
Man kommt unweigerlich in den „Fußzoom“-Modus und beginnt, seine Motive aus der Laune heraus zu komponieren. Hier die Kamera auf Hüfthöhe, dort noch schnell in die Knie und an der Hausecke angelehnt. Dank des kleinen Wahlhebels an der im Praxistest verwendete Fujifilm X-T3, der von Autofokus auf manuellen Fokus wechselt, kann man verschmerzen, dass beim Objektiv auf den AF/MF-Schalter verzichtet wurde – auch wenn er bei 550 Euro bestimmt noch drin gewesen wäre.
Die X-Mount-Version des Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) ist 80 Millimeter lang und 335 Gramm leicht. Das Größenverhältnis passt gut zum Gehäuse der X-T3 und anderen kompakten X-Mount-Kameras. Zum Lieferumfang gehört eine Gegenlichtblende in Tulpenform. Das Gewinde mit einem Durchmesser von 52 Millimetern ermöglicht den Einsatz von Schraubfiltern, wie zum Beispiel ND-Filtern für die Landschaftsfotografie.
Eindrücke aus dem CHIP Testlabor
Im CHIP Testlabor erreicht das Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) bei offener Blende f/1,4 eine maximale Auflösung von 2.722 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) im Bildzentrum und 1.884 Lp/Bh in den Ecken. Das entspricht 88 bzw. 61 Prozent der theoretisch möglichen Auflösung der Messkamera Fujifilm X-T3. Zweifach abgeblendet bleibt die Auflösung im Zentrum nahezu gleich. In den Ecken steigt sie leicht auf 68 Prozent.

Aufgenommen mit dem Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) an einer Fujifilm X-T3 bei 35 mm (KB), ISO 160, f/4,5 und 1/500 Sekunde. Bild: Ben Kraus
Um Vignettierung muss man sich beim Sigma 23 mm keine Gedanken machen. Mit 0,3 Blendenstufen bei f/1,4 und 0,2 Blendenstufen, wenn zweifach abgeblendet wird, ist der Helligkeitsabfall in den Bildecken minimal. Die Verzeichnung beträgt 0,9 Prozent und die Messung der Farmsäume ergab eine Farmsaumbreite von 0,9 Pixeln.
Der Autofokus arbeitet mit einer kurzen Auslöseverzögerung von nur 0,31 Sekunden sehr schnell und zudem treffsicher. Die durchschnittliche Genauigkeit bei mehreren jeweils neu fokussierten Testbildern lag bei sehr guten 97 Prozent.
Aus dem Testlabor
Vignettierung des Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) für X-Mount im Test
Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.
Unser Fazit: Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) für X-Mount im Test
Das Sigma ist ein preiswertes Objektiv, das den Fuhrpark der 1,4er um eine nützliche und spannende Brennweite erweitert. Für Profis und Einsteiger geeignet, die Street und Dokumentar-Stil für sich entdeckt haben.
Was uns gefällt …
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Schneller Autofokus
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Unkompliziert und universal einsetzbar
… und was nicht so gut ist
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Kein AF/MF Schalter
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Farbsäume bei Offenblende
Technische Daten: Sigma 23 mm f/1,4 DC DN (C) für X-Mount
| Konstruiert für Sensorgröße / Bajonett | APS-C / Fujifilm X |
| Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild) | 34,5 mm |
| Maximale Lichtstärke | 1.4 |
| Kleinste Blende | 16 |
| Konstruktion: Linsen / Gruppen | 13 / 10 |
| Blendenlamellen (Anzahl) | 9 |
| Naheinstellgrenze | 0,25 m |
| Filtergröße | 52 mm |
| Abmessungen / Gewicht | 66 x 80 mm / 335 g |
| AF-Motor / AF/MF-Schalter | ● / ━ |
| Bildstabilisator / mit mehr als einem Modus | ━ / ━ |
| Innenfokus | ● |
| Funktionstaste (Fn) | ━ |
| Steuerrungs-/Blendenring / De-Click-Schalter | ━ / ━ |
| Fokusbereichsbegrenzer | ━ |
| Gummidichtung am Bajonett | ● |
| Streulichtblende / Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert | ● / ━ |




Ein 23 mm-Objektiv für Portraits zu empfehlen, ist schon etwas gewagt. Auch ist die Schärfentiefe im Nahbereich (Portrait) extrem gering.