Technologische Extreme und wirtschaftliche Herausforderungen prägen die Woche: Canon sorgt mit einem 410-MP-Vollformatsensor für Aufsehen und setzt neue Maßstäbe in der High-End-Bildverarbeitung. Samsung präsentiert mit der Nanoprism-Technologie einen entscheidenden Fortschritt in der Pixelminiaturisierung für Smartphone-Sensoren. Gleichzeitig kämpft Profoto mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen, was den Druck auf den professionellen Beleuchtungsmarkt verdeutlicht. Die wichtigsten Imaging Business News der KW29/25 – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.
Imaging Business News KW29/25
Monster-Sensor: Canon präsentiert 410-MP-Vollformatgigant
Im Rahmen der Shanghai International Photographic Equipment and Digital Imaging Exhibition (auch bekannt als P&I) 2025 stellte Canon einen bahnbrechenden Bildsensor der Öffentlichkeit vor – in einer Glasvitrine.
Der LI8030SA genannte Sensor wurde bereits im Januar angekündigt und befindet sich technisch gesehen noch in der Entwicklung. Um diese gigantische Auflösung in einen Zusammenhang zu bringen: Sie kann 198-mal so viele Details wie FullHD (1080p) und 49-mal so viele wie 4K erfassen. In Bezug auf Videos kann sie 24 fps mit einer Auflösung von 100 MP oder 8 fps mit vollen 410 MP liefern.
Dieser absolut monströse Sensor ist mit nichts auf dem Markt vergleichbar und übertrifft sogar die leistungsstarken 150-MP-Mittelformatkameras von Phase One. Wie bei Phase One ist es jedoch wahrscheinlich, dass dieser Sensor eher ein Spezialprodukt als ein Produkt für den Massenmarkt sein wird.
Mehr hierzu auf digitalcameraworld.com (Englisch)
Nanoprism: Optische Innovation im Zeitalter der Pixelminiaturisierung
Die Entwicklung mobiler Bildsensoren ist letztlich mit dem Fortschritt der Pixeltechnologie verbunden. Die Nachfrage des Marktes nach hochwertigen Bildern mit kleineren und dünneren Smartphones wird immer größer, sodass die „Feinpixel”-Technologie zu einer Kernaufgabe in der Branche für mobile Bildsensoren geworden ist.
Der kürzlich vorgestellte mobile Bildsensor ISOCELL JNP ist der erste in der Branche, der Nanoprism-Technologie einsetzt und damit die physikalischen Grenzen der Pixel erweitert. Die Entwicklung geht immer mehr in Richtung kleinerer Pixel, um hochauflösende Bilder zu erzielen, ohne die Smartphone-Kameramodule zu vergrößern. Dies hat jedoch zu einer allmählichen Verringerung der Empfindlichkeit der einzelnen Pixel und zu einer Verschlechterung der Bildqualität geführt. Um dieses Problem zu lösen, führte Samsung eine Front Deep Trench Isolation (FDTI)-Struktur ein, die eine physische Barriere zwischen den Pixeln schafft und entwickelte ISOCELL 2.0, das sogar die Farbfilter auf den Pixeln isoliert. Aus diesen und etlichen weiteren Überlegungen wie die Einbeziehung von Umgebungslicht entstand Nanoprism: Höhere Lichtempfindlichkeit trotz kleinerer Pixel.
Weitere Details zur Nanopixel-Technologie von Samsung finden Sie unter dem folgenden Link: https://semiconductor.samsung.com/technologies/image-sensor/pixel-technology/
Schlecht beleuchtet: Profoto im Minus
Der schwedische Blitz- und Beleuchtungshersteller Profoto Holding meldet für das im Juni endende Quartal einen Nettoumsatz von insgesamt 171 Millionen SEK gegenüber 196 Millionen SEK im Vorjahr, was einem Rückgang von 12,7 Prozent entspricht. Der Gewinn für den Berichtszeitraum betrug 14 Millionen SEK gegenüber 28 Millionen SEK im Vorjahr.
Auch das gesamte erste Halbjahr 2025 lief nicht gut: In den ersten sechs Monaten kam der Nettoumsatz auf 335 Millionen SEK, verglichen mit 366 Millionen SEK im Vorjahr, was einem Rückgang von 8,5 Prozent entspricht. Der Gewinn für den Berichtszeitraum belief sich auf 18 Millionen SEK, verglichen mit 55 Millionen SEK im Vorjahr.
https://thedeadpixelssociety.com/profoto-reports-net-sales-decrease-for-the-half-year/
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