Das Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 überzeugt im Test als preislich attraktive Alternative zum Nikon Nikkor Z 24–70 mm f/2,8 S. Wir waren mit dem lichtstarken Zoom zum Fotografieren in Köln unterwegs und haben uns die Abbildungsleistung im CHIP Testlabor genauer angesehen.

Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 für Nikon Z

  • Anschluss: Z-Mount
  • Optischer Aufbau: 17 Elemente in 5 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen: 9
  • Autofokus: ja
  • Bildstabilisator: nein
  • Gewicht: 550 g
  • Preis: ca. 850 Euro
  • www.tamron.eu

Nach der Version für Sonys E-Mount hat Tamron das 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 auch für spiegellose Systemkameras im Nikon-Z-System auf den Markt gebracht. Für gerade mal 850 Euro (zum Zeitpunkt des Testberichts) präsentiert es sich als preislich spannende Option für preisbewusste Nikon-Fotografen, denen das professionelle Nikon Nikkor Z 24–70 mm f/2,8 S für 2.150 Euro zu teuer ist. Gleichzeitig ist das Tamron eine starke Konkurrenz zu Nikons Nikkor Z 28–75 mm f/2,8, das für rund 750 Euro angeboten wird und damit preislich leicht darunter liegt liegt.

Mit Einstellring und Fn-Taste

Schauen wir uns die beiden 28–75-mm-Kontrahenten von Tamron und Nikon im Vergleich genauer an. Das Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 ist etwas breiter, dafür drei Millimeter kürzer und 15 Gramm leichter als das Nikkor Z 28–75 mm f/2,8.

Wie beim Nikon-Zoom verzichtet auch Tamron bei seiner G2-Version des Standardzooms auf einen AF/MF-Schalter für die Fokussierung. Die Wahl, ob automatisch oder manuell scharf gestellt werden soll, wird über die Kamera eingestellt. Gute Nachricht: Der individuell belegbare Einstellring, der für Nikon-Z-Original-Objektive typisch ist, steht auch beim Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 zur Verfügung. In dem Fall lässt sich der stufenlose Fokusring des Tamron-Zooms über das Menü der Nikon-Kamera mit der Blenden-Wahl, der Belichtungskorrektur oder mit der Einstellung der ISO-Empfindlichkeit belegen.

Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 im Test

Bei der Nikon-Z-Version des Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 lässt sich der Zoomring über eine Nikon-Z-Kamera mit einer anderen Funktion, wie etwa der ISO-Empfindlichkeit, belegen. Bild: Tamron

 

Darüber hinaus ist das Tamron-Objektiv mit einer Fokus-Haltetaste ausgestattet, die gleichzeitig als Funktionstaste fungiert und sich ebenfalls vom Fotografen über das Kameramenü mit einer häufig verwendeten Funktion belegen lässt. An der Stelle hat das Tamron dem Nikkor Z 28–75 mm f/2,8 sogar etwas voraus. Beim Nikon-Pendant muss man nämlich auf die Fn-Taste verzichten. Ansonsten zeichnen sich beide Objektive durch ihre konstant hohe Lichtstärke mit einer offenen Blende f/2,8 über den gesamten Zoombereich und Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser aus.

 
Tamron 28-75mm Praxisfoto 01

Aufgenommen mit dem Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z6II bei 75 mm (KB), ISO 125, f/8,0 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst

 

Sehr gute Leistung im CHIP Testlabor

Im Testlabor sorgt das Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 für eine große Überraschung. Bei der Messung der Auflösung schneidet das Tamron bei offener Blende f/2,8 nicht nur im Zentrum mit 91 Prozent der theoretisch möglichen Auflösung an der Messkamera Nikon Z7II bei mittlerer Brennweite und 90 Prozent bei längster Brennweite besser ab als das Nikkor Z 28–75 mm f/2,8 mit 81 bzw. 78 Prozent, es ist auch in den Ecken im direkten Vergleich in allen Zoomstufen überlegen. Und das sowohl bei f/2,8 als auch zweifach abgeblendet. Ebenso beeindruckend ist der Vergleich zum deutlich teureren Nikon Nikkor Z 24–70 mm f/2,8 S. Bei der Auflösungsmessung liegt das Profi-Zoom lediglich leicht vorne.

 
Tamron 28-75mm Praxisfoto 02

Aufgenommen mit dem Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z6II bei 28 mm (KB), ISO 100, f/8,0 und 1/125 Sekunde. Bild: Thomas Probst

 

Auch bei der Korrektur typischer Abbildungsfehler muss sich das Tamron nicht hinter dem Nikkor Z 28–75 mm f/2,8 verstecken. Zwar kommt das Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 bei kürzester Brennweite und Blende f/2,8 auf einen Helligkeitsverlust von einer ganzen Blendenstufe, durch zweifaches Abblenden lässt sich die Vignettierung jedoch deutlich reduzieren. Die Verzeichnung ist mit 0,3 Prozent bei kürzester und -0,1 Prozent bei längster Brennweite minimal. Und auch die Farbsaumbreite bei Offenblende ist mit 0,4 bis 0,6 Pixeln über den gesamten Brennweitenbereich zu vernachlässigen.

Der Autofokus überzeugt mit einer hohen Trefferquote und einer sehr guten durchschnittlichen Genauigkeit von 97 bis 99 Prozent. Zudem reagiert der Autofokus mit Auslöseverzögerungen von nur 0,28 bis 0,32 Sekunden sehr schnell – ideal für Schnappschüsse.

Tamron 28-75mm Praxisfoto 03

Aufgenommen mit dem Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z6II bei 75 mm (KB), ISO 125, f/8,0 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Aus dem Testlabor

Vignettierung des Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 im Test

Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.

Vignettierung bei Offenblende:
Diese Spalte zeigt die Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite bei Offenblende.

Vignettierung des Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z7II bei kürzester Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z7II bei mittlerer Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z7II bei längster Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor

Vignettierung, 2-fach abgeblendet:
Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite, zweifach abgeblendet.

Vignettierung des Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z7II bei kürzester Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z7II bei mittlerer Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 an einer Nikon Z7II bei längster Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor

Unser Fazit: Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 für Nikon Z im Test

Das Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 schneidet im Test mit einer Top-Leistung im CHIP Testlabor und der Fn-Taste nicht nur besser ab als das Nikkor Z 28–75 mm f/2,8 – es überzeugt auch als preislich sehr gute Alternative zum Nikkor Z 24–70 mm f/2,8 S.

Was uns gefällt …

  • Leicht

  • Kompakt

  • Fn-Taste

  • Belegbarer Einstellring

  • Sehr gute Auflösung

… und was nicht so gut ist

  • Kein AF/MF-Schalter

  • Kein Schutzbeutel oder -tuch im Lieferumfang

Technische Daten: Tamron 28–75 mm f/2,8 Di III VXD G2 für Nikon Z

Konstruiert für Sensorgröße / BajonettKleinbild / Nikon Z
Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild)42–112,5 mm
Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite)2,8 / 2,8
Kleinste Blende22
Konstruktion: Linsen / Gruppen17 / 5
Blendenlamellen (Anzahl)9
Naheinstellgrenze0,18 m
Filtergröße67 mm
Abmessungen / Gewicht79 x 118 mm / 550 g
AF-Motor / AF/MF-Schalter● / ━
Bildstabilisator /
mit mehr als einem Modus
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Innenfokus / Innenzoom● / ━
Funktionstaste (Fn)
Steuerrungs-/Blendenring /
De-Click-Schalter
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Fokusbereichsbegrenzer
Gummidichtung am Bajonett
Streulichtblende /
Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert
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