Die Shortlist des Leica Oskar Barnack Awards 2025 umfasst zwölf Finalisten, deren außergewöhnliche Bildserien die internationale Jury begeistern konnten. Die Gewinner werden am 9. Oktober 2025 in Wetzlar geehrt. Im Anschluss an die Preisverleihung werden die Werke im Ernst Leitz Museum und anschließend in weiteren Leica-Galerien sowie auf Fotofestivals ausgestellt.

Die aus Jane Evelyn Atwood, Cyril Drouhet, Felix Hoffmann, Curt Holtz und Karin Rehn-Kaufmann bestehende Jury hat die Shortlist mit den zwölf Finalisten des 45. Jahrgangs des international renommierten Fotowettbewerbs Leica Oskar Barnack Award (LOBA) gewählt. In den kommenden Sommermonaten erfolgt auf der LOBA-Website die Vorstellung der Serien aller Shortlister. Die Bekanntgabe der Gewinner und die feierliche Verleihung finden am 9. Oktober 2025 in Wetzlar statt.

Auch im Jubiläumsjahr von Leica (News auf PhotoScala) ehrt die Leica Camera AG mit dem LOBA herausragende Fotografinnen und Fotografen, die sich in ihren Fotografien dokumentarisch oder konzeptionell-künstlerisch mit der Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt auseinandersetzen.

Weitere Informationen: www.leica-oskar-barnack-award.com​.

Pressemitteilung Leica:

Die Shortlist des Leica Oskar Barnack Awards 2025 steht fest

Die zwölf LOBA-Finalistinnen und -Finalisten sind bestimmt und stellen ihre Serien vor

 

Wetzlar, 10. Juli 2025 Die internationale Jury des diesjährigen Leica Oskar Barnack Awards (LOBA) hat die Finalisten des 45. Jahrgangs des international renommierten Fotografiewettbewerbs ausgewählt: zwölf herausragende fotografische Positionen, die mit eindrucksvoller Bildsprache und tiefer Aussagekraft berühren. Alle Bildserien der Shortlist sind ab sofort unter www.leica-oskar-barnack-award.com einsehbar. Sie werden in den kommenden Wochen mit Texten und vertiefenden Informationen ergänzt.

Final ausgewählt wurde die Shortlist von der diesjährigen LOBA-Jury: Jane Evelyn Atwood, Fotografin und LOBA-Gewinnerin 1997 (USA/Frankreich); Cyril Drouhet, Stellvertretender Direktor für Fotografie, „Le Figaro Magazine“ (Frankreich); Felix Hoffmann, Künstlerischer Leiter des Foto Arsenal Wien (Österreich); Curt Holtz, Chefredakteur für Fotografie und Architektur bei Prestel Publishing (Deutschland); Karin Rehn-Kaufmann, Art Director und Generalbevollmächtigte der Leica Galerien International, Österreich

Seit 1980 ehrt die Leica Camera AG mit dem LOBA herausragende Fotografinnen und Fotografen. Ausgewählt wurde die Shortlist durch die Jury, die auch in diesem Jahr in bewährter Weise auf der Grundlage der eingereichten Vorschläge von mehr als 120 Fotografieexpertinnen und -experten aus rund 50 Ländern zurückgreifen konnte. Jeder Nominator hat auf Grundlage seiner persönlichen Expertise und Erfahrung bis zu drei Serien bestimmt. Der Leica Oskar Barnack Award Newcomer wird in Kooperation mit 20 internationalen Institutionen und Hochschulen aus 17 Ländern bestimmt.

Bis zum 9. Oktober steigt die Spannung, denn an diesem Abend werden im Leica Headquarter in Wetzlar die Gewinner mit dem Hauptpreis und dem Newcomer-Award ausgezeichnet. Die Verleihungen sind auch diesmal mit einem großen Fest verbunden, das sich in die Eventabfolge des Leica Jubiläumsjahres einfügt, in dem unter dem Motto „100 Jahre Leica: Zeugin eines Jahrhunderts“ die Geschichte der Leica gefeiert wird. Die Gewinnerin oder der Gewinner in der LOBA-Hauptkategorie erhält 40 000 Euro und eine Leica Kameraausrüstung im Wert von 10 000 Euro, die Gewinnerin oder der Gewinner des Newcomer-Awards 10.000 Euro und eine Leica Q3.

Im Anschluss an die Preisverleihungen am 9. Oktober werden alle Finalisten 2025 im Ernst Leitz Museum in einer Ausstellung – gefördert mit freundlicher Unterstützung durch WhiteWall – und in einem begleitenden umfangreichen Katalog gewürdigt. Nach der Ausstellung in Wetzlar wird der LOBA 2025 auch wieder in weiteren Leica Galerien und auf Fotofestivals zu sehen sein.

Die Serien der LOBA-Shortlist 2025 (Haupt- und Newcomer-Kategorie) im Überblick, in alphabetischer Reihenfolge:

Lynsey Addario: „Mom, I Want to Live“ – A Young Girl Battles War and Cancer

Die amerikanische Fotografin (*1973) stellt das Schicksal eines ukrainischen Mädchens ins Zentrum ihrer Serie, bei dem 2020, im Alter von zwei Jahren, ein seltener Augenkrebs diagnostiziert wurde.
Die normalerweise heilbare Form konnte während des Krieges nicht weiter behandelt werden. Eine berührende Geschichte über den verzweifelten und zähen Überlebenskampf eines Mädchens und seiner Familie in einem vom Krieg zerrissenen Land.

Arlette Bashizi: Beyond Numbers

In ihrem persönlichen Projekt berichtet die Fotografin (*1999) über ihr Heimatland, die Demokratische Republik Kongo, und die Folgen des dortigen Kriegs zwischen Rebellen und der Armee. Mehr als sechs Millionen Kongolesen wurden vertrieben. Die Fotografin dokumentiert das Leben ihrer Gemeinde in Nord-Kivo, im östlichen Teil des Landes, die seit 2021 unter den Folgen der Auseinandersetzungen leidet. Damit gibt sie den Menschen, die ansonsten nur anonym in Statistiken auftauchen, Namen und Gesichter.

Alejandro Cegarra: The Two Walls

Einst hatte Mexiko den Ruf, ein sicherer Zufluchtsort für Asylsuchende zu sein. In den letzten Jahren hat sich das Land jedoch zu einem Mitverursacher der einwanderungsfeindlichen Politik der Vereinigten Staaten entwickelt, die verhindern wollen, dass die Menschen in die USA weiterziehen. Der aus Venezuela stammende und in Mexiko lebende Fotograf (*1989) nimmt in seiner Schwarzweißserie Einzelschicksale in den Blick, die von den harten Bedingungen im mexikanischen Grenzgebiet betroffen sind.

Serghei Duve: Bright Memory

Die Serie sucht Bilder für das Gefühl, das sich mit der russischen Redewendung der „hellen Erinnerung“ beschreiben lässt: alltägliches Leben, das von Nostalgie und Teilung geprägt ist. In den persönlichen Aufnahmen beschreibt der in der Republik Moldawien geborene deutsche Fotograf (*1999) die engen Verbindungen seiner Familie zur alten Heimat Transnistrien, einem international nicht anerkannten und nur von Russland gestützten Gebiet, das sich 1990 von der Republik Moldawien für unabhängig erklärte.

Gideon Mendel: Deluge

Die Serie zeigt den Versuch des südafrikanischen Fotografen (*1959), den globalen Klimanotstand
auf eine persönliche und systematische Weise zu erforschen, um zu zeigen, dass seine Auswirkungen alle Grenzen von Reichtum, Klasse, Ethnie und Geografie ignorieren. Mendel hat seit 2007 Überschwemmungen in 13 Ländern auf der ganzen Welt dokumentiert. Er zeigt direkte Porträts von Betroffenen, ergänzt um abstrahierte Landschaftsbilder, um eine Typologie des Klimawandels zu erstellen.

Stanislav Ostrous: Civilians. The Gray Zone

Die Gebiete der ukrainischen Regionen Donezk, Cherson und Charkiw liegen unter unerbittlichem Beschuss. Wer konnte, hat die Dörfer und Städte verlassen. Nur die Ärmsten und die Alten sind geblieben. Die Geschäfte sind geschlossen, Strom ist nur unzuverlässig verfügbar. Das Überleben hängt von Freiwilligen ab, die sich um die Menschen in dieser Grauzone kümmern. Der ukrainische Fotograf (*1972) zeigt in seiner Schwarzweißserie die grausame Realität des Krieges und seine
zivilen Opfer in verzweifelter Lage.

Xiangjie Peng: The Rise of Queer Underground Party Culture in China

Seit 2017 dokumentiert der chinesische Fotograf (*1961) die queere Community in verschiedenen Städten Chinas. Seine Porträts zeigen Orte der Freiheit, um die eigene Identität in offener Gemeinschaft auszuleben. Die Schwarzweißserie entstand vor allem in Clubs, bei Partys und Wettbewerben, die trotz der offiziellen Beschränkungen für die LGBTQ+-Community zu einem wichtigen kulturellen Phänomen geworden sind. So wie sich das Land langsam internationalen Einflüssen öffnet, wachsen die Freiheiten im Untergrund.

Ivor Prickett: War on the Nile – Fragmented Sudan

Im Schatten der Weltöffentlichkeit tobt im Sudan seit über zwei Jahren ein brutaler Bürgerkrieg.
Mehr als elf Millionen Menschen wurden vertrieben, bis zu 150 000 sind umgekommen. Dem irischen Fotografen (*1983) gelang es, im letzten Jahr für die New York Times in das verwüstete Land zu reisen. Seine Aufnahmen berichten von einer der größten humanitären Katastrophen der Welt. Die erschütternden Bilder zeigen die Tragödie im Land, aber auch die hoffnungslose Lage der Flüchtlinge. 

Frederik Rüegger: I Am a Stranger in This Country

Zwei Jahre begleitete der deutsche Fotograf (*1993) die englischen und irischen Traveller-Gemeinschaften, denen es immer weniger möglich ist, ihren traditionellen Lebensstil aufrechtzuerhalten. Ausgrenzung und Diskriminierung, durch Brexit und erstarkenden Nationalismus verstärkt und durch Fehlinformationen und Hass in den sozialen Medien verschärft, bedrohen ihre Freiheit. Die Aufnahmen entstanden auf Pferdemärkten, den letzten Orten, an denen die Traveller ihre Kultur offen feiern können.

Anastasia Taylor-Lind: 5km from the Frontline

Seit zehn Jahren berichtet die englische Fotografin (*1981) gemeinsam mit der Journalistin Alisa Sopova über den Krieg in der Ukraine. Sie dokumentiert das Schicksal der Menschen vor allem in
der Donbass-Region im Osten der Ukraine. Dort begann der Krieg 2014, der seitdem besonders gewalttätig und zerstörerisch ist. Ziel des eindrücklichen Langzeitprojekts ist es, der Welt direkt zu zeigen, was es heißt, jeden Tag inmitten militärischer Gewalt und Bedrohung zu überleben.

Jodi Windvogel: Life Under Occupation – Cissie Gool House

Im Zentrum der Serie der südafrikanischen Fotografin (*1992) steht das Wohnprojekt Cissie Gool House in Kapstadt: ein ehemaliges Krankenhaus, das von Reclaim the City (RTC), einer sozialen Bewegung, die für bezahlbaren Wohnraum kämpft, 2017 besetzt und in eine Zufluchtsstätte für über 2000 Menschen umgewandelt wurde. Es entstand eine Gemeinschaft, die sich gegen ausgrenzende Stadtplanung und fortbestehende Ungerechtigkeiten seit der Apartheid wehrte – bis zur Zwangsräumung im letzten Jahr.

Youbing Zahn: Migrant Workers in China’s Assembly Line

Rund 300 Millionen Wanderarbeiter sorgen für ein stetiges Wirtschaftswachstum in China. Sie kommen aus ländlichen Gebieten, um in wirtschaftlich entwickelteren Regionen Geld zu verdienen.
In der Millionenstadt Dongguan, in der über 70 Prozent der Einwohner Wanderarbeiter sind, begleitet Youbing Zahn (*1973) seit 30 Jahren als Kollege und autodidaktischer Fotograf ihren harten Arbeitsalltag und ihre knappe Freizeit. Die ausgewählten Motive entstanden vor allem in den letzten zwei, teils aber auch bereits vor 16 Jahren.

Statements der LOBA-Jury 2025:

Karin Rehn-Kaufmann: „Die diesjährige Jury des Leica Oskar Barnack Awards hat mit großer Aufmerksamkeit und einem Verständnis für die gesellschaftliche Kraft der Fotografie entschieden.“

Curt Holtz: „Unser LOBA-Team war mit Experten aus allen Bereichen der Fotografie gut zusammengestellt: Buch- und Zeitschriftenverlage, Museumskuratoren und eine Fotografin, zusammen mit Karin Kaufmann und dem Leica Team. Die Vorbereitungen für das Treffen waren effizient und professionell. Der Rahmen im Leitz-Park war natürlich außergewöhnlich.“

Felix Hoffmann: „Der LOBA hat sich in den letzten Jahren noch stärker international positioniert – die Einreichungen kommen aus allen Teilen der Welt. Es ist schön zu sehen, dass europäische Perspektiven präsent sind, aber eben eingebettet in ein sehr diverses, globales Umfeld. Die Vielfalt an kulturellen Blickwinkeln hat spürbar zugenommen – das macht den Wettbewerb relevanter denn je.“

Cyril Drouhet: „Der LOBA ist ein wichtiger Gradmesser für aktuelle fotografische Strömungen und Themen weltweit. Er bietet nicht nur Anerkennung, sondern auch eine Plattform für Talente, die sonst vielleicht weniger sichtbar wären. In der internationalen Fotoszene ist der LOBA ein fester Bezugspunkt geworden – er steht für Qualität, Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz.“

Jane Evelyn Atwood (LOBA-Gewinnerin von 1997): „Der LOBA ist eine sehr wichtige Auszeichnung, und jeder weiß, dass er hochkarätig und erstklassig ist, und es ist toll für dich, wenn du das Glück hast und gut genug bist, ihn zu bekommen. Man wird wahrgenommen, und die Leute sehen deine Arbeit wahrscheinlich mit anderen Augen, wenn du den LOBA gewonnen hast.“

100 Jahre Leica: Zeugin eines Jahrhunderts

Die Leica Camera AG zelebriert im Jahr 2025 das 100-jährige Jubiläum der Leica I. Sie wurde 1925 erstmals auf der Leipziger Frühjahrsmesse der Öffentlichkeit vorgestellt und übertraf als erste in Serie gefertigte Kleinbildkamera alle Erwartungen. Denn dank ihres kompakten und handlichen Formats eröffnete sie völlig neue fotografische Einsatzmöglichkeiten. Unter dem Motto „100 Jahre Leica: Zeugin eines Jahrhunderts“ feiert die Leica Camera AG rund um den Globus eben diese Kamera, die die Welt der Fotografie revolutionierte. Auf internationalen Veranstaltungen der Leica Länderorganisationen in den Metropolen Dubai, Mailand, New York, Shanghai und Tokio werden verteilt über das gesamte Jahr kulturelle Projekte und außergewöhnliche Produkt-Sondereditionen präsentiert. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet die Jubiläumswoche am Unternehmensstandort in Wetzlar im Juni. Hinzu kommen hochkarätige Ausstellungen im weltweiten Netzwerk der Leica Galerien mit Werken herausragender Fotografinnen und Fotografen.

Über Leica Camera

Die Leica Camera AG ist ein internationaler Premiumhersteller von Kameras, Objektiven und Sportoptikprodukten mit einer über 150-jährigen Unternehmensgeschichte. Im Zuge seiner Wachstumsstrategie hat das Unternehmen sein Geschäft auf Mobile Imaging (Smartphones) sowie die Fertigung hochwertiger Brillengläser und Uhren ausgeweitet und ist mit eigenen Projektoren im Heimkino-Segment vertreten.

Die Leica Camera AG mit Sitz in Wetzlar (Deutschland) und einem zweiten Produktionsstandort in Vila Nova de Famalicão (Portugal) verfügt über ein weltweites Netzwerk eigener Vertriebsgesellschaften mit über 120 Leica Stores.

Die Marke Leica steht für exzellente Qualität, deutsche Handwerkskunst und Industriedesign verbunden mit innovativen Technologien. Fester Bestandteil der Markenkultur ist die Förderung der Kultur der Fotografie mit weltweit rund 30 Leica Galerien, Leica Akademien sowie internationalen Auszeichnungen wie dem Leica Hall of Fame Award und dem Leica Oskar Barnack Award (LOBA).