Mit dem 21 mm f/2 erweitert Leica seine Premium-Festbrennweiten in den kürzeren Brennweitenbereich. Wir haben das Leica Super-APO-Summicron-SL 21 mm f/2 ASPH. im Test sowohl im Labor als auch bei Praxisaufnahmen bei schwachem Umgebungslicht ausprobiert.
Leica Super-APO-Summicron-SL 21 mm f/2 ASPH.
- Anschluss: L-Mount
- Optischer Aufbau: 14 Elemente in 11 Gruppen
- Anzahl Blendenlamellen: keine Angabe
- Autofokus: ja
- Bildstabilisator: nein
- Gewicht: 789 g
- Preis: ca. 5.300 Euro
- https://leica-camera.com/de-AT/
Wie auch die anderen Festbrennweiten der APO-Summicron-SL-ASPH.-Serie, ist auch das 21-mm-Weitwinkelobjektiv gebaut wie ein Panzer. Das Vollmetallgehäuse wirkt edel und minimalistisch. Die Verarbeitung ist hochwertig. Beim optischen Aufbau setzt der Hersteller auf 14 Linsen in elf Gruppen. Drei davon sind asphärisch, passend zum Kürzel ASPH. Leicht ist die Optik mit einer Länge von 102 mm und einem Gewicht von 789 Gramm allerdings nicht. Hier setzt Leica eher auf Stabilität und Langlebigkeit als auf Portabilität.
Wie die bereits erhältlichen Brennweiten 28, 35, 50, 75 und 90 mm besitzt das Super-APO-Summicron-SL 21 mm f/2 ASPH. trotz des extremen Bildwinkels denselben Filterdurchmesser von 67 mm – lobenswert, denn so können für alle Objektive dieselben Filter verwendet werden. Da hat jemand für seine Fotografen mitgedacht.
Zudem hat das 21 mm f/2 eine Naheinstellgrenze von 21 Zentimetern und einen Abbildungsmaßstab von 1:5,3. Das ist zu wenig für „echte“ Makroaufnahmen, aber detailreiche Nahaufnahmen mit viel Hintergrund sind möglich. So konnten wir bei unseren Porträts von Schmetterlingen sehr gut mit den Linien der Blätter arbeiten und mehr von der Umgebung ins Bild miteinbeziehen.

Aufgenommen mit dem Leica Super-APO-Summicron-SL 21 mm f/2 ASPH. an einer Leica SL2 bei 21 mm (KB), ISO 200, f/3,2 und 1/200 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler
Treffsicherer Autofokus
Das CHIP Testlabor kommt bei Offenblende auf eine Vignette von 0,9 Blendenstufen – zweifach abgeblendet ist diese mit 0,2 Blendenstufen zu vernachlässigen. In unseren Praxisbildern ist uns diese allerdings weder bei Offenblende noch abgeblendet aufgefallen.

Aufgenommen mit dem Leica Super-APO-Summicron-SL 21 mm f/2 ASPH. an einer Leica SL2 bei 21 mm (KB), ISO 200, f/3,2 und 1/160 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler
Wirklich herausragend an dem Objektiv ist der Autofokus. Hier kommt das Testlabor auf 2.654 Linienpaare pro Bildhöhe (Lp/Bh), wenn manuell fokussiert wird. Die maximale Auflösung mit Autofokus ist exakt die gleiche – 2.654 Lp/Bh –, und der Mittelwert der Autofokus-Genauigkeit liegt immer noch bei satten 2.640 Lp/Bh. Mit anderen Worten: Der Autofokus fokussiert genauso gut wie wir von Hand. Allerdings ist der Autofokus mit 0,42 Sekunden leider nicht der schnellste. Generell ist die Auflösung des Objektivs aber mit 2.654 Lp/Bh hervorragend. Lediglich an den Rändern fällt der Wert bei offener Blende auf 2.068 Lp/Bh ab. Ein wenig wundern wir uns allerdings, dass das mit 2.500 Euro deutlich günstigere Leica Super-Vario-Elmarit-SL 14–24 mm f/2,8 ASPH. im CHIP Testlabor bei der Auflösungsmessung im Vergleich die Nase vorn hat. Es erreicht bei 14 mm (kürzeste Brennweite) und offener Blende 2.836 Lp/Bh. Auch im Randbereich hat es mit 2.285 Lp/Bh in Sachen Auflösung leicht die Nase vorn. Mit dem 14–24 mm gibt es mehr Brennweitenbereich sowie eine ebenfalls sehr gute Auflösung und einen ähnlich guten Autofokus – dagegen spricht, dass es noch größer und noch schwerer (855 Gramm) als das 21 mm ist. Eine gravierende Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Wir würden das Zoom nehmen.
Aus dem Testlabor
Vignettierung des Leica Super-APO-Summicron-SL 21 mm f/2 ASPH. im Test
Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.
Unser Fazit: Leica Super-APO-Summicron-SL 21 mm f/2 ASPH. im Test
Die kürzeste Brennweite der APO-Summicron-SL-Objektive überzeugt durch einen treffsicheren Autofokus, der aber etwas schneller sein dürfte, und eine sehr gute Abbildungsleistung im Bildzentrum.
Was uns gefällt …
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Treffsicherer, präziser Autofokus
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Sehr gute Abbildungsleistung
… und was nicht so gut ist
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Gewicht
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Preis
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Autofokus-Geschwindigkeit
Technische Daten: Leica Super-APO-Summicron-SL 21 mm f/2 ASPH.
| Konstruiert für Sensorgröße / Bajonett | Kleinbild / Leica L |
| Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild) | 31,5 mm |
| Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite) | 2 |
| Kleinste Blende | 22 |
| Konstruktion: Linsen / Gruppen | 14 / 11 |
| Blendenlamellen (Anzahl) | keine Angabe |
| Naheinstellgrenze | 0,21 m |
| Filtergröße | 67 mm |
| Abmessungen / Gewicht | 73 x 102 mm / 789 g |
| AF-Motor / AF/MF-Schalter | ● / ━ |
| Bildstabilisator / mit mehr als einem Modus | ━ / ━ |
| Innenfokus / Innenzoom | ● / ━ |
| Funktionstaste (Fn) | ━ |
| Steuerrungs-/Blendenring / De-Click-Schalter | ━ / ━ |
| Fokusbereichsbegrenzer | ━ |
| Gummidichtung am Bajonett | ● |
| Streulichtblende / Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert | ● / ● |




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