Die Nikon Z5II ist eine Top-Kamera für den Einstieg in die Vollformatklasse. Im Vergleich zur Vorgängerin Z5 bietet sie mehr Tempo, eine effektivere Bildstabilisierung, einen besseren Autofokus und N-RAW-Video. Wir haben uns die Nikon Z5II im Test ausführlich angesehen.
Nikon Z5II
- Sensor: 24,4 MP Vollformat, CMOS
- Serienbildrate: bis 30 Bilder pro Sekunde
- ISO-Bereich: 50 – 204.800
- Kürzeste Verschlusszeit: 1/8.000 s
- Bildstabilisierung: ja
- Video: 4K/60p
- Display: 3,2 Zoll, 2.100.000 Bildpunkte
- Sucher: ja, EVF
- Speichermedien: 2x SDXC (UHS II)
- Gewicht: 700 g
- Preis: ca. 1.700 Euro
- www.nikon.de
Mit der Z5II hat Nikon das Nachfolgemodell der spiegellosen Vollformatkamera Z5 vorgestellt. Beide Modelle arbeiten mit einem 24,2-Megapixel-Sensor und richten sich an ambitionierte Fotoenthusiasten, die den Einstieg ins Vollformat suchen. Nachdem die ältere Z5 nach mehr als vier Jahren auf dem Markt inzwischen bereits für rund 970 Euro zu haben ist, startet die neue Z5II mit einem Gehäusepreis von rund 1.900 Euro. Grund genug für uns, einen Blick auf die Verbesserungen der neuen Generation zu werfen.
Deutlich schneller als die Z5
Eine der wichtigsten Optimierungen betrifft das Autofokussystem. Laut Nikon ist die Z5II dank des neuen, modernen Expeed-7-Bildprozessors rund 68 Prozent schneller als die Z5 mit Expeed 6. Auch die AF-Objekterkennung wurde deutlich überarbeitet: Während die Z5 nur zwischen Gesichtern und Augen von Menschen und Tieren unterscheiden konnte, bietet die Z5II nun deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten.

Aufgenommen mit der Nikon Z5II und dem Nikon Z 85 mm f/1,8 S bei 85 mm (KB), ISO 100, f/5,6 und 1/250 Sekunde. Bild: Thomas Probst
Im Menü kann zwischen den Kategorien Menschen, Tiere, Vögel, Autos, Flugzeuge und Motorräder gewählt werden. Noch praktischer: Die neue Automatik erkennt selbstständig, um welche Art von Objekt es sich im Bildausschnitt handelt, und wechselt automatisch zwischen den Kategorien – ideal, wenn es schnell gehen muss. In bestimmten Situationen kann es jedoch sinnvoll sein, eine Kategorie manuell auszuwählen, um zum Beispiel eine am Straßenrand stehende Person eindeutig gegenüber einem vorbeifahrenden Auto zu priorisieren. Mit der neuen Vogelerkennung wird die Nikon Z5II zudem auch für Tieraufnahmen zu einer spannenden Option. Für sich schnell bewegende Motive steht die von Nikon bekannte 3D-Motivverfolgung zur Verfügung.
Auch bei der Serienbildgeschwindigkeit hat die Kamera deutlich zugelegt. Konnte die Z5 noch maximal 4,5 Bilder pro Sekunde einfangen, schafft die Z5II – je nach Verschlussart und Aufnahmeformat – deutlich mehr. Mit mechanischem Verschluss haben wir im CHIP-Testlabor 14,07 JPEGs pro Sekunde bei 200 Bildern in Folge ge-messen. Im „Lautlos-Modus“ mit elektronischem Verschluss erreicht die Kamera sogar 14,99 JPEGs pro Sekunde – bei praktisch unbegrenzter Bildfolge, bis die Karte voll ist. Im RAW-Modus liefert die Z5II im Labor mit mechanischem Verschluss 11,01 RAW-Bilder pro Sekunde bei 151 Bildern in Folge. Mit rein elektronischem Verschluss sind es geringere 8,3 RAWs pro Sekunde – auch hier bei unbegrenzter Bildfolge. Damit können wir die im Handbuch der Z5II angegebenen maximalen Serienbildraten bestätigen.
Zusätzlich verfügt die Z5II über einen „Pre-Release-Capture“-Modus, bei dem die Kamera bis zu 30 JPEGs pro Sekunde fortlaufend in den Speicher schreibt, sobald der Auslöser halb gedrückt wird. Wird der Auslöser ganz durchgedrückt, speichert die Kamera zusätzlich die Bilder, die kurz vor dem Auslösen aufgenommen wurden.

Der Akku EN-EL15c ermöglicht laut Testlabor bis zu 530 Fotos oder 105 Minuten Video. Er lässt sich bequem per USB-C laden – ideal auf Reisen oder unterwegs mit Powerbank. Bild: Thomas Probst
Effektivere Bildstabilisierung
Ein weiteres Update betrifft die Bildstabilisierung am Sensor. Wie schon bei der Z5 kommt in der Z5II ein integrierter Bildstabilisator (IBIS) zum Einsatz, der Verwacklungen bei Freihandaufnahmen reduziert. Die neue Generation schafft laut Nikon nun eine Kompensation von bis zu 7,5 Blendenstufen – ein deutlicher Fortschritt gegenüber den maximal fünf Blendenstufen der Vorgängerin. In der Praxis erweitert das den Spielraum bei längeren Belichtungszeiten erheblich, etwa bei Innenaufnahmen oder in der Dämmerung. Besonders nützlich ist die Stabilisierung für Fotografen, die bereits Nikon-DSLRs nutzen und ihre F-Mount-Objektive über den FTZ-Bajonettadapter weiter verwenden möchten. Denn selbst ältere nicht stabilisierte Objektive profitieren vom kamerainternen IBIS der Z5II.

Aufgenommen mit der Nikon Z5II und dem Nikon Z 85 mm f/1,8 S bei 85 mm (KB), ISO 100, f/2,0 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst
Hellerer Sucher & Schwenkdisplay
Auch beim elektronischen Sucher hat Nikon nachgebessert. Zwar bleibt die Auflösung bei 3,69 Millionen Bildpunkten, doch stehen jetzt 18 statt bisher elf manuelle Helligkeitsstufen zur Verfügung. Außerdem ist der neue OLED-Sucher laut Hersteller dreimal heller als der Sucher der Z5. Ein direkter Vergleich war im Test leider nicht möglich, da uns keine Z5 zur Verfügung stand, aber wir können festhalten, dass der Sucher der Z5II ein angenehm helles und scharfes Bild mit einer Bildfeldabdeckung von 100 Prozent liefert.
Für mehr Flexibilität bei der Aufnahme sorgt der nun seitlich schwenkbare Touchscreen. Konnte das Display bei der Z5 nur nach oben und unten gekippt werden, lässt es sich bei der Z5II auch um 180 Grad zur Seite schwenken – und anschließend weiter nach oben oder unten neigen. Das erleichtert beispielsweise das Fotografieren aus Bodennähe im Hochformat, da das Display auch bei senkrechter Kameraposition optimal von oben zu sehen ist. Content Creator und Vlogger profitieren zusätzlich davon, dass sich das Display seitlich schwenken und nach vorne drehen lässt – so kann man sich beim Filmen selbst sehen und den Bildausschnitt kontrollieren. Im Praxistest haben wir diese Funktion genutzt, um den neuen „Präsentationsmodus“ der Kamera vorzustellen – mehr dazu auf Seite 37. Auch die Auflösung des Displays wurde erhöht: Statt 1,04 Millionen Bildpunkten wie bei der Z5 zeigt das 3,2-Zoll-Display der Z5II eine feiner aufgelöste Vorschau mit 2,1 Millionen Bildpunkten. Der Touchscreen reagiert auf Berührungen und ermöglicht die Bedienung direkt mit dem Finger auf dem Bildschirm.
Menü-Features, die wir gut finden
Mehr Möglichkeiten beim Filmen
In Sachen Video hat Nikon bei der Z5II ebenfalls nachgelegt. Wie schon die Z5 beherrscht auch die neue Z5II 4K(UHD)-Aufnahmen mit 3.840 × 2.160 Pixeln. Neu ist, dass neben 4K/30p auch 4K/60p möglich ist, allerdings mit einem gecroppten Bildausschnitt. Sowohl 4K/30p als auch 4K/60p werden als H.265-Dateien mit 8 oder wahlweise 10 Bit gespeichert. Darüber hinaus ist die Z5II die erste Kamera der Z-Serie, die N-RAW-Videos (NEV) mit 12 Bit Farbtiefe direkt auf eine eingelegte SD-Karte aufzeichnen kann. Ein externer Videorecorder ist also nicht nötig. Wer in Full HD filmt, kann Zeitlupen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde umsetzen. Darüber hinaus unterstützt die Kamera N-Log für einen hohen Dynamikumfang von 13+ Blendenstufen in der Nachbearbeitung. Praktisch ist auch die Hi-Res-Zoom-Funktion, die bei Aufnahmen in Full HD einen digitalen zweifachen Zoom ermöglicht – selbst beim Einsatz einer Festbrennweite.

Die Nikon Z5II bietet USB-C (auch zum Laden der Kamera), MicroHDMI sowie zwei 3,5-mm-Klinkenanschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer für professionellen Videoton. Bild: Thomas Probst
Zugriff & flexible Tasten
Die Nikon Z5II bietet zahlreiche Möglichkeiten zur individuellen Tastenbelegung. Zwei gut erreichbare Funktionstasten befinden sich auf der Vorderseite neben dem Objektivanschluss. Sie lassen sich bequem mit den Fingern der rechten Hand bedienen. Im Test war die untere Taste beispielsweise so belegt, dass sich durch gleichzeitiges Drehen der vorderen und hinteren Einstellräder der Fokusmodus und die AF-Messfeldsteuerung anpassen ließen. Die obere Funktionstaste öffnete direkt das Menü für den Weißabgleich. Es gibt auch separate Tasten für den ISO-Wert, den Serienbildmodus bzw. den Selbstauslöser sowie für den Start der Videoaufnahme. Alle Bedienelemente lassen sich bei Bedarf im Menü individuell belegen. Zusätzlich gibt es eine eigene Picture-Control-Taste, über die sich Nikons Farbprofil-Presets direkt ansteuern lassen. Positiv aufgefallen ist uns außerdem, dass sich die Info-Anzeige auf dem Display beim Fotografieren im Hochformat automatisch mitdreht.

Neben dem Objektivanschluss befinden sich zwei individuell belegbare Funktionstasten. Sie lassen sich gut mit den Fingern der rechten Hand erreichen und über das Kameramenü konfigurieren. Bild: Thomas Probst

Über eine separate Taste gelangt man direkt ins Picture-Control-Menü, um Farbprofile wie Standard, Neutral, Brillant oder Monochrom zu wählen oder benutzerdefinierte Picture-Control-Konfigurationen für eigene Looks anzulegen. Bild: Thomas Probst
Nikon Imaging Cloud
Die Z5II unterstützt die Nikon Imaging Cloud. Nach dem Hochladen können Bilder 30 Tage lang in einem nicht begrenzten Cloud-Speicher abgelegt werden. Darüber hinaus bietet die Nikon Imaging Cloud abwechslungsreiche „Bildrezepte” mit Aufnahmetipps zum Download. Wahlweise können auch eigene Bildrezepte angelegt werden. Wenn die Nikon Imaging Cloud über das Kameramenü mit der Z5II verbunden wird, überprüft sie zudem, ob neue Firmware-Updates zur Verfügung stehen, und kümmert sich automatisch um deren Installation. Nikon bietet auf seiner Homepage ein hilfreiches Erklärvideo, das Schritt für Schritt durch die Einrichtung führt. Alternativ können auch Clouds von Drittanbietern wie Dropbox, Google Drive und Microsoft OneDrive eingebunden werden.
Aus dem Testlabor

Aufgenommen mit der Nikon Z5II und dem Nikon Z 85 mm f/1,8 S bei 85 mm (KB), ISO 100, f/3,4 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst
In puncto Bildqualität setzt die GFX100RF neue Maßstäbe unter den Kompaktkameras. Mit ihrer Festbrennweite werden bei der Auflösungsmessung sehr gute maximal 3.667 Linienpaare pro Bildhöhe (Lp/Bh) bei kleinster ISO-Empfindlichkeit in der Bildmitte und kaum abfallende 3.446 Lp/Bh in den Ecken erreicht. Das ist absolut erstklassig. Die 102 Megapixel (11.648 x 8.736 Pixel) bieten reichlich Spielraum für großformatige Drucke und nachträgliche Bildzuschnitte. Bei steigender ISO-Empfindlichkeit nimmt die Auflösung zwar ab, doch selbst bei ISO 1.600 werden im Zentrum noch sehr gute 2.759 Lp/Bh und in den Ecken sogar 3.191 Lp/Bh erreicht. Darüber hinaus beginnen die Bilder erst ab ISO 3.200 leicht zu rauschen, wenn man sie sich bei einer 100-prozentigen Vergrößerung auf einem Monitor ansieht. Auffällig ist die recht hohe Vignettierung des 28-mm(KB)-Objektivs mit rund einer Blendenstufe bei f/4, die sich aber gut in
der Bildbearbeitung korrigieren lässt. Dazu kommen leichte Farbsäume mit einer Breite von 0,73 Pixeln. Die Verzeichnung ist mit –0,18 Prozent minimal.
Highlight-Funktion: Präsentationsmodus für Vlogger
Mit dem Modus für Produktpräsentationen richtet sich die Nikon Z5II gezielt an Vlogger und Content Creator. Aktiviert wird er im Kameramenü unter „Videoaufnahme“ und „Modus für Produktprüfungen“. Sobald ein Objekt vor die Kamera gehalten wird – etwa ein Produkt, das vorgestellt werden soll –, stellt die Kamera automatisch darauf scharf. Wird das Objekt wieder aus dem Bild genommen, fokussiert die Kamera zurück auf das Gesicht der Person. Die Größe des Fokusfelds lässt sich anpassen. Im Test funktionierte der Modus zuverlässig, wie unsere Beispielaufnahmen mit einem Kopfhörer zeigen.
Unser Fazit: Nikon Z5II im Test
Mit der Z5II wertet Nikon seine Einstiegsserie in die Vollformatklasse nochmals deutlich auf. Der schnellere Autofokus mit erweiterter Objekterkennung, die Bildqualität auf dem Niveau der höherklassigen Z6III, die flotteren Serienbildraten, der effektivere Bildstabilisator und die nützlichen Features für Content Creator machen die Nikon Z5II zu einer vielseitigen Allroundkamera zu einem attraktiven Preis.
Was uns gefällt …
- Bessere Objekterkennung als bei der Z5
- Effektiverer IBIS als bei der Z5
- Bildqualität auf Z6III-Niveau
- Guter Preis
… und was nicht so gut ist
-
Geringere Akkuleistung im Vergleich zur Z5 trotz des gleichen Akky-Typs
Technische Daten: Nikon Z5II
| Maximale Auflösung | 6.048 x 4.032 Pixel |
| Effektive Pixel | 24,4 Millionen |
| Sensor (Typ / Größe) | CMOS / 35,9 x 23,9 mm |
| Bajonett / Crop-Faktor | Nikon Z / 1-fach |
| Bildstabilisator / Kompensation | ● / 7,5 EV |
| Sucher (Art) | elektronisch |
| Bildfeld-Abdeckung / Vergrößerung (auf KB) | 100 Prozent / 0,8-fach |
| Display (Größe / Auflösung) | 3,2 Zoll / 2.100.000 Subpixel |
| Touchscreen / beweglich | ● / ● |
| Verschlusszeiten / Bulb | 1/8.000–900 s / ● |
| Kürzeste Blitzsynchronisation | 1/200 s |
| ISO-Bereich (ohne / mit Erweiterung) | 100–64.000 / 50–204.800 |
| Bildformate | JPEG, RAW, RAW+JPEG, HEIF |
| Serienbildgeschwindigkeit (max. / mit AF-C / mit AF-S) | 30 / 15 / 15 Bilder pro Sekunde |
| Maximale Video-Auflösung / Zeitlupen | 2.160 (60p) / 1.080 (120 fps) |
| Video: manuelle Blende / ISO / Fokuspunkt wählbar / AF-C | ● / ● / ● / ● |
| Video: RAW / flaches Bildprofil / Bildstabilisierung | ● / HLG, N‑Log / am Sensor |
| Blitzschuh / Blitzsynchron-Anschluss | ● / ━ |
| WLAN / Bluetooth / GPS | ● (b/g/n/ac) / ● / ━ |
| Speichermedium (Schacht 1 / 2) | SDXC (UHS II) / SDXC (UHS II) |
| USB / HDMI-Ausgang | 3.0 / micro-HDMI |
| Mikrofon- / Kopfhörerklinke | ● / ● |
| Akkutyp / Energie | EN-EL15c / 16,0 Wh |
| Gehäuse abgedichtet | ● |
| Abmessungen (B x H x T) | 134 x 101 x 72 mm |
| Gewicht Body | 700 g |
















Aktuelle Kommentare