Tetenal, der wohl bekannteste Hersteller von Fotochemie, ist insolvent und schließt zum 1. April 2019 seine Tore. Bis dahin wird weiter produziert, noch nimmt das Unternehmen Bestellungen entgegen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass es mit Tetenal weitergehen könnte, gibt es inzwischen.   

Seit Mitte der Woche steht fest: Der Versuch, die Tetenal Europe GmbH zu sanieren, ist gescheitert. Das Unternehmen wird abgewickelt und nach Auslaufen der Produktion voraussichtlich zum 1. April 2019 geschlossen. Das berichtet der Branchendienstimaging + foto contact.

Seit Oktober 2018 lief der Versuch, Tetenal in Insolvenz in Eigenverwaltung zu sanieren. Dieser Versuch ist jetzt gescheitert, sowohl die Tetenal Europe GmbH wie auch die deutsche Tochtergesellschaft Tetenal Imaging Service GmbH sind zahlungsunfähig. Die ausländischen Tochtergesellschaften in England, Frankreich und Polen sind offenbar nicht direkt von der Insolvenz betroffen.

Geht damit eine Geschichte zu Ende, die im Jahr 1847 ihren Anfang nahm? Damals nahm der Drogeriegroßhändler Theodor Teichgräber Chemikalien zur Entwicklung von Collodiumplatten in sein Sortiment auf. Die Marke Tetenal gibt es seit 1910. Bekannt wurde Tetenal vor allem durch seine Entwicklungschemie wie Ultrafin.

Noch besteht eine kleine Hoffnung, dass es nicht endgültig vorbei ist mit Tetenal. Rund 40 Mitarbeiter sowie große Teile der bisherigen Führungsmannschaft haben als „New Tetenal“ eine Initiative gestartet, um in eine „neue Zukunft aufzubrechen“. Eine Initiative, die von Insolvenzverwalter Dr. Sven- Holger Undritz ausdrücklich unterstützt wird.

Vor fast 100 Jahren war Tetenal übrigens schon einmal pleite. Und konnte durch eine Auffanggesellschaft gerettet werden.