Was man allgemein als Hässlichkeit bezeichnet, kann in der Kunst zu großer Schönheit werden.

— Auguste Rodin

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CeBIT 2006: High Dynamic Range Imaging

High Dynamic Range Imaging (HDRI) will bei Fotografie und Film Helligkeitswerte (Kontraste) entsprechend dem menschlichen Sehvermögen erfassen und zeigen - bis zur Marktreife kann es allerdings noch zehn Jahre dauern

Saarbrücken - Nach der digitalen Revolution im Bildauflösungsbereich durch High Definition (HD) steht die nächste bahnbrechende Neuerung bereits vor der Tür. High Dynamic Range Imaging (HDRI) soll die Lücke zwischen Fotografie und Film und dem menschlichen Auge endgültig schließen. Möglich wird dies durch das Erfassen und die Wiedergabe von Helligkeitswerten im Umfang des menschlichen Sehvermögens. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Informatik nun eine Lösung zur Speicherung und Komprimierung von HDR-Videos entwickelt, die derzeit auf der CeBIT präsentiert wird.

„Im Bereich der Bildauflösung kommen die neuen HDTV-Geräte der menschlichen Sehqualität schon sehr nahe“, erklärt Karol Myszkowski vom Max-Planck-Institut. „Bei der Kontrastfähigkeit, also der Erfassung von Helligkeitswerten ist das menschliche Auge verglichen mit derzeit existierenden Kameras und Monitoren allerdings immer noch haushoch überlegen“, meint er. So kann das Auge von einem mondlosen Himmel (3*10-5 Candela/m2) bis zu direktem Sonnenlicht (2*109 Candela/m2) ein ausgesprochen großes Helligkeitsspektrum erfassen und Helligkeitswerte von mindestens fünf Größenordnungen simultan sehen. Digitale Kameras und Monitore schaffen gerade einmal zwei bis drei Größenordnungen, diese allerdings auch nicht gleichzeitig.

„Für die digitale Fotografie bedeutet der Einsatz von HDRI den Wegfall von Unter- oder Überbelichtungen, während der Zuschauer beim Fernsehen das Gefühl bekommt, das Gezeigte wie durch ein Fenster zur realen Welt zu sehen“, meint Myszkowski. Erreicht wird dies durch das Übereinanderlegen unterschiedlicher Helligkeitslevel, ähnlich dem menschlichen Auge. Er glaubt, dass die massentaugliche Produktion entsprechender Geräte und Monitore noch etwa zehn Jahre dauern könnte, wenngleich kleinere Unternehmen wie Spheron VR, IMS Chips oder Dalsa bereits jetzt diverse Lösungen auf dem Markt anbieten.

Mit der am Institut entwickelten neuen Komprimierungstechnik für HDR Video will man in der Lage sein, die komplette Farbinformation, die für das menschliche Auge sichtbar ist, zu speichern. Traditionelle Video-Komprimierung, wie MPEG-4 oder ISO/IEC 13396-2/10, ist dazu nicht in der Lage, da sie ausschließlich dafür vorgesehen ist, gerade genug Informationen zu verschlüsseln, die für gegenwärtig existierende Geräte benötigt werden. Um auch auf diesen Geräten von der neuen Technologie zu profitieren, haben Forscher so genannte Tonemapping Tools entwickelt. Diese sind in der Lage, das bei HDRI eingesetzte Kontrastverhältnis von 60.000:1 auf das 250:1-Kontrastverhältnis von normalen Monitoren herunterzurechnen.

(pressetext / Martin Stepanek)

Dynamik

Eingetragen von
Gast
am Montag, 13. März 2006 - 19:27

Hoffentlich dauert es keine 10 Jahre, hoffentlich auch für Digitalkameras und nicht nur für Videos: Der Dynamikumfang jetziger digitaler Kameras liegt merklich unter dem von Diafilm. Da ist noch viel Entwicklungsspielraum!!!

...über - er liegt merklich über dem von Diafilm

Eingetragen von
Gast
am Montag, 13. März 2006 - 22:20

und das sagt einer der bisher nur analog fotografiert. Dia: 5Blenden. Digitale SLR 8Blenden Hassi mit Digiback 12Blenden...

An den Vorkommentator

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 14. März 2006 - 01:07

RICHTIG! Digital ist überlegen.

ansatzpunkt

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 21. März 2006 - 15:53

ich denke das kann nicht so schwer sein, es würde auch kein neues videoformat erfordern.

heute kann ich ein HDR-foto generieren, indem ich mehrere Aufnahmen (2-5) mit unterschiedlichen belichtungen mache und diese dann von einer geeigneten software so zusammensetzen lasse, dass die hellen bereiche des bildes aus den unterbelichteten aufnahmenund die dunklen bereiche aus den überbelichteten aufnahmen verwendet werden.

um so etwas in ein video zu bekommen, müsste ich die taktzahl, mit der die bilder ausgelesen werden erhöhen und von derselben szene immer mindestens 2 oder 3 bilder in kurzer zeit machen. wenn diese direkt von einem prozessor in der kamera zu einem HDR-Image verarbeitet und in ein gewöhnliches bild gemapt werden, kann ich aus solchen im tonumfang komprimierten bildern mein video zusammensetzen. in "gewöhnlichem" format. voraussetzung: rauscharme CCD-chips, die ein schnelles auslesen & umstellen der empfindlichkeit unterstützen.

weiters ist nach wie vor der AD-wandler ein grund für den niedrigen kontrastumfang: meist stehen nur 12 bit = 4096 abstufungen zur verfügung, und mit einem raw-bild in 12 bit kann man bereits heute einfach den kontrastumfang ohne clipping reduzieren und bilder mit höherem dynamikbereich generieren. könnte man hier noch weiter gehen (ist ein auslesen mit einem 16-bit-AD-wandler sinnvoll? müsste der CCD-chip hier noch weiterentwicklt werden um mehr "echte" information zu liefern?) wäre ein beträchtlicher kontrastumfang in jedem bild möglich. der könnte dann entweder in einem neuen videoformat gespeichert werden (problem: hohe datenraten) oder auch direkt von der kamerasoftware zu einem echten HDR-mapping-bild komprimiert werden.

alles durchaus machbar. was mit hdr-mapping rein softwareseitig für kontraststeigerungen möglich sind siehe www.hdrsoft.com