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Am 27.5.
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Pest oder Cholera?
Einen bleibenden Eindruck hinterliess vor vielen, vielen Jahren meine erste Digitale - es war ein Versuch, um erstmal zu sehen, was Digitaltechnik bedeutet. (Ich fotografierte zu diesem Zeitpunkt mit der wunderbaren Nikon F4s) Ich kaufte mir eine sehr gute kleine Fuji. Der Effekt: Die Geschichte wiederholte sich. So wie vor 20 Jahren, als ich meine erste Analog-Kompakte in den Händen hielt, erkannte ich binnen weniger Stunden, dass so eine kleine Digitale genauso "krank" war wie damals das analoge Pendant. Soweit meine einleitenden Worte zu einem Zitat bezüglich des hier zu kommentierenden Erlebnis-Berichts zur LX5:
"Besonders gut gefallen an der Neuen hat mir – neben dem Objektiv – die Stufen-Zoom-Funktion: damit werden die Brennweiten 24, 28, 35, 70 und 90 mm (entspr. Kleinbild) fest vorgegeben und per Zoom-Wippe wechselt man schnell von Brennweite zu Brennweite; die Abstände sind mir fein genug und das damit wegfallende, sonst meist notwenige „Stotter-Zoomen“ hin und zurück, bis die passende Brennweite eingestellt ist, finde ich sehr angenehm." (thoMas)
Ich weiss nicht, ob ich das als Sarkasmus werten soll oder als einen Versuch, einen technischen Rückschritt als Fortschritt verkaufen zu wollen?
Schaut man genauer hin, kann man das holprige Schönreden nicht übersehen: Da wird von "wegfallendem Stotter-Zoomen" gesprochen. Aha... Zuerst redet man eine Funktion schlecht, indem man ihr einen negativen Namen verleiht (Stotter-Zoom), dann fügt man Worte wie "angenehm" und "fein genug" in den Kontext der Betrachtung, was natürlich die "neue Funktion" des Schrittzooms aufwerten soll. Und mitten drin dann noch eine Ungereimtheit, die man erst auf den zweiten Blick erkennt, die also ein Laie sowieso übersieht: Welcher Knipser kann etwas mit Brennweiten anfangen, geschweige, diese bewusst an einer Miniknipse auch noch einstellen? *lol* Es erscheint mir deshalb absolut unlogisch, wieso man hier also die "passende Brennweite" (siehe "thoMas") einstellen will.
Ein "Profi" stellt an dieser Kompakten die "passende Brennweite" "blind" ein, ein Laie dreht einfach am Rad, bis sein gewollter Bildausschnitt erscheint. Was meint Ihr, wird er vielleicht doch die Knipse vom Auge nehmen, auf das Miniobjektiv starren und dann mit der Zoomwippe versuchen, den Skalenpunkt einer adäquaten Kleinbildbrennweite finden wollen, um dann wieder die Knipse ans Auge zu nehmen? *lol* (Na, vielleicht ist ja auch die Brennweite auf dem Display ablesbar... Im Prinzip Dasselbe.)
Okay, dafür wäre eine Stufeneinstellung besser... Aber wie sinnvoll wäre das in sich, würden wir annehmen, dass diese absurde Situation tatsächlich passieren könnte? Wozu hat man denn ein ZOOM-Objektiv? Um damit Festbrennweiten zu simulieren?
Ehrlicher wäre hier für mich gewesen, einfach die Dinge beim Namen zu nennen und sie kritisch zu betrachten. Auch eine Zoom-Wippe kann dynamisch (schnell/langsam nach Druckänderung) ausgelegt sein. Man kann sogar Schritt- und Gleitmodus zusammenfassen... Das Rumstottern ist meines Erachtens auf der einen Seite herbeigeredet, auf der anderen Seite Unvermögen. (Tja, wer mit einer Kompakten knipsen will, muss auch lernen, diese umständliche Technik - im Gegensatz zu einer DSLR - zu beherrschen.)
Zusammengefasst sehe ich hier genau den gleichen Mist wie eh und je: Kompaktknipsen bleiben, was sie schon immer waren: Teils extrem umständlich zu bedienende Apparätchen, die Knipsern nicht selten das Fotoleben zur Hölle machen. Der alte Irrglaube, den man in ahnungslose Köpfe setzt, wonach eine Knipse einfacher als eine SLR sei, lebt weiter fröhlich fort - und manifestiert sich je nach Herstellungsjahr in diversen unglücklichen Versuchen der Industrie, noch mehr Kosten einzusparen und dabei noch knipserfreundlicher zu sein.
Um es mit einer Metapher zu sagen:
Man kann einem Menschen, der nicht rechnen kann, keinen Computer hinstellen, um ihm beim Rechnen helfen zu wollen...
Mit Gruß
NPP