Die Kamera war für mich wie vorherbestimmt, und ich gebrauchte sie wie ein Musiker das Klavier, oder ein Maler die Leinwand. Ich fühlte mich als Meister der Elemente und glaubte Wunderbares bewirken zu können.

— Alfred Stieglitz

Am 27.5.

  • 1913: * Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, + 1951); deutscher Fotograf, Maler und Grafiker
  • 1923: * Inge Morath (+ 2002); österreichische Fotografin

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Verehrter Herr

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 18:03

Verehrter Herr Maschke,

Redaktion photoscala schrieb:

Sehr geehrter Gast,

Kodak nennt für den T-Max 100 eine Auflösung von 200 lines/mm = 200 L/mm (nicht: Lp/mm!). Das unterstreicht auch die von Kodak dazu veröffentlichte MTF-Kurve, die bei 50% mit ca. 150 cycles/mm angegeben wird.>

Cycles ist im englischen der Fachterminus für eine Periode / ein Linienpaar.

Redaktion photoscala schrieb:

In der Literatur ist man sich einig, dass die "Linie" eine schwarze oder weiße Linie meint; das "Linienpaar" hingegen eine schwarze und weiße Linie. (schwarz und weiß deswegen, um möglichst hohen Kontrast und damit hohe Auflösungswerte zu erzielen). Wenn also ein Fujifilm - oder auch Kodak und andere - laut Datenblatt 200 Linien pro Millimeter auflösen kann, dann wollen wir das mal glauben. Mir erscheint unglaublich, dass die Hersteller in ihren Datenblättern den Unterschied zwischen L/mm und Lp/mm nicht kennen und nennen - zumal sie so ja nach Ihrer Interpretation, werter Gast, auf die doppelte Auflösung kämen - sie müssten nur ein kleines "p" mit reinsetzen.>

Die kennen den Unterschied natürlich schon. Aber im englischen Sprachraum wird häufiger auch lines per millimeter benutzt, aber in dem Sinn wie ich ihn oben beschrieben hatte, dass es eben diese Anzahl schwarzer Linien auf weißem Grund sind. Alles andere würde ja auch keinen Sinn machen, eine schwarze Linie braucht eine helle Umgebung um sichtbar zu sein.
Dass diese zuweilen etwas uneindeutige, semantisch unpräzise Bezeichnung zu Verwirrung führen kann, ist sicher gegeben.

Redaktion photoscala schrieb:

Wie im Artikel geschrieben, sind mögliche Beschränkungen des Aufnahmesystems hier ganz bewusst nicht berücksichtigt worden - es ging allein um die, wie ich finde, doch ganz interessante Frage, wieviel Information der jeweilige Film laut Datenblatt theoretisch überhaupt nur liefern kann. Definiert werden sollte jene simple Obergrenze einer Bilderfassungseinheit, wie sie rein rechnerisch überhaupt nur möglich ist. (Wobei m.E. die ermittelten Werte durch die Praxis mehr als gedeckt sind: ab ca. 10-12 MP, so meine Erfahrung, die auch Berufenere als ich teilen, wird es schwer für den Film, bzw. ab da zieht der digitale Sensor (Four Thirds und größer) dem KB-Film davon. Insofern sind die hier ermittelten Film-Werte also eher optimistisch, was die Farbfotografie angeht. Unbestritten bleibt, dass Schwarzweißaufnahmen auf Film höher auflösen als Farbfilme.)>

Dass digitale Sensoren schon ab 10 - 12 MP eine höhere Auflösung haben sollen als Film, ist sowohl theoretisch-physikalisch widerlegbar, als auch praktisch per Tests. Ich habe zahlreiche dieser Tests durchgeführt. Als Physiker mit Erfahrung in der Optikentwicklung traue ich mir das auch durchaus zu ;-)).
Ich kenne die Tests, die zu anderen Ergebnissen kommen. Die weisen allerdings Mängel auf, die zu falschen Ergebnissen führen. Der häufigste Mangel ist, das zum Vergleich der Film gescannt wird, und das dann fast immer nur mit 4000 dpi oder oft sogar noch niedriger, der Film wird so von vornherein in seiner Leistung stark beschränkt. Kein Scanner auf dem Markt, auch kein Trommelscanner, kann die Auflösung des Films voll erfassen. Die Leistung, die in diesem Punkt Vergrößerungsobjektive (und auch Projektionsobjektive) leisten, ist der von Trommelscannern deutlich überlegen.
Also Vergleich Print digital zu Print analog und Projektion digital zu Projektion analog.

Redaktion photoscala schrieb:

Etwas noch zu CLN und Zeiss: Der Herr Airy hat(te) dazu - was mir damals noch nicht klar war, was aber dazumalen der Kommentar schon mal schön durchrechnet: In CLN hat Zeiss auch schon mal entweder L und Lp verwechselt - oder aber Auflösungswerte ermittelt, die jenseits der Beugungsgrenze liegen (Wenn ich mich nicht verrechnet habe, sind bei Blende 5,6 theoretisch und im Idealfall 265 L/mm das beugungsbedingte Maximum - 250 Lp/mm sind nicht erzielbar! siehe Beugungsscheibchen)

(thoMas)

Also ich habe in den CLN immer nur die Angabe von Lp/mm gesehen. Zeiss hat jahrzehntelange Erfahrung in der Optikentwicklung, und im Testen von Obkjektiven. Die wissen schon, wovon sie schreiben.
Außerdem macht Zeiss sicher mehr als 90% seiner Optikumsätze mit Objektiven, die digital verwendet werden. Die haben also gar kein Interesse, Film schön zu reden.
Beugung: Auflösungswerte von 250 Lp/mm bei Blende 5,6 sind durchaus möglich: Weil die Beugung von der spektralen Zusammensetzung des Lichts abhängig ist, kann die Beugungsgrenze bei entsprechender Lichtzusammensetzung (von der Lichtquelle abhängig) etwas höher sein. Hier kommt es auf die Testbedingungen an.
Ferner: Moderne Hochleistungsobjektive sind praktisch beugungsbegrenzt, und kommen der Beugungsgrenze sehr sehr nahe.
Ich habe viele Objektive getestet, insbesondere von Zeiss und Leica, die diese hohe Leistung aufweisen. Aber auch ein Nikkor DC 2/105 spielt beispielsweise in dieser Liga.

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