Das Wesen des Menschen bei der Aufnahme sichtbar zu machen, ist die höchste Kunst der Fotografie.

— Friedrich Dürrenmatt

Am 27.5.

  • 1913: * Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, + 1951); deutscher Fotograf, Maler und Grafiker
  • 1923: * Inge Morath (+ 2002); österreichische Fotografin

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Redaktion photoscala
(Ehrengast)
am Dienstag, 29. Juni 2010 - 17:41

Sehr geehrter Gast,

Gast schrieb:

1. Auch andere Hersteller geben die Auflösung ihrer Filme an, und zwar in Linienpaaren pro Millimeter. So gibt Kodak beispielsweise für den T-Max 100 eine Auflösung von 200 Lp/mm an, was einem Megapixel Äquivalent von gut 138 Megapixeln entspricht.

Kodak nennt für den T-Max 100 eine Auflösung von 200 lines/mm = 200 L/mm (nicht: Lp/mm!). Das unterstreicht auch die von Kodak dazu veröffentlichte MTF-Kurve, die bei 50% mit ca. 150 cycles/mm angegeben wird.

Gast schrieb:

Fuji schreibt in seinen Angaben zwar von Linien pro Millimeter, bezeichnet damit aber die Zahl von schwarzen Linien auf weißem Grund, und dass entspricht dann genau dem Wert in Linienpaaren pro Millimeter.

In der Literatur ist man sich einig, dass die "Linie" eine schwarze oder weiße Linie meint; das "Linienpaar" hingegen eine schwarze und weiße Linie. (schwarz und weiß deswegen, um möglichst hohen Kontrast und damit hohe Auflösungswerte zu erzielen). Wenn also ein Fujifilm - oder auch Kodak und andere - laut Datenblatt 200 Linien pro Millimeter auflösen kann, dann wollen wir das mal glauben. Mir erscheint unglaublich, dass die Hersteller in ihren Datenblättern den Unterschied zwischen L/mm und Lp/mm nicht kennen und nennen - zumal sie so ja nach Ihrer Interpretation, werter Gast, auf die doppelte Auflösung kämen - sie müssten nur ein kleines "p" mit reinsetzen.

Gast schrieb:

... denn die Auflösung wird bei digitalen Sensoren durch die Nyquist Grenze limitiert. Diese physikalische Grenze ist unüberwindbar, selbst mit den besten Objektiven geht nicht mehr. Und diese physikalische Grenze liegt bei einem Vollformat 24 MP Sensor schon bei 85 lp/mm...

Wie im Artikel geschrieben, sind mögliche Beschränkungen des Aufnahmesystems hier ganz bewusst nicht berücksichtigt worden - es ging allein um die, wie ich finde, doch ganz interessante Frage, wieviel Information der jeweilige Film laut Datenblatt theoretisch überhaupt nur liefern kann. Definiert werden sollte jene simple Obergrenze einer Bilderfassungseinheit, wie sie rein rechnerisch überhaupt nur möglich ist. (Wobei m.E. die ermittelten Werte durch die Praxis mehr als gedeckt sind: ab ca. 10-12 MP, so meine Erfahrung, die auch Berufenere als ich teilen, wird es schwer für den Film, bzw. ab da zieht der digitale Sensor (Four Thirds und größer) dem KB-Film davon. Insofern sind die hier ermittelten Film-Werte also eher optimistisch, was die Farbfotografie angeht. Unbestritten bleibt, dass Schwarzweißaufnahmen auf Film höher auflösen als Farbfilme.)

Dennoch, danke für die Anmerkungen, ist doch dies einfache Rechenbeispiel hier nur der erste Versuchsballon bzw. ein Abfallprodukt, sozusagen, denn eigentlich treibt mich die Frage um, wie hoch bildgebende Systeme überhaupt nur auflösen können (Begrenzung durch Beugung, Nyquist, und was weiß ich noch ...). Und da ist jeder Hinweis willkommen.

Etwas noch zu CLN und Zeiss: Der Herr Airy hat(te) dazu - was mir damals noch nicht klar war, was aber dazumalen der Kommentar schon mal schön durchrechnet: In CLN hat Zeiss auch schon mal entweder L und Lp verwechselt - oder aber Auflösungswerte ermittelt, die jenseits der Beugungsgrenze liegen (Wenn ich mich nicht verrechnet habe, sind bei Blende 5,6 theoretisch und im Idealfall 265 L/mm das beugungsbedingte Maximum - 250 Lp/mm sind nicht erzielbar! siehe Beugungsscheibchen)

(thoMas)

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