Fotografieren ist wie schreiben mit Licht, wie musizieren mit Farbtönen, wie malen mit Zeit und sehen mit Liebe.

— Almut Adler

Am 27.5.

  • 1913: * Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, + 1951); deutscher Fotograf, Maler und Grafiker
  • 1923: * Inge Morath (+ 2002); österreichische Fotografin

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Spiegelreflex deutlich besser

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 14. Februar 2010 - 11:58

Vielen Dank für die fundierte Antwort. Leica hat viel zu spät auf Spiegelreflex gesetzt. Als die erste Leicaflex kam (gute Kamera, aber keine Wechselsucher, ohne TTL-Messung, kein einfach anschraubbarer Motor) hatten die deutlich besseren Japaner schon das Feld unter sich aufgeteilt. Was dann kam, sah nicht mehr gut aus. Leitz musste sich von Minolta (Gehäuse und Objektive) beliefern lassen, die M überlebte, weil sich die Leica-Käuferschicht veränderte: Von den Profis (die jetzt Nikon und Canon bevorzugten) zu den Sammlern, die es in Gold, Titan und mit Sondergravuren in putzigen Schmuckschatullen liebten. Aber jetzt ganz konkret: Die billigste Spiegelreflex ist universeller einsetzbar, als die Messsucherkameras. Was bieten denn diese vorsintflutlichen Dinger?: Einen schlechten Mindestabstand, keine Korrekturmöglichkeiten bei Gegenlicht, nur eine eingeschränkte Brennweitenauswahl bis höchstens 135 mm, Extremweitwinkel nur über unpraktische Aufstecksucher. Damit lässt sich in der Freizeit schön herumknipsen, aber für Presse, Wissenschaft und Forschung gelten andere Maßstäbe - da müssen die Ergebnisse stimmen? Noch zu dem Einwand, Spiegelreflexkameras wären billiger gewesen: Eine M4 (Gehäuse) kostete 1971 ca. 950 Mark, eine Canon F-1 (Topkamera) aber 1260 DM, die Profikamera Nikon F Photomic FTN 1000 DM. Wer es billiger haben wollte, konnte die Billigmarke Cosina kaufen (heute Hersteller der Zeiss-Kleinbildobjektive), die gab es für 480 DM (mit Objektiv). Alternativ die Praktica LLC zum Gehäusepreis von 420 DM. Also bitte erst gründlich recherchieren, dann die Leica-Lobeshymne anstimmen!

Gast schrieb:

SLR's haben sich nicht deswegen durchgesetzt, weil sie "billiger" als Messsucher waren, sondern weil sie ungleich universeller im Gebrauch sind.
Leica hat von Anfang an - historisch durch Aussagen unterfüttert - die Existenzberechtigung der SLR nicht nur in Frage gestellt, sondern durch die (japanisch unterfütterte) Produktpolitik auch überdeutlich gemacht, dass SLR nicht wirklich interessierte. Mit allen bekannten Folgen am Weltmarkt und für die technologische (Weiter)Entwicklung.
Dass man inzwischen zum Punkt gekommen ist, wo man glaubt, mit offener Arroganz (und dem Kaufmann'schem Privatsponsoring) den Markt von unten her aufrollen zu können, das gehört zu Tragik dieser Edelschmiede, die so offen borniert den Läufen der Zeit getrotzt hat.

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