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Großartige Fotografie handelt von Gefühlstiefe, nicht von Schärfentiefe.
Am 26.5.
- 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin
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Rollei: Wo liegen die Grenzen des Dokumentarischen....
Einmal den Braunschweiger Zustand im "Rolleiwerk" zu dokumentieren, braucht es etwas Humor, jede Fahrradwerkstatt hat aktuell mehr zu tun und bewegt mehr Bauteile je Werktag. Genau da liegt die Crux von Rollei, nach Jahrzehnten ist die Firma umgeformt worden in eine Manufaktur, was bedeutet, dass man diese Kameras am besten gleich in die Vitrine packt, während am Weltmarkt beim Technologiewechsel von analog zu digital ein kompletter Markt neu bestückt wurde und sich zudem noch erweitert hat, Unsummen wurden verdient, aber in Braunschweig drehte sich alles um den Wunsch eine zweiäugige Kamera und kurz vor Schluss auch nochmal eine einäugige Kamera für einen zehntausender Markt herzustellen, in einem Wettbewerb von mehr als fünf Herstellern... Der Aufstieg von Samsung in diesem Segment wäre nicht denkbar gewesen ohne den Mut von Firmen wie Rollei, sich lieber mit der Verteidigung der Vergangenheit zu befassen, als die Märkte von heute und morgen besetzen. Der Niedergang der deutschen Fotoindustrie war primär eine Folge von falscher Selbsteinschätzug und ist es noch, die von Panasonic betreute Marke Leica, die von Fuji betreute Marke Hasselbladt, der von Samsung wieder abgegebene Braunschweiger Rolleihersteller, alles Konzepte die nicht dazu führen, dieses wichtige Segment im Markt für digitale Consumerprodukte wieder hinreichend stark zu besetzen. Das Auseinanderkippen von Marke und Herstellung wie Entwicklung von Produkten ist schon der Firma Kodak nicht gut bekommen, da die wichtigste Regel der Markenführung ausser acht gelassen wurde, eine Marke muss glaubhaft sein. Eine Marke die ausschliesslich aus Lizenznehmern besteht, hat eine relative Chance sich zu behaupten, langfristig ist sie jedoch immer auf dem absteigenden Ast, da sie ihre Markensubstanz verbraucht. Eine Marke, die aus überragend guten Produkten aus eigener Herstellung besteht und kann sich darüber hinaus so manche Lizenzgeschichte erlauben kann, doch wo das fehlt... fehlt sozusagen alles, auch wenn es nicht sogleich jeder merkt. Der Abstieg der Marke Kodak aus den Top100 unter den Marken und der damit verbundene Wertverlust der Marke von über eine Milliarde Dollar in nur fünf Jahren, sollte den Rolleimarkeneignern zu denken geben, was sie im Sinne eigener Herstellung mit der Marke wieder anfangen können und mit welcher Strategie, ein Produktportfolio aufgebaut werden kann, dass im Sinne einer Querfinanzierung auch einen Bereich wie den Digitalkameramarkt wieder in Angriff nehmen kann. Aktuell ist ausser einer Kuckucksuhrenfabrik für grossformatige Fotoapparate nicht viel zu sehen, jemand sollte Rollei endlich von diesem Vogel befreien. Arbeitsplätze entstehen dort, wo Gewinne gemacht werden und nicht dort, wo sich Belegschaft und Gewerkschaft gegen Investoren verbünden, schlechter kann es für einen Investor nicht gelaufen sein...und über hundert Arbeitsplätze sind jetzt auch ganz sicher versenkt. Die aktuelle Firmenpolitik in Braunschweig gibt wenig Hoffnung zu einem Neuanfang, dennoch sollte aus den herumliegenden Teilen der Rolleigeschichte wieder etwas geformt werden. Doch noch nicht einmal innovatives Produktdesign war für den Hersteller aus Braunschweig zu bekommen und damit war dann auch vom Hersteller nur noch eines zu bekommen, bei Ebay, die Modelle der Vergangenheit (6008er usf.) zum besonderen Preis, solange der Vorrat reicht und der reicht noch eine Weile. Die Kritik an der Firmenkultur bezieht sich nicht auf das Qualitätsverständnis der Braunschweiger, sondern auf das Umfeld in das sie eingebettet wurde. Wie schon bei Airbus, wo sich eine ähnliche Sicht auf die Dinge ausgebreitet hat, ist soetwas am Schluss immer ein sehr teuerer Spass. Der Wandel kann nur gelingen, wenn auf auf etwas Rollei draufsteht, das in Braunschweig entwickelt wurde und zu einem Drittel auch hier zusammengebaut worden ist, doch bis dahin fließt wohl noch einiges Wasser die Ocker runter...oder die Markeninhaber besinnen sich endlich eines Besseren.