Heute ist der Fotograf ein Fälscher und jedes Bild eine Lüge.

— Brian P. Bailey

Am 26.5.

  • 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin

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Hört Ihr die Signale?

Eingetragen von
Gast
am Montag, 04. Januar 2010 - 19:03

Hört Ihr die Signale?

Demnächst kommt also Samsung mit der NX 10. Etwas schmalbrüstiger elektronischer Sucher und 3"-Display nicht schwenkbar, proprietäres Samsung-Bajonet, was ich so lese. Informativen Vorabtest fand ich bei:

http://www.dpreview.com/news/1001/10010402samsungnx.asp

Alles eigentlich nicht so spektakulär, davor müssen Canon, Nikon und Co. nicht zittern, aber schwitzen werden sie schon müssen: Samsung verwendet (endlich) das (mengenmäßig) etabliertes digitale APS-C Format, für ein zeitgemäßes Kamera-System mit Wechselobjektiven ohne den historischen Ballast der Spiegelreflex-Konstruktion. Ein Anriff von David auf die Goliaths insbesondere auf ihr Objektiv-Monopol. Sigma, Tokina und Tamron hingegen werden sich freuen, ihr Kapital geschützt zu wissen.

Der eigentliche Impuls kam von den FourThird Protagonisten. Ihnen gebührt höchste Anerkennung für den Mut, nicht nur weiter zu denken sondern auch das Risiko des Handeln einzugehen. Eigentlich sollte allen klar sein: Die Geschichte der Kameratechnik bleibt nicht bei der Spiegelreflex stehen. Hier ein kurzer Rückblick.

1896 entstand bei Hüttig&Sohn in Dresden die erste einäugige Spiegelreflexkamera (noch für Fotoplatten) die „Zeus-Spiegel-Kamera“.

1936, vierzig Jahre später, wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse von Ihagee die erste (einäugige) Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt, die Kine-Exakta, vorgestellt. Kriegsbedingt erst 30 Jahre später, in den 60er Jahren begann der Siegesfeldzug der "SLR" (Single Lens Reflex). Wechselobjektive und Sucherbild mit intuitiver visueller Schärfekontrolle waren die unwiderstehlichen Anreize.

1981, wiederum 45 Jahre später stellt Sony mit seiner "Mavica" das erste filmlose Kamerasystem mit elektronischem CCD-Sensor und Wechselobjektiven vor. Doch erst 15 Jahre später, Mitte der 90er Jahre, begann der Siegesfeldzug der digitalen Fotografie. Parallel dazu hatte Autofocus inzwischen die visuelle Schärfekontrolle der SLRs enttrohnt. Sensor- und Speicher-Chips sowie die Weiterverarbeitung am Computer waren so weit fortgeschritten, dass zur Schnelligkeit auch die bessere Bildqualität kam. Der chemische Film starb. Minikameras eroberten den Markt und die SLRs rüsteten ab 1995 elektronische Sensoren nach. Den SLRs blieb unter anderem der Vorteil der Wechselobjektive, nämlich dass man sie wechseln konnte und dass man schon welche davon hatte.

Heutzutage, 20 Jahre nach der Vorstellung der filmlosen Fotografie kam 2008 mit der DMC G1 von Panasonic endlich eine System-Kameras mit Wechselobjektiven auf den Markt, die den Spiegelkasten und das voluminöse Umkehr-Spiegelsystem über Bord wirft und durch einen im Videobereich längst üblichen elektronischen Sucher ersetzt. Minolta versuchte das mit der "Dimage 7" schon vor zehn Jahren, allerdings ohne Wechselobjektive und Olympus 2009 auch mit Wechselbajonet jedoch unter Verzicht auf Durchsichtsucher und Blitz um Platz zu sparen.

Wie geht es weiter?

Selbst wenn alle Kamerahersteller von heute auf morgen auf Systeme mit Wechseloptiken ohne Spiegelreflexkasten mit kurzem Auflagemaß umstellen würden, hätte der Verbraucher davon anfangs bestenfalls gewisse, derzeit noch nicht überzeugende Volumenvorteile (abgesehen von Imageaspekten). Ich vermute jedoch, dass sich die Weiterentwicklung immer mehr auf diese neueren Systeme konzentrieren wird und dass dort der Fortschritt stattfinden wird. Den Bildern, die man damit macht, wird das weiterhin egal sein.

Gut finde ich jedoch, dass heute Menschen ohne technische Ambitionen aber mit einem guten Auge für Augenblicke und Erlebnisse Bilder knipsen und bewahren können, die früher dem Bereich der hohen Kunst der ausgebildeten Fotografen vorbehalten waren. Und die neueren Systeme werden immer bezahlbarer.

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