Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen, sollte man in Urlaub fahren.

— Ephraim Kishon

Am 26.5.

  • 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin

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Made in Germany ist inzwischen Anglerlatein

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 03. Januar 2010 - 02:39

Hongkongsinvestoren, die tausende von Fabriken im Perlflussdelta betreiben, leiden unter den hohen Löhnen dort. Inzwischen werden von den Arbeitern mancherorts über 100 Dollar Monatslohn netto gefordert. Es gibt also reale Probleme! Während in Deutschland bei "Rolleiflex" schon auf den nächsten "Investor" gewartet wird, der gerne Kameras Made in Germany sehen möchte. Dabei wäre ein Anglerverein der bessere Ort für solche Ideen. Hier ein Artigel von gtai, über die Fabriken im Perflussdelta, wo auch die meisten "Knipsen" herkommen. Geschichten aus der Marktwirtschaft:

Hongkong (bfai) - Die regelmäßigen Klagen Hongkonger Investoren über einen Arbeitskräftemangel im südchinesischen Perlflussdelta spiegeln nur eine Seite der Medaille wider. Wer einen ordentlichen Lohn zahlt, hat nämlich keine Probleme, ausreichend Angestellte zu finden. Viele Unternehmen der klassischen Leichtindustrie, die sich die steigenden Gehälter jedoch nicht leisten können, wandern ins Hinterland der Provinz Guangdong ab. Dort haben sich Kreise wie Jieyang zu einem Zentrum der Textil- und Kunststoffbranche entwickelt.

Alljährlich spielt sich zum Chinesischen Neujahr in den Städten der reichen Küstenregionen die gleiche Szene ab: Millionen von Wanderarbeitern, die zum Familienbesuch in ihre Heimatprovinz fahren wollen, stürmen die Bahnhöfe. Nicht alle kehren jedoch anschließend in ihre angestammte Fabrik zurück. Einige erfahren während ihres Urlaubs durch Verwandte und Bekannte von besseren Jobs in anderen Regionen des Landes. Andere wiederum entschließen sich angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten in Städten wie Shanghai oder Shenzhen und der gleichzeitig steigenden Einkommen im Landesinneren, sich dauerhaft zu Hause niederzulassen.

Besonders im wohlhabenden Süden Chinas spürt man den Trend. Wie Hongkonger Investoren, die im benachbarten Perlflussdelta zahlreiche Fabriken betreiben, berichten, kommen im Durchschnitt ungefähr 20% ihrer Stammbelegschaft nach dem Urlaub nicht mehr zurück. Bei qualifizierten und erfahrenen Kräften liege die Quote noch höher.

Bislang hatte die Provinz Guangdong, wo rund 30% der landesweiten Exportwaren produziert werden, noch von einem Heer billiger Arbeitskräfte profitieren können. In den Fertigungsstätten des Perflussdeltas arbeiteten 2006 nach Einschätzung von Landeskennern über 25 Mio. Wanderarbeiter. Während die einheimische Bevölkerung im Dienstleistungssektor unterkommt, setzt das verarbeitende Gewerbe fast ausschließlich auf Kräfte aus den inneren Regionen Chinas.

Rasch wird der Süden des Landes Opfer seines eigenen Erfolges. Zwischen 1996 und 2006 ist die Wirtschaft Guangdongs durchschnittlich um real 15% gewachsen, während durch einen konstanten Zustrom von Wanderarbeitern die Löhne deutlich langsamer zulegten. Im Jahr 2002 konnte ein Hersteller von Socken oder Telefonen seinen Angestellten noch netto 50 US$ im Monat auszahlen. Bis 2006 haben sich die Gehälter aber ungefähr verdoppelt, zudem sind die Lohnnebenkosten ebenfalls deutlich gestiegen.

Die Regierung in der Provinzhauptstadt Guangzhou (Kanton) hat auf die Entwicklung durch eine kontinuierliche Anpassung der gesetzlichen Mindestlöhne reagiert. Sowohl 2005 als auch 2006 setzte sie die entsprechenden Sätze teilweise kräftig herauf. Insgesamt gibt es abhängig von der jeweiligen Stadt beziehungsweise Gemeinde fünf verschiedene Stufen. In den inneren Kreisen Guangdongs lag der entsprechende Mindestlohn 2006 bei unter 60 US$, in Shenzhen an der Grenze zu Hongkong war bereits 2005 die 100-US$-Marke durchbrochen worden. Deshalb setzten die Behörden auch 2006 die Sätze für das ehemalige Fischerdorf nicht weiter hinauf.

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