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Um so zu sehen, wie die Kamera sieht, muss ein Photograph seine gesamten Sinne zum Schweigen bringen.
Am 26.5.
- 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin
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Entwicklungen
Seltsam - sich über die Preise für Nikon-Kameras aus der Oberliga beschweren, die von Leistung und Preis gezielt für Berufsfotografen bestimmt sind (es gibt ja noch die D300 und D700) und dann hier die Absicht kundtun, sich ein völlig überteuertes und technisch veraltetes (kein AF, keine aktuelle Blitztechnik) Zeiss-Cosina-Objektiv anschaffen zu wollen. Was soll`s, womit die Amateure "arbeiten", bleibt ihnen überlassen.
Ich weiß nicht, ob diese internetportal das richtige Forum für einen eher konservativ denkenden Fotoamateur wie mich ist. Ich fotografiere ernsthafter seit gut 30 Jahren, zunächst in der Schulzeit mit einer Praktika. Nach einem Ferienjob 1983 habe ich mir dann eine neue Kamera gekauft, ein "Sonderangebot" (weil Ausstellungsstück) eines Fotofachhändlers: die Nikon F3 (für DM 1.450 incl. Objektiv). Warum Nikon?
Einige Monate vorher gab es bei dem selben Fotofachhändler in Mannheim eine Produktpräsentation von Hasselblad. Der Hasselblad-Berater pries natürlich seine Produkte an. Auf meine Frage, ob es denn auch im Kleinbildformat gute Bildergebnisse und Objektive gäbe äußerte er sich sinngemäß: Das wichtigste dabei sind gute Objetive. Und da gibt es nur 3 Alternativen: Leitz, Carl Zeiss und Nikon!
Nach der F3 folgten eine F4 und F100, sowie seit 2005 eine D50. Damals gekauft als Knipskasten für meine Frau, um problemlos Schnappschüsse von unseren Kindern zu machen.
Und es kam, wie es kommen musste: Ich habe mich auch in die Digitalfotografie eingearbeitet und die Vorteile dieser modernen Entwicklung schätzen gelernt.
Mittlerweile schaue ich mich wieder nach einer neuen Kamera um. Die Bildqualität meiner D50 reicht mir bei Ausschnittvergrößerungen auf Format 20x30 oder gar 30x45 nicht mehr aus.
Es müssen als MEHR Pixel her!
Die Tests auf Photoscala.de haben dabei Begierlichkeiten geweckt:
Sind doch die Vergleichsaufnahmen von Canon D1, Nikon D3x und Sony A900 von so einer bestechenden Qualität, daß für mich an 24MP kein Weg vorbeiführt.
Dabei ist jedoch Nikons Preisvorstellung von (aktuell) € 7.000 für die D3x völlig indiskutabel!
Es vergingen nun viele Monate, in denen (seit ca. 1Jahr) immer wieder neue Kameras von Nikon mit höherer Auflösung diskutiert wurden und ich fieberte den jeweiligen Pressekonferenzen jedesmal entgegen - und wurde ebenso oft enttäuscht: Weder eine D400, noch eine D750 oder eine D700x wurden vorgestellt. Nikon scheint an den 12MP fast dogmatisch festzuhalten und versucht die Videographie in allen Kameras durchzudrücken. Was im Amateursektor noch ein geschickter Schachzug war (Urlaubsfotos mit einer kurzen Videosequenz zu kombinieren), ist meiner Meinung nach im gehobenen Preissegment eine Fehlentwicklung: Welche ernsthafte Profifotograf hat schon darauf gewartet, endlich seine Fotos in Filmsequenzen zu präsentieren? Oder anders herum gesagt: wie drucke ich Filmsequenzen auf einen Fotokalender oder in einem Bildband?
Nein, hier scheint Nikon seine bisherige Hauptklientel, nämlich FOTOGRAFEN zu vernachlässigen!
Auch eine andere Entwicklung macht mich nachdenklich und geht in meinen Augen in eine falsch Richtung: High ISO! Noch vor ca 10 Jahren lagen hochempfinliche Filme bei 400 - 800 ISO. Das genügte. Und heute? Eine Kamera, die nicht mindestens ISO 6.400 bringt, wird in Tests und Foren verrissen, egal wie gut sie sonst ist. Die D3s bietet nun ISO 102.400. Sensationell!??
Stammtischgeschwätz! Was bedeuten ISO 102.400 wirklich? Bei einem Foto, für das ich bei ISO 200 eine Verschlußzeit von 1 sec. benötige, könnte ich das selbe Motiv bei ISO 102.400 nun mit 1/500 sec. auslösen. Sensationell ... aber wer braucht das??? Klar, Sportfotografen könnten damit auch weiterfotografieren, wenn bei einem Fußballspiel der Chapionsleage die Flutlichtanlage ausfällt ... äh, nur so zum Beispiel. Das ist doch immens wichtig!!!!
Oder eine andere wichtige Anwendung der Available-Light-Fotografie: Promis knipsen. Endlich können Paparazzi unbemerkt Paris Hilton oder Britney Spears auflauern, wenn sie nachts mal wieder spärlich bekleidet unterwegs sind und trotzdem die Hauttöne perfekt wiedergeben - auch ohne störenden Blitz! Haben nicht wir alle auf eine solche Kamera gewartet?
Ich finde solche Entwicklungen, die gewaltige Summen verschlingen, fehlgeleitet.
Die Entwicklung neuer höher auflösenderer Bildsensoren wäre für mein Empfinden VIEL wichtiger!
Oder hat Nikon etwa TECHNISCHE Probleme bei derartigen Neuentwicklungen? Sind die "Neuerungen" D300s und D3s nur marktstrategische Ablenkungsmanöver, um die wirklichen technischen Schwierigkeiten zu kaschieren und uns Kunden an der Nase herumzuführen?
Und die Preispolitik?
Nikon sitzt hier immer noch auf einem (arrogant) hohen Roß. Wer kann sich schon eine exzellent Kamera leisten (wie die D3x), solange sie schon fast so viel kostet, wie ein Kleinwagen?
Die Konkurrenz lauert dabei (fast) im eigenen Haus: Sony!
Sie gehen in die entgegengestzte Richtung: kundenfreundlichere Preise, höhere Auflösung und eine Konzentration auf die FOTOGRAFIE!
Nach mehr als 25 Jahren bei Nikon schmerzt der Gedanke an einen Systemwechsel schon. Ich plane den Kauf meiner neuen Kamera zum Sommer 2010. Bis dahin kann sich auch bei Nikon noch eineiges tun; vielleicht ja doch ein FOTOAPPARAT mit 18 - 24 MP-Sensor zum akzeptablen Preis.
Ansonsten denke ich ernsthaft über die Option nach, künftig auch mit Carl-Zeiss-Objetiven zu arbeiten...