Die Kamera war für mich wie vorherbestimmt, und ich gebrauchte sie wie ein Musiker das Klavier, oder ein Maler die Leinwand. Ich fühlte mich als Meister der Elemente und glaubte Wunderbares bewirken zu können.

— Alfred Stieglitz

Am 26.5.

  • 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin

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Gast
am Freitag, 06. März 2009 - 19:10
Gast schrieb:

Die Gene von Panasonic treten immer deutlicher heraus ebenso wie es mit den klaren Vorteilen des FT-Sensors ist.

ist die Krux bei der Geschichte: die haben sich schon was dabei gedacht, wie die den Standard eingeführt haben. Es ist immer ein strategisches Spiel, wie man eine Produktlinie anfängt. Vieviele Paramter man berücksichtigt und wie weit eine Linie am Ende fahren kann. Dass diejenigen, die sich, aus klar erkennbaren Gründen, auf die Kompatiblitätsschiene mit Altequipment gestürzt haben, unter Umständen eher den zu kurzen Halm gezogen haben, kristallisiert sich erst schön langsam heraus. Es werden jetzt immer mehr Hersteller dem Zwang folgen, neue, vollständig auf die Digitalisierung gerechnete Systeme auf den Markt zu bringen, die mit dem Altobjektivbestand nicht mehr (direkt) kompatibel sind. Vor allem ist der Ersatzbedarf in der Sache nun eher gesunken. Leute, die ihren Objektivbestand aus Filmzeiten rüber retten wollten, haben ja schon alles, und das vermutlich in Mehrfachbesetzung.

4/3 ist in mancher Beziehung der goldene Mittelweg zwischen nicht zu großen, aber auch nicht zu kleinen Sensoren. Dass diese Sensorschiene in seiner Endauslegung für gut 25 bis 30 Mpx machbar ist (APS-C bis 50 Mpx lt. Canon), lässt sich vermuten. Die Integrationsdichte schreitet ja immer stärker voran und dazu parallel die Bildverarbeitung in der Kamera mit hervorragenden Resultaten.

Dafür kann man Kameraschienen entwickeln, die aufgrund der realisierbaren hohen Framerates einen ruckfreien EVF, als auch uneingeschränkte Videotauglichkeit zulässt. Mit optimaler Darstellung sowohl bei Foto also auch im Videomodus. 4/3 ist dabei ja nur eine Möglichkeit. APS-C und andere in ähnlicher Größe (z. B. quadratische) werden folgen. Wobei LiveMOS insofern die Vorteil hat, dass die Videofähigkeit praktisch impliziert ist. Das Format an sich spielt da für meine Begriffe keine Rolle: das lässt sich beliebig aufsetzen und ist ja nicht auf 4/3 festgenagelt.

Mikroelektronik, um auf den Ursprung zurück zu kommen, bedeutet ja vor allem Miniaturisierung. Wo früher große analoge, mechanisch-optische Lösungen nötig waren, kann jetzt das Meiste miniaturisiert werden (und das für deutlich günstigeres Geld). Ein Sensor ist kein Film. KB war früher immer so eine Notlösung zwischen Mitnehmbarkeit und schlechten Scaneigenschaften, weil eben eher zu klein. MF war relativ gut für Ausschnittvergrößerungen und große Bilderzeugnisse, aber kaum was für unterwegs. Alle eher nicht so spannende Kompromisse. Im Prinzip ist die Situation so, dass es auf der einen Seite im Kompaktkamerabereich sehr gute, maximal miniaturisierte Kameras gibt, und auf der anderen Seite sehr große Kamerasysteme, mit im Verhältnis gesehen relativ schlechten Auflösungswerten. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die Auflösungseigenschaften der kleinen Kameras sich sehr bald den sonstigen Eigenschaften der großen Kameras annähern werden. Schließlich wird hier überwiegend das meiste Geld verdient.

Die Frage wird sein, wo sich am Ende praktikabler Maßen bei den ambitionierten Kameras die Sache einpendeln wird. FT/APS-C oder -H werden wohl am Ende die bevorzugten Sensortypen bei hochauflösenden, kleinen Unterwegskameras für ambitionierte Amateure und Profis werden, mit entsprechend konsequent ausgerichteter Optik. KB-VF halte ich persönlich für einen Irrweg, da zu klein für digitales MF und zu groß für die Kamera unterwegs. Und darüber hinaus zu gering von den Stückzahlen und damit zu teuer, mit geringen Entwicklungschancen.

MX und das S2-Format, bzw. was sicher kommt ein dem 4/3-analoges digitales MF in der Größenordnung MX für die große Schiene mit entsprechender Auflösung, weit jenseits der derzeitigen Horizonte. Handig genug für unterwegs on Location, aber auch für das Studio mit entsprechenden Möglichkeiten, sich relativ frei zum Objekt bewegen zu können. Vollständig digitalisiert, siehe RedOne. Selbstverständlich superoptimiert vom Optik-Sensor-Pfad und mehr wechselbare Systembauteile, als das heute bei den DSLRs der Fall ist.

MF der heutigen Form sehe ich auf Dauer eigentlich nur noch bei Spezialkameras, optischen Bänken usw. Und das bei deutlich höheren Auflösungen. Wobei Wärmeentwicklung, Rauschunterdrückung, Auslesegeschwindigkeit und Größe des Sensor eine natürliche Barriere in Richtung Praxikabilität und Handigkeit darstellen.

Ich will jetzt nicht platt sagen, FT gehört die Zukunft. Aber, das ist abzusehen, dieser Systempfad trägt in viele Richtungen und lässt sich multivariabel ausbauen. Und die Sensorgröße, egal ob 4/3 oder etwas größer, hat auf Dauer die besten Chancen auf die meisten Verkäufe, weil sich hier der größte Teil der Anwender mit Interesse an hohem Nutzwert und brauchbaren Geldeinsatz treffen.

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