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Manchmal kann man mit einem kleinen Motiv eine große Geschichte erzählen.
Am 26.5.
- 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin
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Die finanziellen Zwänge mancher Verlage
Seit langen Jahren decken die Vertriebserlöse (also die Beträge, die durch den Kauf des Objektes eingenommen werden) nicht mehr die Herstellungs- und Distributionskosten.
Dies ist heute bei nahezu allen Publikumszeitschriften ebenso der Fall, wie bei Tageszeitungen.
Ohne die Erlöse aus dem Anzeigengeschäft würde sich heute praktisch keine Zeitung/Zeitschrift mehr am Kisok oder im Briefkasten finden.
Von dem, was durch den Verkaufspreis eingenommen wird (ein nicht unbeträchtlicher Teil davon bleibt zudem beim Handel), ist weder die Redaktion, noch der Druck, noch die nachgelagerte Verteilung zu finanzieren.
Also hat rein aus wirtschaftlichen Zwängen heraus der Anzeigenverkauf heute das Sagen.
Anzeigenverkauf aber klappt nur, wenn die Werbetreibenden nicht in ein Umfeld eingebunden werden, das sie kritisiert.
Wohlgefallen ist zwingend.
Was tut man demzufolge?
Man passt sich redaktionell an die Wünsche der anzeigenschaltenden Industrie an, formuliert vorsichtig oder ausschliesslich in deren Sinn.
Der Wegfall von Anzeigen kann sehr schnell die Existenz eines Blattes zunichte machen, die dies die einzig wirklich tragfähige Lebensader ist.
Die dadurch zwingende Anpassung des redaktionellen Auftrittes ist zum Überleben wichtig, also wird auf die hereinkommenden Anzeigenerlöse geschaut, die Interessen der Leserschaft auf saubere und ehrliche Darstellung müssen zurückstehen.
Dies ist heute nahezu überall feststellbar.
Kritischer, ehrliher Journalismus ist schwierig, oft garnicht umsetzbar.
Nicht wenige Exemplare der hier angesprochenen Mediengattung sind bei näherem Hinsehen eigentlich nur noch Träger von profitablen Anzeigen, die zwischengestreuten redaktionellen Texte füllen einfach nur noch ansonsten weisses Papier. Der redaktionelle Auftritt lockt Käufer an, dies meist ausschliesslich zu dem Zweck, Anzeigen zu transportieren.
Der Abverkaufspreis am Kiosk ist eigentlich das Unerheblichste an der Sache, man muss sich nur mal die Kosten einer einzigen Vierfarbseiten-Schaltung in der "Colorfoto" anschauen.
Fünfstellige Euro-Beträge pro Seite und Ausgabe.
Darauf kann ein Verlag nicht verzichten, ohne in Folge unterzugehen.
Also hegt und pfelgt man seine Anzeigenkunden, der Leser ist der unwichtigste Teil an der Sache, er muss nur kaufen, damit die Anzeigenkunden ihre Werbebotschaften an den Mann bringen können - eben über das Transportmedium Zeitung/Zeitschrift.
Ehrlichkeit war meist gestern.