Nicht jeder glaubt der Malerei, aber die Leute glauben Fotografien.

— Ansel Adams

Am 26.5.

  • 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin

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25 MP - Wunsch und Wirklichkeit

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 09. September 2008 - 16:32

Ich arbeite seit ihrem Erscheinen mit der Canon Eos 1 Ds Mk III mit ihren 22 MP. Ich verfüge also über Praxiserfahrung mit Sensoren dieser Leistungsklasse. Aus dieser Erfahrung heraus empfehle ich, die Erwartungen an die Auflösung eines solchen Sensors nicht zu hoch zu hängen.
Mit der MK III habe ich unter strengen, labormäßigen Testbedingungen (solides Stativ, SVA, Kürzeste Blitzsynchro, Blitz, Schärfereihen, beste Festbrennnweite bei optimaler Blende, Auflösungstestcharts) eine Auflösung von 80 Lp/mm erzielen können. Das entspricht der mathematisch-physikalischen Auflösungsgrenze eines 22 MP Sensors.
Bei feineren Strukturen und höheren Ortsfrequenzen zeigen sich dann Artefaktbildungen, die Strukturen werden nicht mehr aufgelöst.
Tests auf dpreview, image engineering etc. kommen zu den gleichen Testergebnissen.
Diese Auflösung ist nur unter idealen Bedingungen zu realisieren, also absolute Erschütterungsfreiheit und exakteste Fokussierung.
Wenn man freihand fotografiert, kann man diese Auflösung durch die Erschütterungen/Verwacklungen nicht mehr voll nutzen, da liegt man je nach Bedingungen eher im Bereich 30 - max. 60 Lp/mm. Man kann dann nur einen Teil der Pixel wirklich nutzen bezüglich der Auflösung.

Von 22 oder 25 MP hat man also nur etwas, wenn die Aufnahmebedingungen perfekt sind.
80 Lp/mm Auflösung ist auch nicht besonders viel. Bei feineren Strukturen bekommt man doch Probleme mit Artefakten. In diesen Situationen greife ich dann lieber zum Film und meiner Eos 1 V. Film kann höher wesentlich höher auflösen und es gibt keinerlei Probleme mit Artefakten und Moires. Zwar zeigt Film mit Ausnahme der Höchstauflösungsemulsionen (ATP, Ortho 25, CMS 20, Orthopan UR, Kodak Imagelink)bei sehr großen vergrößerungsmaßstäben Korn, dass ist jedoch wesentlich unproblematischer als Moires, die eben richtig Sch...aussehen.
Mit 100er Diafilmen komme ich auf gut 100 Lp/mm Systemauflösung (Film- + Objektivauflösung, gleiche Testbedingungen wie mit meiner 1 Ds Mk III),
Mit dem Provia 400X auf knapp 100, mit dem T-Max 100 und dem Acros 100 auf 115 Lp/mm, mit dem neuen T-Max 400 auf 100 Lp/mm.
Mit dem Rollei ATP komme ich auf über 150 Lp/mm. Da bekomme ich die Qualität des Mittelformates als KB. Diese Negative sind praktisch unbegrenzt vergrößerungsfähig. Exzellente Schärfe und Auflösung, kein Korn, wunderbare Grauwertwiedergabe. Zur Photokina kommt der Film dann auch noch als Mittelformatfilm. Ich kanns kaum erwarten, meine Mamiya damit zu befüllen.
Also, angesichts der 25 MP Sony sollte man ruhig bleiben, und sich genau anschauen, in welchen Situationen man 25 MP überhaupt braucht, und wann man sie auch tatsächlich umsetzen kann.
Für die allermeisten Situationen ist man mit weniger Pixeln oder Film mehr als gut ausgestattet.

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