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Keine Bastelstube, sondern Fortschritt

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 12. Juni 2008 - 18:01

Dieser Beitrag erweckt meinen Widerspruch.

Zitat:

Wir wollen ja Fotografen bleiben und keine Software-Ingenieure werden.

Wie? Was waren Fotografen denn früher? Ingenieure! Vom Anfang an Ingenieure! Gut, keine Software-Ingenieure, die gab es damals noch nicht. Dafür kannten sie sich umso besser mit der Chemie aus. Filme entwickeln, Abzüge erstellen, das war und ist angewandte Chemie, Ingenieurstechnik. Hatte nicht jeder Fotograf seine eigenen Rezepte, wie man die besten Ergebnisse aus den Filmen und den Fotopapieren heraus kitzeln kann? Abwedeln und nachbelichten,, ist das keine angewandte Physik und Chemie? Anselm Adams Zonensystem, ist das nicht Ingenieurstechnik vom Feinsten?

Zitat:

Die meisten Fotos seien heute nachbearbeitet

Und früher? Auch damals verwandten die Fotografen alle Tricks, die sie kannten. Das begann mit der Wahl des geeignetsten Films und des richtigen Farbfilters. Heute filtern wir digital. Früher wurde die Gradation über das Fotopapier bestimmt, heute verwenden wir Gradationskurven. Auch abwedeln und nachbelichten sind heute digitale Funktionen. Das Bild entzerren, den Ausschnitt bestimmen, gab es früher und gibt es heute. Früher hieß es Scheimpflug, heute heißt es Photoshop.

Nachbearbeitet, retuschiert wurde auch früher. Das ist keine Erfindung der digitalen Fotografie. Gut, die Möglichkeiten sind heute vielfältiger als vor 50 Jahren. Na und! Vor fünfzig Jahren waren sie auch vielfältiger als vor 100 Jahren. Die technische Entwicklung schritt auch damals stetig voran. Warum sollte sie jetzt stehen bleiben? Vor 100 Jahren wurde alle Möglichkeiten genutzt, die es gab. Vor 50 Jahren wurde alle Möglichkeiten genutzt, die es gab. Aber jetzt sollen wir uns zurück halten?

Ich habe den Eindruck, dass manche mit der Entwicklung nicht mehr Schritt halten können/wollen. Statt aber ehrlich zu sagen „halt, halt, helft mir, ich komme nicht mehr nach“, versuchen sie, die Anderen mit Sprüchen wie „das wollen wir ja nicht“ oder „das ist nur Sucht“ am Voranschreiten zu hindern.

Meine analoge Spiegelreflex-Kamera steht in der Vitrine. Ich fotografiere nur noch digital. Ich konnte nicht alles Analoge zur Digitaltechnik mitnehmen, einiges musste ich zurück lassen. Aber die neue Technik bietet so viele neuen Möglichkeiten, das die Verluste mehr als ausgeglichen werden.

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