Heute ist der Tag!

— Ruth Bernhard

Am 26.5.

  • 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin

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Das Prinzip,

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 17. November 2007 - 19:14

alte Objektive an neuen Digitalkameras zu montieren, ist eigentlich schon zur Anfangsphase als gescheitert eingestuft worden. Jedenfalls habe ich das immer ganz deutlich herausgehört.

Da ist nicht nur die Sache mit der telezentrischen Auslegung des Objektivstrahlengangs an sich, sondern vor allem auch die auf das Filmmaterial deutlich schlechter gerechneten Linsen und die Vergütung der Oberflächen. Für Film hat das mehr als dicke gereicht. Für Sensoren mit ihren äußerst geringen Dimensionierung der Rezeptoren, ein echtes Problem. Bildfehler wie Abberationen und Überstrahlungen hat man bei der Verarbeitung von Film zu Vergrößerungen nicht so wahr genommen. Beim sensorgenerierten Bild kann man das sehr deutlich erkennen. Und es kommt noch die seltsame Neigung nicht weniger Fotografen dazu, ihre Bilder jetzt unter der Bildschirmlupe ab zu leuchten, ob da auch ein Bug drin ist. Ist halt schon ein wenig blödsinnig.

Früher war das Bildkorn schon so groß, dass solche Bildfehler beim Vergrößeren von alleine weg gefallen sind. Nur beim Scan über hochauflösende Scanner hat sich das sehr unangenehm bemerkbar gemacht, weil man das Zeugs mit GEM usw. höllisch wegrechnen muss(te), damit da einigermaßen ein analoges Bildergebnis zustande gekommen ist. Wobei KB für Scanneroperatoren nie auch nur ansatzweise ein "schönes" Ausgangsmaterial dargestellt hat. Deshalb immer MF wenns was Gescheites werden sollte.

Die Folge dieser Zwangsannäherung für die Hersteller an den "Kundenwunsch" Kompatiblität ist die doch recht kompromissbehaftete Form der neuen Objektive. Einerseits sind sie nur noch für Digitalkameras überhaupt vernünftig brauchbar, anderseits sind die Kompromisse, die man sowohl beim Bildkreis und beim Zwang, wenigstens halbwegs telezentrische Konstruktionen anzubieten zu können, die den Anforderungen der Sensoren gerecht werden, recht verlustbehaftet. Ein sichtbares Zeichen ist der auffällige Abfall (Vignettierung und Verzeichnung) zu den Rändern hin, den man mit kamerainternen Rechentricks wieder heraus korrigieren kann/muss. Was ja auch durchaus recht gut gelingt. Man kann das auch in der Nachbearbeitung am PC machen und das kommt recht gut. Je größer allerdings, so wies ausschaut, das Sensorformat wird, desto negativer machen sich diese kompromissfordernden Bedingungen bemerkbar. Nicht nur, dass der Sensor vor allem sehr warm wird, wenn er in Action ist, mit allen negativen Folgen, sondern vor allem auch für die Optik, die jetzt ganz anderen Zwängen unterliegt. Im Prinzip müssten die Hersteller ihre Kameras deutlich größer konstruieren, als die für das Filmmaterial und damit wäre die Kompatiblität engültig beim Teufel.

Auf der anderen Seite sind dann die Mikrosensoren, die schon einigermaßen locker, mit den gleichen Rechentricks, beinahe das gleich gute Bildergebnis abliefern, wie große Kameras. Da reibt man sich schon mal verwundert die Augen, dass man dann lesen oder hören muss, dass die Objetive, die da zum Einsatz kommen um ein Vielfaches besser sind, als die meisten sogenannten professionellen Objektive größerer Bauart. Denn die müssen ja noch viel kleinere Strukturen bedienen und prinzipbedingt, wenigsten fast gleich gute Qualität abliefern. Jedenfalls gut genug, dass ein Normalfotograf mit durchschnittlichen Erwartungen, ein befriedigendes Bildergebnis bekommt. Und er bekommt es. Der Vorteil ist auf jeden Fall, dass man sehr viel kleinere Kameras bauen kann.

Die Hersteller, die sich dem "Kundenwunsch" nach Nachfolgekompatiblität gebeugt haben, haben also offensichtlich ein echtes Zukunftsproblem. Sie müssen, wenn sie auf Dauer ein wirklich sensorgerechtes System bauen wollen, die derzeit gültige Schiene verlassen. So oder so! Und zwar unabhängig davon, ob der Sensor nun so oder so groß ist.

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