Ich bedauere die zahlreichen Aufnahmen von Brigitte Bardot nicht, aber ich hätte lieber eine gute Fotografie von meinem Vater.

— Raymond Depardon

Am 26.5.

  • 1895: * Dorothea Lange (+ 1965); amerikanische Dokumentarfotografin

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Im Grunde geht es immer

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 17. November 2007 - 10:47

um die gleichen Geschichten. Wer braucht schon permanent eine wechselbare Optik. Ich behaupte mal frech, dass für 90% aller Anwender ein Zoom mit 12-45 mm, bei höheren Qualitätsanforderungen an das Bild 14-35 mm Brennweitenbereich (bezogen auf FT) ausreicht, um praktisch alles ab zu decken, was man fotografisch vernünftiger Weise einfangen kann/soll. Wer unbedingt ein Tele braucht, muss dann eben zu einer Sytemkamera greifen. Die sogenannten Superzooms sind ja eigenlich nur für Leute, die permanent die Panik umtreibt, dass ihnen was entgehen könnte. Aus der Sicht der Qualität des Bildergebnisses kann ein solches Zoom eigentlich keine ernsthafte Berechtigung haben, jedenfalls dann nicht, wenn man sich die Litaneien der Mikrovergleichsberechnungsfanatiker so anhört.

Dass das DSLR-Prinzip in der derzeitigen Form über kurz oder lang einer vollelektronischen Variante weicht, sehe ich als nicht mehr umkehrbar an, auch wenns momentan danach nicht aus sieht. In so fern ist die D-20, bzw. die W8080 in ihrer Verschmelzung des Prinzips eine wegweisende Sache. Das Halbprisma wird wegen der Verdunkelung des Lichtwegs über das Prisma sicher nicht der Weg sein. Da hilft am Ende nur ein EVF, der das Wort auch verdient. Zusammen mit einem ausklapp- und drehbaren Display (ist ja auch schon quasi uralt), ist das aufs Ganze gesehen, das Dreamteam für die Motiv- und Ausschnittbeurteilung. Wenn ich an die Größe der Optik denke, sehe ich vor allem den 2/3-Sensor mit einer sehr viel höheren Maximalauflösung, die, soweit ich das mitgekriegt habe, bei ca. 10-12 Mpx liegt. Wenn man jetzt statt dem Halbprisma, ein Teilerprisma mit der Strahlenaufteilung in RGB einbaut, mit drei Sensoren als Farbrezeptoren, dürfte das Ergebnis dieser Bemühungen ein hochdetailliertes, kontrastfähiges, farbintensives Foto sein (wie im Videobereich ja schon üblich). Bei einem elektronischen Verschluss, könnte das Thema HDR kameraseitig gleich mit gelöst werden.

Jenseits der Vorstellung, dass Kameras vor allem auffällig sein müssen, damit ihre Besitzer den Nibus des "Könners" haben, brauchen viele Fotografen vor allem kleine, unauffällige, dafür multiflexibel einsetzbare Geräte, die natürlich ein Höchstmaß an Bildqualität liefern. Das Thema Theaterfotografie ist, wenn überhaupt, da nur ein ganz kleiner Nischenmarkt für Spezialisten, die meistens vor den eigentlichen öffentlichen Aufführungen arbeiten. Veranstaltungs- und Feuilletonfotografen sind da schon eher die Adresse. Aber, es gibt auch und vor allem eine Menge von qualitäts- und gestaltungsorientierten Fotografen, Amateure und Profis, die vor allem eine Kamera für unterwegs brauchen. Ein Teil, mit dem es sich vor allem unauffällig arbeiten lässt, das man auch aus Positionen betreiben kann, wo man mit derzeitig konventionellen Kameras schlicht scheitert, oder unangenehm auffällig wird. Vor allem, wenn man Menschen in alltäglichen Situationen fotografieren will, ohne dabei viel Aufhebens zu produzieren. Da ist "Fixieren" der Objekte, also die optische Nachvollziehbarkeit des Fotografiertwerdens, absolut kontraproduktiv. Für Reisefotografen unerlässlich, für Kriegsreporter u. U. tödlich. Oder, oder.

Die derzeitig für die Hersteller laufende Hype um die DSLR-Mania, wird sich in spätestens ein bis zwei Jahren einigermaßen tot gelaufen haben. Danach wird wieder Platz sein, für deutlich differenziertere Angebote als das, was derzeit den Markt dominiert.

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