Je weniger Objektive mitgenommen werden, desto mehr gute Bilder bringt man wieder nach Hause.

— Unbekannt

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Die hohe Kunst der Fotografie

Eingetragen von
DingDongDilli
(Ehrengast)
am Donnerstag, 11. Oktober 2007 - 14:41
Gast schrieb:

Ich fürchte daß Du recht hast. Ich halte tatsächlich denjenigen Künstler seines Faches für den besseren, der dessen Werkstoff und dessen Werkzeug so sehr beherrscht, daß er damit die Ausdrucksmöglichkeiten seines Mediums in allen Facetten nutzen kann, ja sogar den Eindruck beim Betrachter zu hinterlassen vermag, diese Grenzen zu überschreiten oder zu erweitern.
Der Gegensatz dazu ist Malen nach Zahlen. Das würde mir eben nicht reichen.

Man muss eben nicht alles zur hohen Kunst hoch stilisieren. Ich habe auch Respekt vor demjenigen, der die Technik beherrscht und sie kreativ einzusetzen weiss. Aber bei der Fotografie geht es immer noch vorrangig um das (Mit-)Teilen von Eindrücken und Emotionen. Und da muss man nicht unbedingt die Technik beherrschen, um das zu erreichen...!

Zitat:

Nun liegt der Liebesbeweis für die Fotografie, egal ob analog oder digital, natürlich ausschließlich in guten Fotos.

Was aber herzlichst wenig was mit dem eingesetzten Material (analog oder digital) zu tun hat.

Zitat:

Deshalb macht es mich glücklich, meine Fotos selbst zu machen, egal, ob analog oder digital. Ich beherrsche beide Wege und wähle nach Aufgabe und Situtation. Und diese freie Wahl meines Mediums will ich mir auch nicht von eifernden Digipickeln ausreden lassen.

Will AFAIK auch niemand. Es ist doch eher so, dass manche Analog-Fotografen ablässig auf die Digitalfotografen herab gucken. So nach dem Motto "Wir teilen nicht dieselben Werte". Zwar hat die Digitalfotografie tatsächlich zu einer weiteren Demokratisierung der Fotografie geführt, aber anstatt sich darüber zu freuen, dass immer mehr Menschen die Freude am Bildermachen (egal mit welchem Können und Aufwand) entdeckt haben, ziehen sich einige "Puristen" motzend in ihre Ecke zurück, als wäre ihnen ein goßes Privileg bzw. eine Art "Vormachtstellung" geraubt worden (so nach dem Motto "jetzt muss der gemeine Pöbel auch noch fotografieren")...

Zitat:

Es sind die Digipickel, die in dieser Diskussion über den Planfilm herziehen, ohne dessen Ausdrucksmöglichkeiten auch nur im Mindesten selbst erreicht zu haben, jedenfalls in der weit überwiegenden Mehrheit.

Zuerst einmal geht es in dieser Meldung nicht speziell um Planfilm (der T-Max ist verschiedenartig konfektioniert) und es hat – so viel ich weiss – auch niemand die Existenzberechtigung des Planfilms in Frage gestellt. Es ist aber nun mal eine Tatsache, dass kaum jemand noch auf Planfilm fotografiert; aber daraus einen Affront zu machen, finde ich schon ganz schön weit hergeholt!

Zitat:

Ich bin so "elitär" zu behaupten, ich wisse besser als Deine Gesichtserkennungsautomatik, wie mein Foto aussehen soll. Ich weiß sogar, auf welchem Auge in welchem Gesicht der Fokus liegen soll. Und ich verfüge über die"Geschicklichkeit" den Fokus dorthin zu legen.

Die Gesichtserkennungsautomatik ist ja nur eines der vielen Mittel zum Zweck – nicht mehr, nicht weniger. Es gibt eine kleine Anekdote, wo Albert Einstein auf die Frage hin, warum er immer ein Agenda bei sich habe bzw. warum er sich keine Telefonnummern/Termine merken könne oder wolle, geantwortet hat, dass er sich so keine unwichtigen Dinge zu merken brauch und so den Kopf für wichtigere Dinge frei hat. Und genauso verhält es sich mit der Gesichtserkennungsautomatik. Auch wenn Du vielleicht sehr schnell und intuitiv weisst, wo Du den Fokus zu legen hast, macht das die Gesichtserkennungsautomatik neuerdings mindestens genauso schnell und zuverlässig. Wozu also auch nur den Bruchteil einer Sekunde am Gedanken verschwenden, wo man die Schärfe hinlegt, wenn man durch die Automatik mehr Zeit hat, sich z.B. auf den richtigen Bildausschnitt zu konzentrieren?!?

Zitat:

Die Gesichtserkennung ist dagegen nur ein Behelf, um die mangelnde Kontrolle über den Autofokus zu kompensieren.

"Kontrolle über den Autofokus" würde in der Praxis heissen, nur das mittlere AF-Feld einzuschalten, die anzufokussierende Stelle anzuvisieren, die Schärfe zu speichern und dann erst den Bildausschnitt festzulegen. In der Zeit, in der man das alles gemacht hat, hat die Gesichtserkennungsautomatik schon längst den Fokus auf die (meist) richtige Stelle gelegt...

Zitat:

Wenn Du mit diesen Vorgaben von Canikolympustaxny zufrieden bist, sei glücklich. Mir hülfe eine solche Inkarnation der Motivklingel kein bißchen weiter. Mich machen meine Bilder zufriedener.

Mir geht es letztendlich auch ums Bild. Aber wenn mir auf dem Weg dahin eine Automatik die Sache bequemer machen kann, weiss ich nicht, warum ich auf diese Unterstützung verzichten sollte. Das wäre genauso blöd wie den Aufzug zum 86. Stock nicht zu nehmen, weil "echte Männer" nur Treppen steigen oder die Heizung auszuschalten, weil es ja auch mit einer Axt und einem Haufen Holz und ein bisschen Geschick beim Feuermachen geht...

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