Willst du wissen, was Schönheit sei? Befrage die Herren Ästhetiker: Beim Teetisch kann's dir nützlich werden, aber vor der Staffelei nicht, da musst du fühlen, was schön ist.

— Caspar David Friedrich

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Take it easy

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 16. September 2007 - 13:12

Mag sein, dass ***BEIM AKTUELLEN STAND DER TECHNIK*** mehr Pixel nur eine Verschlechterung der Bildqualität bedeuten. Aber das ist IMO noch lange kein Grund, in eine sture Verweigerungshaltung zu gehen!

Zur Zeit beobachtet man auf dem Kameramarkt ein ähnliches Phänomen, wie man es noch vor ein paar Jahren auf dem Computermarkt beobachten konnte. Dort wurde auch nur auf immer höhere Gigaherz-Zahlen gesetzt – und das obwohl die Rechenleistung schon längst völlig für normale Anwendungen reichte und die unangenehmen Nebeneffekte (u.a. immer größere Wärmeentwicklung und elektr. Leistungsaufnahme deutlich oberhalb der 100-Watt-Grenze) proportional bzw. überproportional zunahmen.

Wenn man damals den Unkenrufen gefolgt wäre, hätte man keine leistungsstärkere Prozessoren mehr bauen dürfen. Man hätte die technologische Weiterentwicklung gestoppt und sich mit dem damals erreichten Leistungsstand zufrieden gegeben. Denn nichts anderes scheinen hier einige Leute, die nicht über ihren eigenen Tellerrand hinausschauen können und/oder sich dem Schubladendenken hingeben, zu fordern. Glücklicherweise ist dem in der Computertechnik nicht so gekommen und hoffentlich kommt es bei der Sensortechnik auch nicht so. Bei der Computertechnik hat man sich nach anderen Wegen umgeschaut, die Leistung zu verbessern. Man hat die Mehrkerntechnologie (CoreDuo, CoreQuad & Co.) eingeführt, die Kühlungskonzepte verbessert, solche Technologien wie HyperThreading heraus gebracht und neuere Fertigungsprozesse (90 nm, 65 nm, 45 nm usw.) eingeführt. Heutige CPUs sind deutlich leistungsfähiger als ihre damaligen Vorgänger und verbrauchen trotzdem weniger Strom. Also warum soll es nicht auch Bildsensoren geben, die mehr Pixel besitzen und trotzdem weniger rauschen?!?

Fujifilm hat das schon ansatzweise mit der RealPhoto-Technologie gezeigt. Und die technologische Weiterentwicklung ist noch lang nicht am Ende. Neben Foveon basteln auch Fujifilm und Sony an mehrschichtigen Sensoren herum, Kodak hat eine neue und effizientere Bayer-Matrix vorgestellt, Panasonic effizientere Mikrolinsen und Epson dieser Tage auch einen effizienteren optischen Tiefpassfilter. Das alles (und noch viel mehr) wird unseren zukünftigen Kameras helfen, noch rauschfreiere Bilder zu liefern. Und genauso wie bei der Computertechnik neue Anwendungen plötzlich doch noch mehr Rechenleistung erfordert haben (man versuche doch nur mit einem fünf Jahre alten Computer heute noch halbwegs schnell zu surfen, HDRIs zu erstellen, RAW-Bilder zu bearbeiten, sich Streaming-Inhalte anzugucken usw.), ist es nicht undenkbar, dass man früher oder später doch noch auf höhere Pixelzahlen angewiesen ist...

Was ich damit sagen will ist: Das soll man alles lockerer sehen, der Markt reguliert sich schon von selbst und der technische Fortschritt wird schon die adäquaten Lösungen zu den heutigen Problemen bringen. Da nützt es rein gar nichts bzw. ist es sogar kontraproduktiv, auf die Barrikaden zu klettern und pauschal irgendwelche Urteile zu fällen. Aber vielleicht ist das auch typisch für Deutschland; dort neigt man gerne dazu, alles was nicht perfekt ist bzw. noch irgendwelche Gefahren, Unvollkommenheiten und Kinderkrankheiten mit sich bringt, kategorisch abzulehnen und nur die negativen Aspekte zu sehen, statt die Zukunftschancen zu erkennen...

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