Das einzig Gute an den eigenen schlechten Fotos ist die Freude, die man Kollegen damit macht.

— Fritz Pölking

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So langsam kommt...

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 15. September 2007 - 09:02

...einige wenige mit Hirn auf den Punkt - sehr begrüssenswert. Es freut mich auch zu lesen, dass einige Fotografen aus 6 MP bessere Qualität rausholen als aus 12 MP. Ferner stelle ich fest, dass immer mehr Menschen ihre alte P&S mit Film wieder benutzen, weil die einen vernünftigen Sucher hat und kein Display, das Älter oder Brillenträger eh nicht erkennen können.

Und jetzt gehen wir mal den einzigen logischen Schritt weiter:

Ein Dia im Format 60x90 mm (die zigfache Fläche eines Sensors) wird mit 4.000 ppi planparallel abgetastet. Ohne Beugungsunschärfen, CA, Rauschen oder sonstwas. Dann wird klar, in welchem Segment sich die Digitalfotografie noch bewegt: Fliegendreckproduktion, nicht mehr.

www.6mpixel.org hat für einen 35mm Vollformat-Sensor 96 MP errechnet. Huh? Mit der Mathematik in D steht es halt nicht zum Besten, ist ja bekannt. Nehmen wir mal die neue Canon 1Ds Mark III mit 21 MP: der Sensor hat 5616 x 3744 pixel. Wo bitteschön sind das plötzlich 96 MP wie von www.6mpixel.org errechnet?

Selbst Digi- oder Scan-Backs für MF liefern max. 50 MP - und haben immer noch einen Crop-Faktor.

Zurück zum 6x9 Dia: @ 4.000 ppi bekomme ich ein 130 MP-Foto mit 13.000 x 8.500 Pixeln in 48 bit Farbtiefe - ohne Interpolation oder Trickserei. Das ist Fotografie in Perfektion. Noch Fragen?

Und mal ehrlich: für Tageszeitungsdruck oder sogar Hochglanzmagazine reichen 6 MP allemal aus. Das Problem ist nur in den Köpfen der Fotografen: man geht nicht mit einer Knipse zum Termin oder Event.

Ich kenne einen Kollegen, der Fotos für eine Ausstellung gemacht hat. Die Wellen schlugen hoch, 'Fachleute' rätselten über die Camera, die er benutzt haben könnte, weil die Auflösung in der gezeigten Grösse einfach unvorstellbar war. Das Geheimnis hat mein Kollege dann während seiner Ansprache gelüftet: er hat eine Minox 35 GT hochgehalten. Die Dias wurden von einem Trommelscanner abgetastet, die Daten dann auf einem hochauflösenden Fotoplotter gedruckt. Die Reaktion waren lange Gesichter bei den Pickel-Jüngern und Empörung über den angeblichen 'Betrug' bei denjenigen, die sich in den Gesprächen kreischend als Besserwissende hervorgetan und über Rausch-Probleme diskutiert hatten.

Es wird so kommen wie in der Computer-Welt: waren die Sprünge früher gigantisch, so plätschern echte Innovationen heute nur noch langsam in die Rechenknechte, weil die User mit dem, was sie haben, alles machen können. Sie haben gemerkt, dass der Flaschenhals nicht die GHZ sind, sondern der zu langsame Kopf davor, der nicht so schnell schreiben oder die Maus bedienen kann, wie der Rechner die Befehle abarbeitet.

Jeder Traum, der mit einem Hype beginnt, wird in einer Seifenblase zerplatzen.

Wie einige Kommentatoren bereits geschrieben haben: es wäre sinnvoller, wenn sich die Industrie auf bessere Verarbeitung und vernünftige Features wie z.B. einen (Standard!) Blitzschuh, manuelle Blenden- und Zeiteinstellung, Bildqualität, Rauscharmut, etc konzentrieren würde.

Mit der Minox konnte man schon immer Fotos mit einem equivalent von 22 MP zaubern - Canon hat 20 Jahre gebraucht, um zu diesem Resultat zu kommen. Finanziell gefüttert von Pixel-Wahnsinnigen.

Schönes Wochenende, nehmt mal alle Eure Kameras und macht ein paar Fotos. Und wer noch eine analoge Kamera rumliegen haben sollte, mache sich mal den Spass, lege einen Fuji Provia 100F Diafilm ein und vergleiche dann die Pixelsuppe mit einem Dia auf der Leinwand. Sieht er keinen Unterschied, reicht ihm in Zukunft auch ein lausiges Fotohandy mit Plastik-Linse.

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