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Jeder kann knipsen. Auch ein Automat. Aber nicht jeder kann beobachten. Photographieren ist nur insofern Kunst, als sich seiner die Kunst des Beobachtens bedient. Beobachten ist ein elementar dichterischer Vorgang. Auch die Wirklichkeit muss geformt werden, will man sie zum Sprechen bringen.
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kein Statussymbol nötig
. . . Ich habe immer gedacht das Verlangen nach möglichst viel MP, kommt nur von absoluten Laien.
Die hier so laut nach mehr Megapixel schreien, sollen mal zeigen wie man gute Photos macht, wenn es anscheinend mit 12 MP nicht geht.
Jezt mal Tacheles (denn man kann vieles auch ohne Insider-Kenntnisse nachlesen)
1 qcm Si kostet quasi unabhängig vom Inhalt immer das gleiche. Also klar ausgedrückt - der Vollformat Sensor kostet wegen der Fläche und kaum wegen der MPixel (o.k. die Ausfallwahrscheinlichkeit toter Pixel steigt und damit ist der yieldloss etwas höher)
Mein Hauptkritikpunkt ist also warum man bei Nikon nicht einfach die (vieler Orts bechriebene) excellente Qualität beibehalten hat und über die Fläche quasi den crop-Faktor an neuen Pixeln linear hinzugefühgt hat. Damit wäre man dann so bei 20 MPixeln grob gelandet - damit wäre auch jegliche Diskussion IMHO sofort im Keime erstickt.
Ja - 48 MPixel wäre eine Verdoppelung der linearen Auflösung - doch wer sagte was von Verdoppelung. Mit 1,5 mal mehr in jeder Richtung wäre mir auch geholfen.
Was fängt Ottonormal-Knipser mit 20+ MPixeln an? Na in etwas das gleiche wie Ottonormal-Profi mit einer 39 MPixel Hasselblad.
Man kann sehr leicht nachrechnen dass die 39 MPixel der HD3 von Hasselblad nicht mehr von der Optik fordern als 21 MPixel der Canon (in erster Näherung) - Optiken sind in den vergangenen Jahren zwar spärlich jedoch vereinzelt immer besser geworden. Die MTF Kurve des neuen 14-24 liegt auf ganzer Breite massiv besser als des alten 17-35 von Nikon.
Die Megapixel-Zahl macht natürlich kein automatisch gutes Bild. Ich wage jedoch die Behauptung, dass man mit etwas Neat-Image, Photo-Kit-Sharpener Pro und zwei oder drei Minuten aufwand an einem schnellen Rechner in Verbindung mit einem guten Scanner (bspw. Minolta DSE 5400 MK I) ein 12 MPixel ähnliches Ergebnis aus nen Fuji Velvia 100 generiert. Wo wäre da also der Nutzen für mich ausser 'time to market'? Bitte jetzt nicht an ein zwei MPixeln rumdiskutiren, denn mein Vorredner wäre auch mit 6 MPixeln zufrieden gewesen ;-) Wozu also Digital wenn ich ähnliches bekommen wie heute auf Film nur eben moderner und mit weniger Arbeitsaufwand und leichter zu bedienen? Wozu also 5 k EUR wenn die existierende Ausrüstung - na sagen wir mal - nahe dran ist und ich auch noch keinen Nutzen von 9 Bildern pro Sekunde habe?
Richtig! Für den betuchten 'Knipser' ist diese Kamera wenn überhaupt ein Statussymbol wegen Vollformat. Das ist auch legitim für alle die der Photographie als 'Edelhobby' fröhnen. Doch der 'will-haben' Effekt stellt sich bei mir rein gar nicht ein.
Ein anderes Thema, dass wohl aus der Windows Welt kommen muss ist der Speicherbedarf der Bilder. Ich scanne heute meine Velvia 100 KB Dias mit 2700 dpi 48 bit ein => 54 MB / Bild und ich hab etwa 15.000 Dias von denen 4000 schon gescannt sind. Ein 5400 dpi Scan (der absolut Sinn macht) endet dann in rund 216 MB / Bild => das stört garnicht denn Speichermedien wachsen schneller als der Bestand an guten Bildern bei mir. Alle 18 Monate verdoppelt sich derzeit die Speicherdichte bei Festplatten. Alle 18 Monate den existierenden Bestand zu verdoppeln mit guten Bildern halte ich für schlicht unmöglich!! Derzeit hab ich 2 TB in meinem Quad G5 an Festplattenplatz und 7 GB RAM und im kommenden Jahr dann wohl 3 oder 4 TB. In 2009 hat Toshiba 1,2 TB 2,5 zoll LapTop Festplatten angekündigt - worüber reden wir also? Ein RAW File mit 21 MPixeln braucht weniger Speicher als ein Tiff Bild meines 2700 dpi scans - für mich wäre also der Schritt zu digital eine Datenreduzierung und bei 18+ MPixeln sicher auch eine spürbare Qualitätssteigerung .
Der für's Internet schaffende Hobby-Knipser (ich bleibe mal bei dieser Bezeichnung wegen der vielen Profis hier) kommt mit Film zum identischen Ergebnis bei 1024 x 768 Punkten Maximalgrösse und der für Ausstellungen produzierende 'Hobby-Knipser' wird bei 12 MPixeln im 40 x 60 cm Ausdruck auch keinen Unterscheid Digital zu Analog erkennen aus 1,5 m Betrachtungsabstand (=> selber ausprobiert)
Wozu also die ganze Vorrede. Ich erwarte mir von einem kostspieligen neuen Spielzeug eine massive Steigerung der Qualität zum Istzustand und die Möglichkeit neue Techniken auszuprobieren. Abgesehen vom 'Digitalhype' bringt eine D3 für den begeisterten 'Hobby-Knipser' leider nur von der Papierform her eine Änderung des Istzustandes. Die wenigen ausstellungswürdigen Schätze im Archiv iessen sich auch gut eingescannt präsentieren mit der gleichen Begeisterung.
Vollformat im DSLR Bereich ist ein Qualitätsargument wegen der Pixelgrösse in Verbindung mit dem Auflösungsvermögen der verfügbaren Linsen. Letztere sind in manchen Exemplaren durchaus fähig >> 12 MPixel zu reproduzieren. Das kann man vom Film scannen (der DSE 5400 schafft nachweisbar 5400 dpi => 106 lp/mm) oder gleich digital arbeiten, nur dann möchte ich bitte auch einen Sensor, der an diese Grenze geht => Sprich etwas um die 20 MPixel herum.
Die Lebensdauer einer derartigen Kamera wäre (Totalverlust einmal ausgeschlossen) wiederum ca. 10 bis 15 Jahre (wei bei meiner F90S).
Durch den Wegfall der Filme wäre diese Kamera dann in sagen wir mal 8 bis 10 Jahren amortisiert, denn auch mit Digital werden nicht mehr gute Ideen, Motive und schlussendlich gute Bilder. Ich wage auch (natürlich ironisch zu verstehen) zu behaupten, dass meine digital knipsenden Freunde nicht mehr GUTE Bilder machen als ich - nämlich so dann und wann mal (fast) zufällig ein wirklich Gutes.
Mein sehr persönliches Fazit - Argumente kann man viele austauschen und hin- und herwälzen - die Tatsache bleibt - gute Gründe von einer D300 zu einer D3 wagen des Vollformat Sensors zu gehen gibt es sehr sehr wenige für 'Hobby-Knipser'. Hingegen gibt es zur Zeit sehr viele Gründe von einer D200 zu einer D1s Mk III zu wechseln. Einzig die Systemkosten (Objektive + Gehäuse) stören mich als 'Hobby-Knipser". Der Gegenwert meiner Objektive ist eben locker mal ein D3 Gehäuse - das über ebay zu verkaufen würde erheblich schmerzen.
Die Aufregung vieler NIKON Nutzer verstehe und unterstütze ich voll und ganz.
Meine Position ist, dass Nikon seine begeisterten und treuen Nutzer auf eine harte Geduldsprobe stellt. Auflösung hin oder her - die 12 Mpixel werden fallen bei Nikon und in den Geschichtsbüchern als Vollformat-Meilenstein bestehen. In ein paar Jahren jedoch wird sich dieser Meilenstein leider nur noch schwer adäquat veräussern lassen.
Wer kein Voll-Profi ist hat von diesem Meilenstein leider kaum einen Nutzen - leider.
Gruss jo-1
P.S. Vielleicht kommt ja die D3x - das wäre dann IMHO das Geld wert - das natürlich aus der subjektiven Sicht eines 'Hobby-Knipsers' ohne Bedarf an reinen Statussymbilen :-)