Erfahrung, nicht lesen und hören ist die Sache. Es ist nicht einerlei ob eine Idee durch das Auge oder das Ohr in die Seele kommt.

— Georg Christoph Lichtenberg

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Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 26. April 2007 - 02:40
Gast schrieb:

"Ansonsten wäre es sinnvoll, wenn die Objektive mit Chips ausgestattet werden würden, um mit heutigen Kameras wenigstens Mehrfeldmessung und Fokusbestätigung zu unterstützen..."

Wie kann man derartig geringe Chipstückzahlen – und seinen es sogar fünftausend – ökonomisch sinnvoll und ohne Patentverletzungen produzieren? Conrad um die Ecke hilft da bestimmt nicht. Ziemlich naiv!

Bestimmt nicht. ;-) Gerade bei solch geringen Stückzahlen von ein paar Dutzend bis einigen zehntausend Stück lohnt es sich überhaupt nicht, maskenprogrammierbare oder einmalig programmierbare Chips einzusetzen - schon gar nicht, bei einem Artikel im Hochpreissegment. Das macht man heute eigentlich nur noch bei großen Stückzahlen für den Massenmarkt, weil der Aufwand dafür sonst die geringe erzielbare Kostenersparnis deutlich überwiegen würde.
Nur um mal ein Beispiel zu nennen, ein Atmel ATtiny13 Microcontroller wäre schon regelrecht überdimensioniert für so eine Aufgabe, kostet einzeln ca. 1 Euro, in Stückzahlen wenige Cent und ist absolut problemlos programmierbar. Eine passende Platine kann man einzeln für ca. 5 Euro produzieren (reine Produktionskosten, kein Layout, aber das ist bei so einer trivialen Aufgabe auch in weniger als einer Stunde erledigt - das Schwierigste dürfte noch die bogenförmige Form sein). Bei ein paar hundert Stück sinken die Kosten pro Platine ebenfalls auf wenige Dutzend Cent. (Nebenbei, Conrad ist IMHO ein Laden für Laien, viel zu teuer, schlecht sortiert und obendrein noch aufdringlich wie ein Marktschreier...)

Patentrechtliche Probleme kann es auch nicht geben, da es absolut legal ist, sowas zu entwickeln und zu vertreiben, auch ohne, daß man das erst lizensieren müßte. Das Einzige, worauf man bei einem solchen Unterfangen natürlich achten müßte, ist, daß man nicht irgendwelche Original-ROMs 1:1 übernimmt (denn die sind logischerweise urheberrechtlich geschützt), sondern daß man nur das Protokoll analysiert und die Bedeutung der Daten-Records identifiziert, und dann neue Inhalte für die eigenen Objektive generiert. Das kann mitunter etwas Tüftelei bedeuten, und wäre, wenn man bei Null anfangen müßte, relativ arbeitsintensiv. Aber ein Großteil der Protokolle und auch viele der Einträge sind im Netz bereits dokumentiert, so daß man das Rad nicht komplett neu erfinden müßte.

Viele Grüße,

Matthias Paul

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