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Selbstverständlich
ist F&H der kommerzielle Erfolg als eine der letztverbliebenen Fertiger von Spitzenware zu wünschen. Man muss aber schon auch fest stellen, dass die massiv offenkundige Resistenz der Macher von exRollei gegenüber der digitalen Zukunft erst dieses Szenario wie beschrieben entstehen hat lassen. Dass Bankmanager, die zwar vielleicht nicht die Technik im Prinzip durchschauen, aber gleichwohl schon erkennen können, dass eine Firma, die sich im internationalen Umfeld bewegt, den allfälligen Zukunftsschritt nur äusserst unwillig vollzieht, nicht unbedingt kreditwürdig ist, kann man nachvollziehen. Was fehlt, sind wirklich effektiv-innovative Lösungen, die aus dem derzeit gängigen Schema herausführt und sogar anführt. Der Mix analog/digital wie bei der Hy6 ist ja vielleicht aus der konservativen Sicht gesehen nicht schlecht, aber im Prinzip und aus meinen Augen betrachtet, nicht wirklich zukunftsfähig. Es ist eigentlich nur ein hybrider Kloben mehr. All diese analog-feinmechanischen Umsetzungen sind sicher eine technische Meisterleistung für sich genommen. Aber, bitte schön, was soll ein Spiegelkasten mit Lichtschacht in einer zukünftig vermutlich ausschließlich digital genutzten Kamera? Und, und, und . . . Den Umweg über einen Scanner werden in der Zukunft immer weniger Profifotografen machen (wollen).
Stattdessen werden leichtes Handling, geringere Gehäuseabmessungen, direkte Verarbeitungs- und Präsentationsfähigkeiten, hohe (digitale) Speichermöglichkeiten mit sofortiger Sortier-, Prüf- und Auswahlmöglichkeit des Bildmaterials vor Ort bzw. im Studio, ohne den derzeit übliche Technoplempel, der weitgehend aus den hybriden Lösungen resultiert, den Standart bestimmen. Und nicht zuletzt wird auch das Preisargument eine heftige Rolle spielen. Denn die Mehrzahl der Fotografen ist einem (mörderischen) Preiskampf ausgesetzt. Vor allem, wenn die Kunden erkennen, dass man bereits mit geringerem Aufwand in der Mehrzahl der Fälle sehr gute Ergebnisse erzielen kann. Und eines kann man auch deutlich erkennen: Wenn die derzeit grassierende Hype bei der digitalen Fotografie abgeklungen ist, wird sehr schnell erkennbar werden, dass sich digitale Konzepte sehr viel preisgünstiger umsetzen lassen, als das je mit analoger Feinwerktechnik gelingen könnte. Vor allem, wenn die Kamerahersteller erkennen, dass man die erforderliche Software vielleicht nicht unbedingt proprietär, sondern unter Umständen im Verbund als OpenSoftware im Grundkern, sehr viel kostengünstiger und fundierter entwickeln kann. Dann werden derartige Teile eine zwar gut bezahlte, aber im Elfenbeinturm bei Sammlern und Analogfreaks reservierte Existenz führen. Ob das auf Dauer ausreicht?
Gut Klick!