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Die heutige Kameratechnik macht oft was sie will, nicht unbedingt immer das, was man von ihr erwartet.
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Was es nun wirklich braucht...
...ist leider völlig verschieden, nicht nur zwischen Amateur und Profi oder den Fangemeinden der diversen Hersteller / Chipgrößen / Objektivkonzepte usw.
Ich brauche eine Kamera mit der sich schnell und einfach scharfe, gut beleuchtete (Schnapp-) Schüsse machen lassen, oft von ziemlich winzigen Details im Millimeter-Bereich (Makroaufnahmen), und das unter kritischer Beobachtung (in der Besprechung beim Kunden zur Dokumentation von Prototypen).
Früher habe ich dafür eine OM-2 mit QA310 am Spiralkabel benutzt, Baujahr 1975 :-) und meist ein Makro-fähiges OM Schiebezoom 35-70, anderwärts noch ein lichtstarkes Standard 50er (1:1.2), ein 21er, ein 200er, einen Bounce-Grip und einen Winder - je nach Anforderung.
Dank der berühmten OM-2 Belichtungsautomatik gab es immer brauchbare Bilder ohne im Auftritt beim Shooting peinlich zu wirken.
Scharfstellen kann ich selber.
Aber der Sofort-Verfügbarkeits-Effekt der Digitaltechnik hat mich dazu gezwungen, darauf umzusteigen - unzeitgemäßes Werkzeug trübt den Gesamteindruck, den man hinterlässt. Das ist wichtig, weil ich vom Verkaufen von Dienstleistungen technischer Art leben muss (Produkt-Entwicklung). Analoge KB-Kameras sind halt mega-out.
Zunächst habe ich also - probehalber und wegen des Preises - der C-770 den Vorzug gegeben vor der Leica Digilux 2, die mir am besten gefallen hat. 4 Megapixel reichen völlig für meinen Zweck, aber natürlich mussten ein FL-36 Blitz und das Spiralkabel dazu her.
Die Bilder, die das Ding hin bekommt sind soweit ganz gut.
Aber - Oh Enttäuschung: Blitzen aus nächster Nähe führt zu gnadenlosen Überbelichtungen. Und der wirklich allergrößte Mist an dieser "kompakten" Kamera ist, dass sie absolut lahm ist! Nicht nur die Einschaltverzögerung, sondern vor allem das Herumnudeln des Autofokus dauert ewig...
Dann die Bedienung! Das Programmrad das sich immer selbst verstellt (schwache Rastung), Fummelei mit winzigen Knöpchen, Menüs mit Unter-unter-Ebenen... einfach ein riesengroßer Mist.
Bis ich so eine Kamera für ein bewegtes Motiv schussbereit habe ist es weggelaufen oder inzwischen dunkel. Und nur als digitale Hemdbrusttaschenknipsomat täte es eine Canon Digital Ixus.
Oder eben meine alte XA... ;-)
Ich will aber Bilder notfalls selbst gestalten können, und zwar vorzugsweise ohne erst achthundert Seiten "Handbuch" als PDF durchgescrollt haben zu müssen.
Also wieder ein optisches Sucherbild (am besten, ja, SLR), eine Makro-fähige Blitzbelichtungsautomatik die diesen Namen auch verdient, die Möglichkeit für einen Ringblitz (Gruß an alle Kieferorthopäden), und die Möglichkeit, privat auch mal situative Schnappschüsse machen zu können - ohne lange Gedenksekunden für Einschalten, Booten, Autofokus und Auslöseverzögerung.
Daran dass ich immer einige Reserveakkus in der Tasche haben muss habe ich mich schon gewöhnt - trotzdem ist "Akku leer" (und immer) in der entscheidenden Situation eine sehr peinliche Angelegenheit.
Vermutlich werde ich also in Kürze einer E-330 die Ehre gewähren, die C-770 ablösen zu dürfen. Wenn Sie denn schneller und intuitiver zu bedienen ist.
Warum? Weil es Adapterringe für OM-Objektive gibt und da vermutlich sogar ein Balgengerät dran passen würde.
Obwohl mir ja nun die Lumix DMC-L1 ganz erheblich besser gefällt - nicht wegen ihrer Features (das schwenkbare Display an der E-330 ist klar ein Vorteil), sondern allein wegen ihrer Erscheinung: das Ding sieht endlich wieder aus wie eine Kamera und hat die Hebel und Griffe da, wo sie hingehören und zuvor in hundert Jahren der Optimierung von Bedienelementen an (fast) allen Kameras gewandert waren.
Das Olympus-Design hingegen finde ich eher abstoßend... warum müssen Geräte heutzutage immer aussehen wie weiland nur die Prothesen für Versehrte? Sind etwa alle japanischen Designer schwul? (Nix für Ungut, Schwestern)
Oh, in Wirklichkeit weiss ich es natürlich. Es liegt an den Features der CAD-Systeme. Wenn man erst fünfstellig für NURBS und diesen ganzen Killefit berappt hat wäre es doch traurig, damit dann Produkte zu entwickeln, die eine klare, schnörkellose und schöne Form haben - also nur die geometrischen Grundfunktionen nutzen.
Hier sind Leica und Panasonic ganz weit vorn. Meine alte OM-2 hatte übrigens auch keinerlei "organisch" oder "ergonomisch" wulstigen Formauswüchse. Olympus ist IMO gerade dabei, den legendären Ruf aus Zeiten von OM-2 und XA endgültig zu verspielen.
Dass die - noch viel grauenhafteren - früheren Designs von Olympus´ Digitalkameras allesamt eingestampft wurden, empfinde ich als Genugtuung - die kamen und gingen ja wie die Autoblech-Moden bei Fiat.
Design ist Kunst, OK - aber mein Kunstlehrer hat mal gesagt, dass Kunst nur von Können kommt und nicht von Wollen - sonst hieße es Wulst.
Also: ordentliche Funktion in ansprechender Verpackung zu einem guten Preis. Keine Featureritis, nichts Futuristisches, gute Leistung zum Preis einer OM-2 Grundausstattung (meinetwegen 1:1 von DM in Euro).
Und vor allen Dingen eine praktische Bedienung.
Bin ja mal sehr gespannt auf das Schwestermodell zur Lumix L1 von Leica...