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J aus Düsseldorf
bringt es auf den Punkt. Mit Minolta verabschiedet sich eine tolle Marke, deren Highlight unter anderem die XD-7 (bis heute) war. Ich besitze acht komplette Minolta-Ausrüstungen, was insbesondere den guten Objektiven und einem guten und schnellen Service zu verdanken war. Die Partnerwahl kann u.U. noch eine gute sein, wenn Sony den Fachbereich Kundenservice umstrukturiert und wesentlich (!) verbessert - ansonsten kann Sony kaufen wer will! Merke: Das erste Produkt verkauft das Marketing, alle weiteren der Service! Ich wünsche uns und mir für die Zukunft schon Sony-Digital-SLR-Kameras mit Minolta-Bajonett, die ohne jeglichen Firlefanz für ein gut belichtetes Endergebnis stehen.
Dennoch befürchte ich, dass es noch mehrere wie Minolta treffen wird. Ganz oben auf dem Treppchen analoger Kameratechnik steht Olympus: Die OM-1, 2, 3 und vier waren und bleiben Highlights, die auch heute und morgen noch den Zuschlag bekämen, wären sie nicht schon gestorben und beerdigt. Dritter im Bunde ist Pentax, die aber bedauerlicherweise nach Erfindung der Asahi Spotmatic (unvergessen das M42-Schraubgewinde und der Lego-Knopf zum Einschalten der Belichtungsmessung) eher dachten, eine Grunderfindung reiche dann erstmals für ein paar Jahrzehnte.
Es ist wie mit dem Tod eines Menschen: Sind die Augen zu, müssen die noch Lebenden damit fertig werden. Der eine trauert mehr, der andere weniger, die Zeit heilt dann irgendwann mal die Wunden (oder auch nicht). Der Blick geht nach vorn, auch wenn man da noch nicht besseres kommen sieht, und der Kartoffel nützt es nichts, wenn sie über den Tellerrand blickt und sieht dort nur Messer und Gabel.
Bis hier die letzte Minolta ihren Geist aufgibt, dauert es hoffentlich noch lange, und ausserdem stehen ggf. Modelle zum Ausschlachten bereit. Jedenfalls bleibt die MARKE MINOLTA in Ehren.
Was keineswegs für die ZEISS-, LEITZ-, ROLL-EIER gilt. M42-Schraubgewinde: Vorwärts, wir müssen zurück! Nikon-Bajonett: Plötzlich liest man in einer Zeiss-Publikation, dass Zeiss-Obere ausgesprochen gerne mit Nikon-Kameras arbeiten (und das seit Jahr und Tag). Da muss man aufpassen, dass der Anbiederungsschleim nicht aus dem Computer läuft. Aber Nikon-Bajonett kommt an Objektiven deutscher Produktion Jahrzehnte zu spät. Dann soll Zeiss bei Cosina in Nord-Japan produzieren, und hier gibt es noch Alt-Traumtänzer, die meinen, man solle so ein rein deutsches Produkt kaufen, weil hier Arbeitsplätze geschaffen werden.
Nächste Woche werden wir sehen, ob der Standort in Unterföhrung von Konica-Minolta geschlossen wird oder noch eine Weile dahinsiechen darf. Die Mitarbeiter/innen dürfen sich wohl warm aziehen, denn vor dem Münchner Arbeitsamt stehen schon die nächsten Vierrerreihen.
(Wen es interessiert: Die ganze Entwicklung war absehbar. Lese oder lass vorlesen: Gabor Steingart: Deutschland, Der Absteig eines Superstars, Piper-Verlag, München + Audiobuch Verlag, Freiburg, ISBN 3-89964-080-2 des AudioBuches). So long, BB