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Fuji hat nicht zuviel
versprochen: die X-Pro1 ist ein echter Schlag!
Wenn ich an die analogen GS denke, ist das jetzt eine Weiterführung der früheren Profilinie mit optischem Messsucher. Der Preis für die Kamera ist ja auch entsprechend. Man darf ruhig annehmen, dass die Optiken zu 100% auch den Erwartungen entsprechen. Bisher waren die Optiken von meinen Fujis jedenfalls immer hervorragend.
Fuji folgt damit dem altbekannten Designkonzept, baut aber jetzt schlicht kongeniale elektronische Technik dazu. Das ist, im Verhältnis zu allen anderen bisher bekannten Konzepten, neu. Egal wo man hin schaut, überall nur die Hälfte von allem, was in der Sache gut tut. Erst die Nex 7 von SONY hat da einen anderen Horizont eröffnet. Und jetzt gleich als Erweiterung eben die X-Pro1.
Man darf sich, nüchtern betrachtet, fragen, ob denn ein Hybridsucher wirklich entscheidend ist, kosten tut er auf jeden Fall. Vermutlich werden doch die meisten auf den EVF zugreifen, vor allem im Nahbereich, wo ein OVF absolut ein Ausfall ist. Für Szenerien, die man lieber mit etwas mehr "Fleisch" drum rum betrachten muss, also beispielsweise bei Events egal welcher Sorte, Theateraufführungen usw., ist das Konzept traditionell erste Wahl.
Was man sich noch weiter wünschen könnte, wäre ein Klappdisplay wie bei der frisch vorgestellten Canon, das ist ein unspektakulär, aber dafür gnadenlos praktischer Kameratyp.
Darüber hinaus muss man im Verhältnis zur Nex 7 feststellen, dass die 16 Mpx leider auch nicht mehr ganz state-of-art sind. Das ist die Kröte, die man leider schlucken muss und auch nur dann schluckt, wenn der Sensor tatsächlich deutlich besser gezeichnete Bilder ausgibt, als das bei den bisher verfügbaren Sensoren der Fall ist, wovon ich allerdings ausgehe.
Bei Design hat sich Fuji nicht an die üblichen Blödheiten modernen Kamerabaus gehalten, sondern ein schlichtes, eher unspektakuläres Äußeres gebaut. Der Griffwulst ist im Gegensatz zu den Albernheiten, die an fast allen DSLRs prunkt, angenehm flach ausgefallen. Der Body ist einfach ein flacher Riegel, der in seinen Dimensionen haptisch gut zu konrollieren ist. Die Objektive haben das, was man zur Verstellung braucht, an der richtigen Stelle mit sichtbar gut greifbaren Elementen. Soweit zurück zu altbewährten Dingen. Die Gegenlichtblende ist, nicht wie üblich, eine Tulpenblende, die zwar vielleicht spektakulär aussieht, aber sonst nur stört, sondern dem Kameratyp wohltuend angepasst und formschön, ohne "dick" aufzutragen. So funktionert das dann in der Praxis, wo man im Gegensatz dazu, jede Menge Leute rumlaufen sieht, die ihre Gegenlichblenden verkehrt herum am Objektiv dran haben. Dümmer gehts nimmer.
Jetzt kann man eigentlich nur noch hoffen, dass einige andere Hersteller diesen hoch geworfenen Ball aufnehmen und sich ihrer guten alten Pferde im Stall erinnern. Da wäre beispielsweise bei Panasonic die DMC LC1 mit ihrem zeitlos schönem Design. Warum die dieses Kamera nie an die heute machbaren Möglichkeiten angepasst haben, ist mir ein Rätsel. Das Gleiche bei SONY und bei Olympus. Gerade bei Olympus waren in der Übergangszeit sehr schöne Kameras, damals eben leider mit nur unzureichender Elektronik, unterwegs. Dafür war das außen rum sehr gut. Warum also nicht wieder aufgreifen und jetzt mit kongenialer Elektronik verbinden? Usw.
Man darf hoffen, dass es nunmehr einen Schub an innovativer Entwicklungen gibt, die sich an dem Grundtenor "back to the roots" orientiert, die aber nicht nur einfach das Kopieren alter Technikmuster beinhaltet, wie das bei den DSLRs heutiger Provenienz kritiklos abläuft.