BENUTZERANMELDUNG

Lillian Bassman & Paul Himmel - Retrospektive; Hamburg

27.11.2009 - 10:00
21.02.2010 - 18:00

Veranstalterinfo:

Das Haus der Photographie in den Deichtorhallen zeigt die erste umfassende Retrospektive des Künstlerpaars Lillian Bassman (*1917) und Paul Himmel (1914 – 2009) vom 27. November 2009 bis zum 21. Februar 2010. Über 75 Jahre waren die beiden Künstler ein Paar und haben parallel jeweils ein fotografisches Œuvre geschaffen, das bis heute an Modernität nichts einbebüßt hat.

 A Report to Skeptics, Suzy Parker, 1952

Lillian Bassman; A Report to Skeptics, Suzy Parker, 1952. (Harper's Bazaar, April 1952). Silbergelatine, 25,9 x 34,1 cm; © Lillian Bassman

Das Werk von Lillian Bassman besticht durch unglaubliche Eleganz und Stilsicherheit. Als langjährige Art Directorin bei Harper’s Bazaar hat sie in den 1940er bis 1960er Jahren maßgeblich nicht nur das Zeitschriftenlayout sondern auch die Modefotografie geprägt. Einen in den 1940er Jahren neuer Frauentypus - langgliedrig und schwanengleich – führte sie in ihre atmosphärisch aufgeladenen Szenerien in die Fotografie ein. Durch immer neue experimentelle fotografische Verfahren gab sie ihren Bildern einen besonderen Schmelz, der eine malerische Anmutung in die Schwarzweißaufnahmen brachte. „Was sie macht, hat eine geradezu magische Kraft. In der Geschichte der Fotografie ist es niemand anderem gelungen, diesen atemberaubenden Moment zwischen der Erscheinung der Dinge und ihrem Verschwinden sichtbar zu machen.“, sagte einmal ihr Freund, der berühmte Fotograf Richard Avedon.

Auch Paul Himmels Werk ist geprägt von einer großen Experimentierfreude. Er arbeitete für Vogue, Harper’s Bazaar und viele andere Magazine. Fotografiegeschichte geschrieben haben vor allem seine Aufnahmen vom New York City Ballet aus den 1950er Jahren, die Bewegung nicht in Standbildern, sondern in wirbelnden Bewegungsstudien festhielt. Das Werk von Paul Himmel entwickelte sich in den darauf folgenden Jahren immer stärker zur freien Kunst. Die oft radikalen Experimente mit Über- und Langzeitbelichtungen waren schon bald ihrer Zeit derartig voraus, sodass er keine kommerziellen Auftraggeber mehr fand. Er beendete seine fotografische Karriere bereits 1969 und wurde erfolgreicher Psychotherapeut. Bekannt wurde er durch die Teilnahme an der von Edward Steichen kurierten, weltberühmten Ausstellung „The Family of Man“, die 1955 im Museum of Modern Art gezeigt wurde und auf deren Einladungskarte ein Werk von Paul Himmel zu sehen war.

Die von Ingo Taubhorn (Haus der Photographie) und Brigitte Woischnik (Foto Factory) unter Mitarbeit von Jana Duda kuratierte Werkschau stellt weltweit erstmalig mit rund 500 Exponaten das Lebenswerk dieser beiden Künstler vor.

Der Kehrer Verlag, Heidelberg, begleitet das Projekt mit einem umfangreichen Buch in Deutsch und Englisch.

Kurzbiographien

Lillian Bassman (geb. 1917) zählt zu den großen Frauenfotografinnen in der Welt der Mode. In den 1940ern bis in die 1960er Jahre hinein wirkte sie als Art Director bei "Junior Bazaar" und später bei "Harper's Bazaar" mit und förderte die Karriere von Fotografen wie Richard Avedon, Robert Frank, Louis Faurer und Arnold Newman.

Paul Himmel (geb. 1914 als Sohn ukrainischer Einwanderer, † 2009) ist einer der bedeutenden Fotografen aus der frühen Ära der amerikanischen Fotografie. Er wurde vor allem durch die frühe Ausstellung, die damals um die Welt ging, "The Family of Man", kuratiert von Edward Steichen bekannt. Mitte der 1930er heiraten Lillian Bassman und Paul Himmel. Anders als seine Frau verliert Paul Himmel zunehmend das Interesse an der Modefotografie. Er begann eigene Projekte, oft radikale Experimente, zu erarbeiten.

Haus der Photographie
Aktuelle Kunst
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Fax +49-(0)40-32 10 3-230

www.deichtorhallen.de

Siehe auch:
„Ihre Kunst war zwar nicht Punk, aber Jazz“