Kunst kommt von Können, nicht von Wollen: Sonst hieß es „Wulst“.

— Ludwig Fulda

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Steinheil caSca, der Leica um Jahre voraus

Bild von Statler
Eingetragen von
Statler
(Inventar)
am 25. Februar 2011 - 16:47

Bitte schauen sie sich das Bild der Steinheil caSca mal etwas genauer an und lesen sie welche Eigenschaften die Kamera hatte:

· Kleinbild-Systemkamera mit auswechselbaren Objektiven gekuppelt mit dem Messssucher
· modernes, zeitloses Styling
· Messsucher mit Vergrösserung 1:1 mit Einspiegelung von Leuchtrahmen für 85 und 135 mm Brennweite
· Schlitzverschluß mit Zeiten von 1/2 bis 1/1000 Sek.
· Einstellung der Belichtungszeiten über Schieber auf der Kamerarückseite für leichtere Bedienung mit Handschuhen
· Blitzsynchronisation für Blitzlampen und Elektronenblitz
· nach oben aufklappbare Rückwand für leichteren Filmwechsel
· für später geplanter elektrischer Filmtransport (!)
· eingebauter Belichtungsmesser für Modell 3 geplant

Und jetzt versuchen sie sich bitte sich in das Jahr 1948 zurück zu versetzen als Steinheil diese Kamera auf Ausstellungen in Hannover und New York präsentierte und damit erhebliches Aufsehen erregte.

Zum Vergleich: Im Jahr 1948 wurde die Schraubleica Modell c gefertigt und das Modell f mit Blitzsynchronisation war in Vorbereitung. Andere Kameras auf dem Markt waren wie die Leica meistens Vorkriegskonstruktionen. Die Leica M war in weiter Ferne wenn überhaupt schon in Planung.

Man braucht nicht viel Fantasie um sich vorstellen zu können dass die Vorstellung der casca in einigen Vorstandsetagen z.B bei Leica, Zeiss und anderen zu großer Beunruhigung geführt hat und wahrscheinlich auch zu heftigen Aktionen.

Wie man weiß wurde diese schöne Kamera nie in Großserie produziert und gelangte nur vereinzelt in den regulären Handel.

"Aber schon nach Fertigstellung von nur etwa 2000 Kameras beschloss die Geschäftsleitung, die weitere Produktion wegen Patent- und anderen nicht näher genannten Schwierigkeiten einzustellen" (1)

Im Internet halten sich Gerüchte Leica hätte interveniert wegen Patentverletzungen beim Schlitzverschluß. Was unter "anderen nicht näher genannten Schwierigkeiten" zu verstehen ist, lässt weiten Raum für Spekulationen und Verschwörungstheorien.

Es ist jedem überlassen, sich vorzustellen was aus diesen Kameras hätte werden können mit einigen Jahren Weiterentwicklung und Modellpflege.

So bleibt es eine verpasste große Chance der deutschen Kameraindustrie.

Quellen:
(1) Steinheil, Münchner Optik mit Tradition, Helmut Franz, Eduard Reutinger
- http://www.lausch41.com/casca.htm
- http://www.cameraquest.com/casca.htm
- Fotos: panda41 at t-online Punkt de

Steinheil_caSca_2_0520

Steinheil_caSca_2_0519

Aber nicht

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 26. Februar 2011 - 12:43

dass Du Leica jetzt auf den Gedanken bringst, dass eine X2 sich an dieses Design anlehnen sollte ... falls sie nicht schon auf die Idee verfallen sein könnten, sowas wie eine Minolta CLE (E wie Elektronischer Sucher ...) dafür ins Auge zu fassen. :-)

Zeitlos?

Bild von messucher forever
Eingetragen von
messucher forever
(Stammgast)
am Mittwoch, 13. April 2011 - 19:06

Ja,das stimmt.
Das Teil (meine hatte Boxkamera-Bildqualität) war damals häßlich und ist es heute immer noch.

Messsucher forever!