Wie zahlreich sind doch die Kameras, derer ich nicht bedarf!

— Unbekannt

Am 24.5.

  • 1941: * Wolfgang Cullmann (Cullmann Foto Audio Video GmbH)

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Vorserien-Leica für 1,3 Mio. Euro versteigert

Die siebte Kamera der Leica-0-Serie. Foto: WestLichtSuper-Q-Gigantar 0,33/40 mm. Foto: WestLichtDas Wiener Auktionshaus WestLicht konnte wieder einige besondere Fotogeräte zu besonderen Preisen losschlagen. Darunter eine Vorserien-Leica Nr. 7 und zwei der lichtstärksten Objektive der Welt – ein Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm und ein Planar 0,7/50 mm, beide von Carl Zeiss:

Ziemlich genau ein Jahr hat der Rekord der teuersten versteigerten Kamera der Welt gehalten: nachdem WestLicht Ende Mai 2010 bei einer Daguerreotype Giroux von 1839 ein Rekordergebnis von 732.000 Euro vermelden konnte, ging nun eine Vorserien-Leica Nr. 7 für 1.320.000 Euro (inkl. Aufgeld) an einen asiatischen Privatsammler. Und immerhin noch gut eine halbe Million Euro war einem Sammler eine Leica MP2 in fast neuwertigem Originalzustand wert: exakt 528.000 Euro (inkl. Aufgeld).
 

Die siebte Kamera der Leica-0-Serie. Foto: WestLicht

Die siebte Kamera der Leica-0-Serie. Nur etwa 25 dieser Vorserienkameras wurden im Jahre 1923, zwei Jahre vor Beginn der Serienproduktion, als Testkameras produziert. Mit „Germany“-Gravur auf der Deckkappe, wobei laut WestLicht die Werksunterlagen bestätigen, dass die Kamera zur Patentanmeldung nach New York geschickt wurde – damit ist dies die erste jemals exportierte Leica.

 
Anmerkenswert auch: die zwei lichtstärksten Objektive der Kamerageschichte konnten ihren Startpreis verzehnfachen, berichtet WestLicht: das Carl Zeiss Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm stieg von 6.000 auf 60.000 Euro, das Carl Zeiss Planar 0,7/50 mm von 9.000 auf 90.000 Euro (jeweils inklusive Aufgeld).
 

Planar 0,7/50 mm. Foto: WestLicht

Das Carl Zeiss Planar 0,7/50 mm wurde für das NASA-Mondprogramm entwickelt. Stanley Kubrick verwendete so ein Objektiv für die Kerzenlichtszenen in seinem Film „Barry Lyndon“.
 
 
Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm. Foto: WestLicht
 
 
Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm. Foto: WestLicht

Carl Zeiss Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm (Nr. 124037; ca. 1960) – dieses lichtstärkste Objektiv der Welt wurde von Carl Zeiss als Einzelstück für PR-Zwecke gebaut, passend an die Zeiss Ikon Contarex I (Bullseye).

 
(thoMas)
 

Vergleich

Eingetragen von
Grüßender
(Stammgast)
am Montag, 30. Mai 2011 - 15:51

Im Vergleich zu den Kosten dieser Super-Low-Tech-Leica ist das gerade getestete 1,4/24 Leica-M-Weitwinkel doch wirklich günstig! Zugegeben: angesichts des Super-Q-Gigantar wird die gerade gelaufene Testreihe der 24er natürlich überflüssig. Wer bitte soll denn mit Objektiven fotografieren mit lichtschwachen, geradezu "blinden" Blendenwerten von 1,4 und schlechter? Die taugen doch höchstens im allerhellsten Sonnenschein, aber nicht im Schatten, hehe!

Ob mit dem Super-Q auch mal fotografiert wurde?

Nun aber im Ernst: ist das durch Kubrick berühmtgewordene 0,7/50er Planar derart selten, dass es einen solchen Preis rechtfertigt? Gut, Auktion hin oder her … oder ist das ein besonderes Stück vom Barry-Lyndon-Dreh bzw. hat schon eine Mondfahrt hinter sich? Ich dachte, die hatten es mal auf den Markt geschafft. Nicht? Naja, spare ich eben auf das so furchtbar Lichtschwache 0,95/50er Noctilux ;)

.

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Mai 2011 - 16:01

Irgendwie habe ich den Verdacht, dass sich der Belichtungsmesser der "Bullseye" mit dem 0,33/40 schwertut.

Wenig zuverlässig

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 21:20

Dieser Contarex-Belichtungsmesser - hat der jemals richtig funktioniert?

Gast schrieb:

Irgendwie habe ich den Verdacht, dass sich der Belichtungsmesser der "Bullseye" mit dem 0,33/40 schwertut.

MicroFourThirds.

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Mai 2011 - 16:07
Zitat:

das Carl Zeiss Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm stieg von 6.000 auf 60.000 Euro, das Carl Zeiss Planar 0,7/50 mm von 9.000 auf 90.000 Euros.

Na also, geht doch: die passenden Portraitobjektive für MicroFourThirds!

Man sollte vielleicht anmerken,....

Bild von OhWeh
Eingetragen von
OhWeh
(Inventar)
am Montag, 30. Mai 2011 - 16:17

....dass das Carl Zeiss Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm nur ein "Scherz" von Zeiss war. Es handelt sich nicht um ein funktionierendes Objektiv. Ein solches ist mit dieser Lichtstärke nämlich nur theoretisch möglich, praktisch abrr nicht zu verwirklichen.

OhWeh

Dann …

Eingetragen von
Grüßender
(Stammgast)
am Montag, 30. Mai 2011 - 16:50

… ist das Gebot vielleicht auch nur ein Scherz? Nicht, dass der Bieter sein Gebot wieder zurückzieht, hehe.

Ein Scherz schon deswegen

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Mai 2011 - 22:36
OhWeh schrieb:

....dass das Carl Zeiss Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm nur ein "Scherz" von Zeiss war. Es handelt sich nicht um ein funktionierendes Objektiv. Ein solches ist mit dieser Lichtstärke nämlich nur theoretisch möglich, praktisch abrr nicht zu verwirklichen.

OhWeh

weil das theoretisch machbare Limit bei Blende 0,5 liegt. 8-)

“Scherzobjektiv”

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 09:45
OhWeh schrieb:

....dass das Carl Zeiss Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm nur ein "Scherz" von Zeiss war. Es handelt sich nicht um ein funktionierendes Objektiv. Ein solches ist mit dieser Lichtstärke nämlich nur theoretisch möglich, praktisch abrr nicht zu verwirklichen.

OhWeh

Scherz hin, Scherz her. Kam da hinten auf dem Film der Zeiss Ikon Contarex I irgendetwas an, das wie ein fotografisches (Ab-)Bild des aufgenommenen Motivs aussah, oder wirklich nur ein weißer Kreis? Auch wenn die Lichtstärke, wie hier

http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtst%C3%A4rke_%28Fotografie%29
“Die theoretisch höchstmögliche Lichtstärke beträgt 1:0,5 (Abbesche Sinusbedingung).“
http://de.wikipedia.org/wiki/Abbesche_Sinusbedingung

mehrfach bemerkt, nicht möglich ist... Gesehen hätte ich es schon mal gerne. Auch wenn das 40 mm Objektiv dann „nur“ f/0,5 gehabt hätte...

LT

Die Wahrheit über Schneewittchen.

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Mai 2011 - 17:25

Das Buch zum Film: http://www.nadir.it/pandora/zeiss.htm. Unter den Onlineübersetzern dürfte Systransoft der Beste sein.

Fein, dass im Auktionskatalog und auf der Webseite nirgendwo erwähnt war, dass das Gigantar nur eine überdimensionale Kondensorlinse in einer Fake-Fassung war. Was aber dem Vitrinenwert keinen Abbruch tut. Es ist ein Stück skurrile Fotogeschichte und es ist vor allem ein Einzelstück. Fotografieren kann man damit nicht, das wird aber auch der neue Besitzer der Leica nicht mit seiner Neuerwerbung vorhaben.

Diese drei Teile...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Mai 2011 - 18:40

Diese drei Teile sind die wirklichen Vitrinenburner!!!

All die, die sich bisher mit den ganzen jetzigen Schmeica und Carl-Scheiss Schrott ihre Vitrinen zugedeckt haben, werden da vor Neid sterben!

p.s.
(Laut Wikipedia ist die theoretisch höchste Lichtstärke 1:0,5)

Sie haben Recht!

Bild von Der Faröer
Eingetragen von
Der Faröer
(Inventar)
am Montag, 30. Mai 2011 - 20:09

Diese Sammler sind schlimmer als Atomkraftwerkbetreiber! Gut, dass Sie es denen mal so richtig gezeigt haben!!

Vitrinenburner, mich haut's weg. Da hat olle Leicasammler gedacht, er hätte einen Vitrinenburger, jetzt hat er einen Vitrinenburner!! LOL. Ich schmeiß mich weg. Sie sind noch witziger als Mario Bahr. Was sage ich, witziger als Daniel Bahr, viel witziger!!

Und dieser Verweis auf Wikipedia. Da werden die sich ihr Objektiv aber nochmal genau angucken müssen. Was sage ich? Ganz genau werden die sich ihr Objektiv angucken müssen, die bei Carl Scheiss. Carl Scheiss!! Genau angucken müssen die sich ihr Objektiv.

Kommt davon...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Mai 2011 - 22:29

Soetwas kommt dabei raus, wenn so ein paar Carl-Scheiss Intelligentsbolzen meinen, sie würden das supergute Objektiv bauen, wenn sie vorne auf die Kamera ein Waschmaschinenbullauge klaschten.

Leica macht das Würstchen

Find ich auch die totale Kacke.

Bild von Der Faröer
Eingetragen von
Der Faröer
(Inventar)
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 09:47

Die beim Karl Scheiß, die ham doch vorne und hinten alles offen. Machen irgend so'n Objektiv was kein normaler Mensch bruacht. Kostet wahrscheinlihc mehr als 5000 EURO. Was sich son normaler Mensch gar nicht leisten kann. DAs ist wahrschielnich wieder für so 3-4 Spacken oder so Leica-Schmeicka-"Menschen". Ich will mit sowas nichts zu tun haben, die denken wahrschienlich, die wären schlauer als die anderen. Ekelhaft.

Ehrliche Menschen kaufen sich ehrliche, neue Objektive aus Kunststoff. Dieser ominöse Stanley Kubrick ist mir im übrigen nicht bekannt und mit diesem will ich auch nichts zu tun haben.

Theoretische max. Lichtstärke

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 09:20

Die Theoretische Lichtstärkengrenze von 1:0,5 gilt für shpärische Linsen.
Eine Komplette Halbkugel hat 1:0,5. Bei der Verwendung asphärischer Linsen könnte man noch ein wenig tricksen, aber dann wäre die Definition
Durchmesser : Brennweite nicht mehr wirklich erfüllt.

Lichtstärke f/0,33

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 11:37
Gast schrieb:

Die Theoretische Lichtstärkengrenze von 1:0,5 gilt für shpärische Linsen.
Eine Komplette Halbkugel hat 1:0,5. Bei der Verwendung asphärischer Linsen könnte man noch ein wenig tricksen, aber dann wäre die Definition
Durchmesser : Brennweite nicht mehr wirklich erfüllt.

Könnte passen... Denn so "halbkugelig" sieht das Zeiss-Unikat im Schnitt nicht aus...

LT

Hammer-Objektiv

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 09:29

Mein Nikkor-Fischauge 2,8/8 mm sieht ähnlich beeindruckend aus wie das Zeiss-Gigantar, mittlerweile ist es auch selten und relativ teuer, gefällt mir aber besser, denn es hat den Vorteil, nicht in einer Vitrine den Rest seines Daseins vor sich hin zu dösen, sondern ist noch sehr gut geeignet (vor allem an einer Nikon-Vollformatkamera) für Top-Effektbilder. Aber ab 60.000 Euro lasse ich mit mir reden.....

60000 Euro für 8mm Brennweite...

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 11:35
Gast schrieb:

Mein Nikkor-Fischauge 2,8/8 mm sieht ähnlich beeindruckend aus wie das Zeiss-Gigantar, mittlerweile ist es auch selten und relativ teuer, gefällt mir aber besser, denn es hat den Vorteil, nicht in einer Vitrine den Rest seines Daseins vor sich hin zu dösen, sondern ist noch sehr gut geeignet (vor allem an einer Nikon-Vollformatkamera) für Top-Effektbilder. Aber ab 60.000 Euro lasse ich mit mir reden.....

Das geht aber preiswerter:

>> Dieses 2,8/8 mm war übrigens der Auslöser für diesen Beitrag zum Thema Fisheye. Mit einer Beule im Schutzring und einer nicht mehr ganz taufrischen Frontlinse wurde es bei ebay angeboten. Offensichtlich wollte es kein Sammler haben. Lediglich der Blendenring musste per Feile auf die aktuelle Nikon-AI-Kupplung „umgebaut“ werden. Das kostete zwar die für Nikon F/F2 benötigte Mitnehmergabel (im Foto mit rotem Kreis und Pfeil markiert) zur mechanischen Belichtungsmesserankoppelung, aber dafür passt das 2,8/8 mm jetzt auf fast jede moderne Nikon (D)SLR. <<

aus: http://www.photoscala.de/Artikel/F%C3%BCr-Fotos-der-besonderen-Art-Fishe...

Vielleicht sollte ich noch sagen, was es gekostet hat: rund 350 Euro...

RJ

Das war's dann mit dem Sammlerwert

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 16:22
Gast schrieb:

Lediglich der Blendenring musste per Feile auf die aktuelle Nikon-AI-Kupplung „umgebaut“ werden.

Schade, wenn die Originalität historischer Objektive so zerstört wird. Man könnte es doch auch an einer alten Nikon benutzen, ohne daran herumzufeilen.

Historisches Objektiv "zerstört"...

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 20:08

Gott sei Dank war das 2,8/8 mm Nikkor in absolut sammelunwürdigem Zustand!! Ich war vermutlich schnell genug und habe es mit Kusshand genommen. Wieso "die Originalität historischer Objektive zerstört?" Ist doch super, so ein spottbilliges Sahneteil gleich nach Einsatz der Feile an der tollen D700 ausprobieren zu dürfen. Statt wochen-/monatelang möglicherweise vergeblich auf die "Jagd" nach dem Original AI-Ring zu gehen... Und am Ende einen Wucherpreis dafür abdrücken zu müssen. Nein danke!!

Klar, ich hätte auch den Seconic Handbelichtungsmesser klarmachen können, meinem "Briefbeschwerer" Nikon F/Photomic FTN - der Photomic natürlich "tot" - einen Fuji Velvia einlegen können, um dann damit loszuziehen. Back to the Seventies ;-)) Wir sind aber 2011...

RJ

Das 2,8 / 6 mm

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Mai 2011 - 13:09

DAS war wirklich beeindruckend. Und der riesen Vorteil: Man konnte damit sogar fotografieren ... sogar nach hinten! 8-)

Die Nikkore 6 mm und 8 mm: Absolute Traumobjektive

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 01. Juni 2011 - 15:21

Das stimmt, damit konnte ich `mal ein Wochenende lang mehrere Filme durchziehen. Aber jetzt zum Größenvergleich: Das Nikkor 2,8/8 mm ist wirklich noch sehr gut aus der Hand beherrschbar, aber das sehr groß geratene 6-mm-Fischauge von Nikon mit seinen 5,2 Kilogramm verlangt nach einem standfesten Stativ. Falls es dann doch hinfällt, sind gleich mindestens 30.000 Euro im Eimer. Immerhin war das Fischauge 2,8/6 mm optisch das absolute Nonplusultra in diesem Brennweitenbereich. Das ergab damals den Unterschied: Die einen Hersteller setzten auf Image und zeigten irre Prototypen, aber Nikon hat die Dinger wirklich hergestellt. Sie hielten auch in der Abbildungsleistung das, was von ihnen für den Preis erwartet wurde. Dafür bin ich ihnen ewig dankbar.

Gast schrieb:

DAS war wirklich beeindruckend. Und der riesen Vorteil: Man konnte damit sogar fotografieren ... sogar nach hinten! 8-)