Heute ist der Tag!

— Ruth Bernhard

Am 24.5.

  • 1941: * Wolfgang Cullmann (Cullmann Foto Audio Video GmbH)

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Tendenziöse Berichterstattung

Ein Artikel soll sein: neutral, objektiv, unabhängig (natürlich auch interessant und gut geschrieben). Doch wann ist er das, bzw. kann er das wirklich sein?

Anlass für diese kleine Abschweifung ist uns die Berichterstattung zu den neuesten Entwicklungen bei AgfaPhoto, an der uns wieder einmal aufgefallen ist, wie unterschiedlich Fakten präsentiert werden können. Die FTD als unsere Quelle textet: Agfa-Photo-Pleite holt Gevaert ein. Wir dagegen: Hoffnungsschimmer für AgfaPhoto-Mitarbeiter. Schon in der Überschrift werden also ganz andere Schwerpunkte gesetzt (und die ziehen sich dann durch den Text).

Ein anderes Beispiel gefällig? Aus dem technisch-objektiven Bereich? Bitteschön:

Schwierige Beziehung - Erneut Kompatibilitätsprobleme zwischen D200 und Sigma-Objektiven (digitalkamera.de)
Nikon und Sigma: Probleme und Lösungen (photoscala)

Was ist besser? Was schlechter?

Falsche Frage. Anders sind sie. Und das ist nun einmal so. Immer. Objektive Berichterstattung gibt es nicht. Ehrliche hingegen schon.

Ein kluger Mann hat einmal gesagt: Im Internet muss jeder sein eigener Redakteur sein - Nachrichten suchen, auswählen, einordnen, gewichten. Das ist (Denk-) Arbeit, birgt aber auch eine große Chance. In der politischen Meinungsbildung so gut wie in der fotografischen.

Ihnen ein schönes Wochenende

(thoMas)

digitalkamera.de-artikel - objektiv?

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 14. Januar 2006 - 13:29

Der Artikel ist ja von (yb) aka Yvan Boeres, der als ein verbaler Haudrauf im Netz bekannt ist. Im Umfeld des Digitalkameramarkts muß man eben laut schrei(b)en, sonst wird man nicht gehört und bekommt keine Werbekunden. "Any news is good news" für werbeabhängige "Journalisten".

Aber was ist "Objektivität"? Im Flick-Prozeß wurden die Falschaussagen mit einem Spruch entschuldigt, der ungefähr so ging: "Der ... hat eine subjektive Wahrheit ausgesagt, die allerdings eine objektive Unwahrheit war".

Lassen wir doch die Objektivität weg: Wir alle sind subjektiv und warum wollen wir dann von anderen Objektivität erwarten? Wir alle gehen von unterschiedlichen Ansprüchen aus - wie sollte das "objektiv" sein?
Subjektivität ist doch schön - solange sie nicht bewußt verzerrend und "objektiv unwahr" ist.

Für den einen ist es halt ein Skandal, daß das ein oder andere Objektiv nicht mit der ein oder anderen Kamera zusammenpaßt, für den andren ist es ein Beispiel von Kundenservice, daß das öffentlich zugegeben wird und eine Abhilfe bereitgestellt wird.

Für den einen ist eine bestimmte digitale Knipskamera das Nonplusultra, für den anderen taugt sie gar nichts. Ist doch gut, daß es verschiedene Sichtweisen desselben Sachverhalts gibt. Was solls. Muß eben jeder so aufgeklärt sein, daß er selber weiß, wo er steht und seine eigenen Schlüsse zieht.

Wir sind doch alle Deutschland, Papst und insbesondere zum mündigen Bürger erzogen worden, oder etwa letzteres doch eher nicht? ( Siehe auch den Discounter-Artikel. )

M.R.

Zwecklos

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 15. Januar 2006 - 11:20

Du kannst schreiben, was Du willst. Es wird immer irgend jemanden geben, der Dir böses unterstellt, weil er vielleicht schlicht mit der Nachricht an sich unzufrieden ist. Boten wurden auch früher schon gerne mal "um die Ecke gebracht".

Ich kenne das aus eigener Erfahrung.
Ein weiteres Beispiel dafür lässt sich aus diesem Bericht auf Luminous Landscape herauslesen:
http://www.luminous-landscape.com/reviews/software/lightroom-tips.shtml

Wer im Glashaus sitzt...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 15. Januar 2006 - 22:49

Es ist immer wieder amüsant feszustellen, wie manche Personen, die sich mit einem 'DGPh' schmücken (als sei es ein akademischer Titel) und zum Chefredakteur eines kosmopolitschen 'Magazins für Photographie' erklären, sich einbilden, es wäre die Quintessenz des "ehrlichen" Journalismus, wenn sie über guten und schlechten journalistischen Stil philosophieren und große Sprüche über kluge Männer vom Stapel lassen.

Da der ach so geistreiche Photoscala-Chefredaktööör aber gerne solche Sprüche mag, hier ein ganz spezieller für ihn, den ein anderer kluger Mann mal zum Besten gegeben hat:

"Anständige Redakteure verwenden ihre Schlagzeilen nur zu friedlichen Zwecken" – Werner Mitsch

Vielleicht nimmt thoMas ja mal diesen Satz als Gelegenheit wahr, darüber nachzudenken, bevor er wieder er wieder einmal der einen oder anderen Publikation, tendenziöse Berichterstattung unterstellt...

Chefredaktöör

Eingetragen von
Gast
am Montag, 16. Januar 2006 - 00:03

Also wenn dass nicht der Herr Boeres war.....

An den Glashausner

Bild von Redaktion photoscala
Eingetragen von
Redaktion photoscala
(Ehrengast)
am Montag, 16. Januar 2006 - 09:39

Hier fühlte sich ganz offensichtlich jemand angeschossen, der gar nicht in der Schusslinie war: Es ging hier eben _nicht_ darum, ein "besser-schlechter" zu formulieren (und das steht explizit so im Text), sondern darum, einmal anhand aktueller Beispiele darauf hinzuweisen, dass _jede_ Berichterstattung (schon in der Titelzeile) tendenziös ist. Die von photoscala so gut wie die einer jeden Publikation. Lesen - Denken - Antworten. (thoMas)

"Qui s'occuse, s'accuse" ...

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Montag, 16. Januar 2006 - 11:09

oder so ähnlich wie der Franzose sagt.

Tötet ihn!

Eingetragen von
Gast
am Montag, 16. Januar 2006 - 15:51

Ich sagte es ja; Irgend einen wird es immer geben, der den Boten gerne abmurksen würde. :-P